Nihilismus

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Nihilismus (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Nihilismus

Genitiv des Nihilismus

Dativ dem Nihilismus

Akkusativ den Nihilismus

Worttrennung:

Ni·hi·lis·mus, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˌnihiˈlɪsmʊs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Nihilismus (Info)
Reime: -ɪsmʊs

Bedeutungen:

[1] Philosophie, heute eher abwertend und selten gebraucht: Weltanschauung, die die Existenz einer objektiven und sinnvollen Wirklichkeit (metaphysischer/erkenntnistheoretischer Nihilismus), die Geltung sittlicher Werte (ethischer Nihilismus), den Bestand irgendeiner Wahrheit (logischer Nihilismus) und übernatürliche Wesen verneint

Herkunft:

Das Wort ist seit dem 18. Jahrhundert belegt.[1] Dem Begriff liegt das lateinische Adverb nihil → la „nichts“ zugrunde.

Oberbegriffe:

[1] Weltanschauung

Beispiele:

[1] „Nicht nur der Nihilismus, sondern auch der religiöse Fanatismus, der heute oft als Fundamentalismus bezeichnet wird, kann terroristische Vorhaben und Handlungen inspirieren […].“[2]
[1] „Auch das klingt seltsam; das optimistische, ideenreiche, hochkultivierte Deutschland der Wilhelminischen Epoche war sich gewiß keines Nihilismus bewußt.“[3]
[1] „Der heutige Betrachter, ausgestattet mit einem robusten Sinn für den existenzialistischen Nihilismus der Verlorenheit und Geworfenheit, ist im Grunde zu verblüffungsresistent geworden, um die Wucht des Bildes noch unmittelbar empfinden zu können.“[4]
[1] „Wotan war Atheist, mit einer Spur eines nicht finsteren, sondern eher heiteren Nihilismus; wobei er aber denen, die ihren Gottesglauben offen bekannten, niemals mit atheistischer Arroganz begegnet ist.“[5]

Wortbildungen:

nihilistisch, Nihilist, Nihilistin

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Nihilismus
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Nihilismus
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalNihilismus
[1] Was ist Nihilismus? / von Philosoph Dr. Christian Weilmeier auf youtube.com

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Nihilismus“, Seite 653. Die Begriffe „Nihilist“ und „Nihilismus“ werden nicht systematisch getrennt behandelt.
  2. Botschaft seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag, 1. Januar 2006
  3. Sebastian Haffner: Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg. Anaconda, Köln 2014, ISBN 978-3-7306-0135-8, Zitat Seite 22. Erstausgabe 1964, hier liegt aber Text der überarbeiteten und erweiterten Ausgabe von 1981 zugrunde.
  4. Jürgen Goldstein: Blau. Eine Wunderkammer seiner Bedeutungen. Matthes & Seitz, Berlin 2017, ISBN 978-3-95757-383-4, Seite 47.
  5. Hansi Sondermann: Hexentotentanz und andere Kriminalgeschichten. Anthologie. Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 2019, ISBN 978-3-86944-199-3, Seite 49.