Paradigma

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Paradigma (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural 1 Plural 2

Nominativ das Paradigma

die Paradigmen die Paradigmata

Genitiv des Paradigmas

der Paradigmen der Paradigmata

Dativ dem Paradigma

den Paradigmen den Paradigmata

Akkusativ das Paradigma

die Paradigmen die Paradigmata

Worttrennung:

Pa·ra·dig·ma, Plural 1: Pa·ra·dig·men, Plural 2: Pa·ra·dig·ma·ta

Aussprache:

IPA: [paʀaˈdɪɡma]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Paradigma (Info)
Reime: -ɪɡma

Bedeutungen:

[1] Muster, Beispiel
[2] Literaturwissenschaft: kurze Erzählung, die in Beispielen eine moralische Lehre erläutert
[3] Linguistik: Muster einer Deklination oder Konjugation
[4] Linguistik: Gesamtheit der Ausdrücke, die in einem bestimmten Kontext gegeneinander ausgetauscht werden können
[5] Denkmuster, Schema
[6] grundlegende wissenschaftliche Denkweise

Herkunft:

über lateinisch paradigma → la aus dem griechischen παϱάδειγμα (parádeigma) → elBeispiel‘, dies zu παϱαδεικνύναι (paradeiknýnai) → elsehen, vorzeigen‘.[1]

Synonyme:

[3] Flexionsparadigma, Flexionsschema, Flexionstabelle
[4] Substitutionsklasse

Gegenwörter:

[3] Syntagma

Oberbegriffe:

[3] thematisch: Grammatik, Linguistik, Morphologie, Sprachwissenschaft

Unterbegriffe:

[3] Deklinationsparadigma (Deklinationsmuster), Konjugationsparadigma (Konjugationsmuster), Programmierparadigma, Suppletivparadigma
[5] Entwicklungsparadigma

Beispiele:

[1] Maria Laach in der Eifel ist ein Paradigma für den romanischen Baustil.
[2] In diesem Paradigma werden verschiedene Stilelemente benutzt: Bilder, Briefe, Gespräche und auch die Beschreibung eines wünschenswerten Verhaltens durch den Auftritt des Charakters „Peter“, der ein personifiziertes Vorbild ist.
[3] Paradigmen sind Flexionsschemata der deklinierbaren und konjugierbaren Wortarten. Auch für die Komparation gibt es Paradigmen.
[3] „Den gesamten Formenbestand, den ein Wort haben kann, nennt man sein Paradigma […]“[2]
[3] „Die Formenlehre beschäftigt sich mit den uns aus der Schulgrammatik geläufigen Paradigmen der Deklination, Konjugation und Komparation.“[3]
[4] Die sprachlichen Einheiten, die man in einem gegebenen Satz gegeneinander austauschen kann, ohne dass der Satz grammatisch falsch wird, bilden ein Paradigma.
[4] „Wir sind damit wieder einmal an einen Punkt gelangt, der zeigt, daß bei der Sprachbeschreibung neben die Dimension des Paradigmas auch die des Syntagmas treten muß.“[4]
[5] Müsste nicht in den Führungsetagen in diesem Land ein Wechsel der Paradigmen stattfinden?
[6] Der Behaviorismus, die Tiefenpsychologie, die Kognitionspsychologie und die Biopsychologie sind Paradigmen der Psychologie.

Charakteristische Wortkombinationen:

[4] paradigmatische Beziehung
[5] das Paradigma moralischen Handelns

Wortbildungen:

paradigmatisch, Paradigmenwechsel

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[2–6] Wikipedia-Artikel „Paradigma
[1, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Paradigma
[1, 2] canoo.net „Paradigma
[1, 5] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonParadigma

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 996
  2. Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von Elmar Seebold. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin/ New York 2002, Seite XXXVI. ISBN 3-11-017472-3. Fett gedruckt: Paradigma.
  3. Peter Chr. Kern, Herta Zutt: Geschichte des deutschen Flexionssystems. Niemeyer, Tübingen 1977, ISBN 3-484-25026-7, Seite 1.
  4. Otmar Werner: Einführung in die strukturelle Beschreibung des Deutschen. Teil I. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Niemeyer, Tübingen 1973, ISBN 3-484-25019-4, Seite 94.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Paradigalla, Paranoia, Parapegma