episch

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[Bearbeiten] episch (Deutsch)

[Bearbeiten] Adjektiv

Positiv Komparativ Superlativ
episch epischer am epischsten
Alle weiteren Formen: episch (Deklination)

Worttrennung:

episch, epi·scher, am epischs·ten

Aussprache:

IPA: [ˈeːpɪʃ], Komparativ: [ˈeːpɪʃɐ], Superlativ: [ˈeːpɪʃstən], [ˈeːpɪʃsʔn̩]
Hörbeispiele: —, Komparativ: —, Superlativ:

Bedeutungen:

[1] Poetik (Dichtungstheorie), steigerungslos: zum Epos gehörend, nach Art des Epos, die Epik betreffend
[2] bildungssprachlich: erzählend, erzählerisch, berichtend
[3] übertragen: sehr oder zu ausführlich erzählend, keine Einzelheit auslassend

Herkunft:

[1, 2] Im 17. Jahrhundert vereinzelt, seit frühem 18. Jahrhundert kontinuirlich benutzte Adjektivbildung zu Epos von gleichbedeutend griechisch ἐπικός (epikós) über lateinisch epicus
[3] in diesem Sinn erst in neuerer Zeit gebräuchlich

Synonyme:

[1] vereinzelt, veraltet: epopöisch

Sinnverwandte Wörter:

[3] breit ausmalend, lang und breit, weitschweifig

Gegenwörter:

[1] lyrisch, dramatisch

Beispiele:

[1] „In altgriechischer Zeit ist der Dichter, der episch oder dramatisch erzählt, nichts als Interpret der Sage; er interpretiert sie so, wie sie zu ihm gesprochen hat; die Sage lebt und der Dichter schafft weiter an ihr, wie das Generationen vor ihm getan haben.“[1]
[1] „Als neue, zusätzliche Möglichkeit eröffnet sich den Helden im 13. und 14. Jahrhundert der Einzug in das Artus- oder das Feenreich: Rainouart geht als erster epischer Held vorübergehend, Huon de Bordeaux als erster epischer Held für dauernd in die arthurische Jenseitswelt ein.“[2]
[1] „Mit der zunehmenden Differenzierung der epischen Dichtung im 18. Jahrhundert und der Entwicklung der Prosa werden unter dem Begriff Epik alle Genres der erzählenden Literatur erfasst.“[3]
[2] „Ein Text kann rein episch erzählend, eine reine Dialogform, eine reine Monologform sein. Er kann aber auch Mischformen aufweisen, wie ‚episch mit Dialogen untermischt‘ oder ‚episch mit Monologen untermischt‘.“[4]
[2] „Eine getrennte Betrachtung des epischen und des absurden Dramas ist deshalb ratsam, weil sich beide Formtypen in ihrem Welt- und Wirklichkeitsverständnis stark unterscheiden.“[5]
[2] „Selbst in ‚Der Archipelagus‘, dem epischsten unter Hölderlins Gedichten, umfaßt die Schilderung des Angriffs der Perser und der Schlacht von Salamis nur rund 50 Verse.“[6]
[3] „Hinzu kam die epische Neigung der Russen, die Umständlichkeit ihrer Entscheidungsprozesse, die alles in die Länge zogen.“[7]
[3] „Vieles im Film wirkt etwas sprunghaft, so als wäre das Konzept noch epischer gewesen, aber wegen der Überlänge des Films dann nicht realisiert oder geschnitten worden.“[8]
[3] „Ein Theater, das alles aufgibt, was es erst zu Theater machen würde: eine Menschenwelt zu schaffen. Hier laubsägt es nur eine Papierwelt aus. Episches Theater? Episches Gelaber.“[9]

Abgeleitete Begriffe:

[1] Epik, urepisch, (das) Epische
[1, 2] unepisch, neuepisch

[Bearbeiten] Übersetzungen

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–3] Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 7. Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-04057-2, DNB 962168211, Seite 275
[1–3] Hans Schulz, Otto Basler, Institut für Deutsche Sprache (Hrsg.): Deutsches Fremdwörterbuch: Eau de Cologne-Futurismus. Band 5. Walter de Gruyter, Berlin 2004. ISBN 9783110180213. Seite 204
[1, 2] Duden online „episch
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „episch
[2] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonepisch
[*] canoo.net „episch

Quellen:

  1. Richard Heinze: Virgils epische Technik. 8 Auflage. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 9783519072126, Seite 239
  2. Kurt Böttcher: König, Held und Sippe. Untersuchungen zur Chanson de geste des 13. und 14. Jahrhunderts und ihrer Zyklenbildung. Universitätsverlag Winter, 1991, ISBN 9783533042327, Seite 651
  3. WikipediaWiktionary:Literaturliste: Epik#Geschichte (Liste der Autoren)
  4. Werner Morik: Johannes Brahms und sein Verhältnis zum deutschen Volkslied. Perspektiven zur Deutung seines Werks. H. H. Schneider, Tutzing 1965, ISBN 9783795200657, Seite 31
  5. Elke Platz-Waury: Drama und Theater: Eine Einführung. Literaturwissenschaft im Grundstudium 2. Gunter Narr Verlag, 1992, ISBN 9783878089223, Seite 224
  6. Anke Bennholdt-Thomsen, Alfredo Guzzoni: Analecta Hölderliniana II. Aufgabe des Vaterlands. Königshausen & Neumann, 2004, ISBN 9783826027130, Seite 39, Fußnote 64
  7. Arnulf Baring: Machtwechsel. 6 Auflage. Deutsche Taschenbuch Verlag, 1982, ISBN 9783421060952, Seite 281
  8. berliner-kurier.de: Interview mit Fatih Akin zu "Solino"
  9. faz.net: Romane auf der Bühne: Das Salz, bitte, Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2004, Nr. 223 / Seite 35

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