krude

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krude (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
krude kruder am krudesten
Alle weiteren Formen: Flexion:krude

Nebenformen:

krud

Worttrennung:

kru·de, Komparativ: kru·der, Superlativ: am kru·des·ten

Aussprache:

IPA: [ˈkʀuːdə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild krude (Info)
Reime: -uːdə

Bedeutungen:

[1] im Rohzustand
[2] ohne Feingefühl, Fingerspitzengefühl

Herkunft:

im 18. Jahrhundert von lateinisch crudus → la roh, grausam entlehnt[1]

Sinnverwandte Wörter:

[1] roh, unausgegoren, unbearbeitet, ungekocht, unverdaulich
[2] brutal, gefühllos, grausam, grob, inhuman, rabiat, rüde

Beispiele:

[1] „Wie kommt man denn überhaupt auf so eine krude Idee mit diesem Kaulquappen-Cocktail?“[2]
[2] „Aber natürlich versteckt nicht nur er sich hinter einem Pseudonym: Dschihadisten-Foren rufen unter kruden Tarnnamen zu Hass und Gewalt gegen »Ungläubige« auf, Rechtsextreme veröffentlichen unter dem Schutz der Anonymität Namen und Adressen von Mitgliedern der Antifa - und umgekehrt tun es diese genauso.“[3]
[2] Ihm [einem der getöteten Zeichner von "Charlie Hebdo", Stéphane Charbonnier] und anderen "Gesuchten" wurde ein kruder Vorwurf zur Last gelegt: "Crimes against Islam".[4]
[2] „Einen Traum gibt es nicht: Alles ist naturalistisch angelegte krude Realität, die man aus der Sicht der zweiten Fassung als banal bezeichnen muß.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] krude Ideen, Vorstellungen, Ansichten
[2] krude Gewalt, krude Realität

Wortbildungen:

Krudität

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „krude
[*] canoo.net „krude
[2] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonkrude
[2] The Free Dictionary „krude
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Stichwort „krud, krude“.

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „krud“, Seite 542.
  2. Reich werden, ohne rot zu werden: Selfmade-Karrieren und ihre Erfolgsgeheimnisse, Melchior Marcks. Abgerufen am 22. September 2017.
  3. Marcel Rosenbach, Hilmar Schmundt: Blog-Warte im Tollhaus. In: DER SPIEGEL. Nummer Heft 31, 2011, Seite 134-135, Zitat Seite 134.
  4. Kersten Knipp: Jemen - Drehscheibe des Terrors. Einer der Attentäter von Paris wurde im Jemen ausgebildet. Das Land im Süden der arabischen Halbinsel ist für die Terrororganisation ein sicheres Rückzugsgebiet. Die dortige Zelle ist eine der aktivsten überhaupt. In: Deutsche Welle. 10. Januar 2015 (URL, abgerufen am 4. Juni 2015).
  5. Slavische Literaturen im Dialog, Reinhard Lauer. Abgerufen am 22. September 2017.