Fischkopp

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Fischkopp (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Fischkopp

die Fischköppe

Genitiv des Fischkopps

der Fischköppe

Dativ dem Fischkopp

den Fischköppen

Akkusativ den Fischkopp

die Fischköppe

[1] Fischkopp mit früher typischer Mütze, dem Elbsegler

Worttrennung:
Fisch·kopp, Plural: Fisch·köp·pe

Aussprache:
IPA: [ˈfɪʃˌkop]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Fischkopp (Info)

Bedeutungen:
[1] norddeutsch, umgangssprachlich: Person, die an einem Ort an der deutschen Küste geboren wurde und aufwuchs; als Fremdbezeichnung meist abwertend, als Eigenbezeichnung selbstironisch

Synonyme:
[1] Fischkopf

Sinnverwandte Wörter:
[1] Nordlicht

Beispiele:
[1] Also: Fischköppe sind höchstens 5km weit von der Küste geboren. Warum ausgerechnet fünf - mein Geburtsort liegt etwa 5.000 m vom Greifswalder Bodden entfernt. Und ich bin mit Herz und Verstand ein Fischkopp. Lieber ein Fischkopp als ein Holtkopp (niederdeutsch für Holzkopf) oder ein Piepenkopp (niederdeutsch für Pfeifenkopf), sage ich immer. Und – einmal Fischkopp – immer Fischkopp.[1]
[1] [Fußball:] Nach den Reden und ein paar Bier kommt ein Fan zu Wirsing: „Ist ja alles schön und gut, wenn wir in Berlin gewinnen. Aber wenn wir verlieren, kriegt der erste Fischkopp, der mich anmacht, auf die Fresse.“ Wirsing kontert: „Dann musst du aber erst mir eine reinhauen.“[2]
[1] Plötzlich stand der Fremde auf und sagte: „Halt endlich deine Schnauze, du dreckiger Fischkopp![3]
[1] [Murat Topal:] „Ich hab halt nicht nur Deutsch gesprochen, sondern ich hab da halt mit norddeutschem Akzent, also Hamburgisch gesprochen.“ Spontan-Aktion des Komikers: Döner-Türke spielt hanseatischen Fischkopp. „So, hieääh komm’ ma rann hieääh, die Annaaanass, zwei-Stück-für-oin-Oiro, hieääh, weiss Beschoid, komm hieääh Vitaminä A bis Z, zweineunundsiebzig, jo. Und das ist natürlich schon ne geile Situation.“[4]
[1] [Der Liedermacher Wolf] Biermann sagte, er sei zwar ein „Hamburger Fischkopp“, aber er habe in Berlin an der Humboldt-Universität studiert und am Berliner Ensemble gearbeitet.[5]
[1] [Schlagzeile:] Comedy – Worüber Fischköppe lachen – Humor in der norddeutschen Tiefebene[6]
[1] [Rezension des Songs Emanuela:] Ein netter Track mit gutem Groove und sinnfreiem Text, aber ausreichend abgehangen. Ganz so, wie man es von den netten Fischköppen [der Band „Fettes Brot“ aus Hamburg] erwarten konnte.[7]
[1] „Sag mir ein Bundesland, wo der Umbruch nach der Wende so tief wie bei uns war? Die Fischköppe haben Natur, Sachsen Industrie, Fleiß, Thüringen Kultur …“[8]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] mit Ort: Hamburger Fischkopp, Husumer Fischkopp, norddeutscher Fischkopp

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Fischkopp
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonFischkopp
[1] The Free Dictionary „Fischkopp
[1] Deutsche Welle, Wort der Woche: Hanna Grimm: Der Fischkopp. In: Deutsche Welle. 14. Juli 2014 (Text und Audio, Dauer: 01:38 mm:ss, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).

Quellen:

  1. Hans-Ulrich Lüdemann: Kapstadt und so weiter: Happy Rolliday II. EDITION digital, 2012, ISBN 9783863948863, Seite 4 (Zitiert nach Google Books)
  2. Marcus Bark: DFB-Pokal - Die Sportfreunde Lotte und der BVB. In: Deutschlandradio. 27. Februar 2017 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Sport Aktuell, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
  3. C. U. Wiesner: Das Möwennest. EDITION digital, 2013, ISBN 9783863943936, Seite 179 (Zitiert nach Google Books)
  4. Arthur Dittlmann: Landgang extra - Bildung. In: Deutschlandradio. 30. Mai 2008 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, Sendereihe: Länderreport, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
  5. Kultur - Biermann schimpft weiter. In: Deutsche Welle. 26. März 2007 (URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
  6. Rainer Link: Comedy - Worüber Fischköppe lachen - Humor in der norddeutschen Tiefebene. In: Deutschlandradio. 21. Mai 2014 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Querköpfe, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
  7. Joerg Utecht: Fettes Brot - Am Wasser gebaut. Plattentests.de, c/o Armin Linder, München, Deutschland, 21. März 2005, abgerufen am 28. Juni 2018 (Deutsch).
  8. Harald Selke, Andreas Kampa: 60 Jahre deutsche Länder - Das Land Sachsen-Anhalt. In: Deutschlandradio. 2. Oktober 2006 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, Sendereihe: Länderreport, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).