Paroli bieten
Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
[Bearbeiten] Paroli bieten (Deutsch)
[Bearbeiten] Redewendung
Worttrennung:
- Pa·ro·li bie·ten
Aussprache:
- IPA: [paˈʀoːli ˈbiːtn̩], [paˈʀoːli ˈbiːtən]
- Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
- [1] etwas Gleichwertiges oder Mächtigeres entgegensetzen, wirksam entgegentreten
Herkunft:
- im 18. Jahrhundert entlehnt von französisch le paroli → fr in den Wendungen faire paroli oder prendre le paroli ursprünglich bei Kartenspielen, insbesondere dem Pharo (auch Pharao), dem Tricktrack und anderen Spielen, in der Bedeutung mit der Gewinnkarte „den Einsatz verdoppeln“; die Herkunft des französischen Wortes paroli wird verschieden angegeben:
- a) von französisch par au lit „dem Satz gleich“[1],
- b) von italienisch paroli → it „das Gleiche (wie beim ersten Einsatz)“ zu paro → it von lateinisch par → la „gleich“;[2] oder
- c) von dem etymologisch ungeklärten Italienisch (eventuell neapolitanisch) pạroli wegen italienisch giocare a pari, neapolitanisch jocà a paro „um den gleichen Einsatz spielen“, abgeleitet von pari → it, älter paro von lateinisch par → la „gleich“ oder der konjugierten Verbform paro „ich setze ein“ in Verbindung mit dem Pronomen li → it „sie (gemeint sind die Geldstücke)“ oder in Verbindung mit dem Adverb lì → it „dort, dorthin“[3]
Synonyme:
- [1] dagegenhalten, die Stirn bieten, doppelt heimzahlen, nichts schuldig bleiben, sich widersetzen, sich zur Wehr setzen
Gegenwörter:
- [1a] aufgeben, sich fügen, nachgeben
- [1b] etwas verloren geben
Oberbegriffe:
- [1] Widerstand leisten
Beispiele:
- [1a] Microsoft will damit vor allem eine gigantische Reichweite der Yahoo!-Dienste im Internet einkaufen, die dazu beitragen soll, dem bisherigen Online-Marktführer Google besser Paroli bieten zu können.[4]
- [1a] Vor allem bei den Jungen kommt der pausbäckige 34-Jährige, der im Fernsehen frech und schlagfertig den Berufspolitikern Paroli bietet, gut an.[5]
- [1b] Kulturkampfstimmung, herausgefordert von der totalen Diesseitigkeit des Westens, und sie hat sich einen europäischen Intellektuellen an die Spitze geholt, der dieser Gegenwart mit ihren eigenen Waffen Paroli bieten kann.[6]
- [1b] »Mit tausend Freuden. Es gäbe kein besseres Mittel, die Massen an die Tories zu fesseln und dem liberalen Geschwätz ein Paroli zu bieten.«[7]
[Bearbeiten] Übersetzungen
|
|
? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1a] Wikipedia-Artikel „Paroli bieten“
- [1a] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Paroli bieten“
- [1a, 1b] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Paroli bieten“
- [1a, 1b] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „Paroli bieten“
- [1a] The Free Dictionary „Paroli bieten“
- [1a, 1b] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1259
- [1a, 1b] Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 3. Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2008, ISBN 978-3-411-04113-8, Seite 573
Quellen:
- ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Paroli“
- ↑ Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7 Seite 1259
- ↑ Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 974
- ↑ ZEIT: Was Microsoft mit Yahoo! will, 1.2.2008
- ↑ Presse: Rudolf Balmer, Ein „Megafon“ der radikalen Linken, 01.06.2009
- ↑ ZEIT: Jan Ross, Papst der Zumutung, 25.5.2006
- ↑ Gutenberg: Karl Bleibtreu, Bismarck – Ein Weltroman – Band 2