Jungfer

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Jungfer (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Jungfer

die Jungfern

Genitiv der Jungfer

der Jungfern

Dativ der Jungfer

den Jungfern

Akkusativ die Jungfer

die Jungfern

Worttrennung:

Jung·fer, Plural: Jung·fern

Aussprache:

IPA: [ˈjʊŋfɐ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] veraltend, oder veraltet: eine junge, unverheiratete Frau
[2] Zoologie: sich durch unbefruchtete Eiern mit der Jungfernzeugung vermehrende Tiere

Herkunft:

aus mittelhochdeutsch „juncvrou(we), juncvrow“ „junge Herrin, Edelfräulein“ entstanden, spätmittelhochdeutsch „junffer, jonffer“, belegt seit dem 14. Jahrhundert[1][2]

Synonyme:

[1] Fräulein, Jungfrau, Unverheiratete

Gegenwörter:

[1] Junker

Oberbegriffe:

[1] Frau
[2] Tier

Unterbegriffe:

[1] Brautjungfer, Ehrenjungfer, Hausjungfer, Kammerjungfer, Kranzjungfer, Zimmerjungfer
[2] Ameisenjungfer, Azurjungfer, Flussjungfer, Köcherjungfer, Mosaikjungfer, Rammjungfer, Seejungfer, Teichjungfer, Wasserjungfer

Beispiele:

[1] „‚Ach, wem gehört der schöne Wald?‘ ‚Der gehört dem König Drosselbart; hättst du‘n genommen, so wär er dein.‘ ‚Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!‘ “[3]
[1] „Er wurde verlegen, als habe er eine Jungfer zur Leichtfertigkeit überredet.“[4]
[1] „Als ihr Vater starb, war sie dreißig - eine alte Jungfer, die sich nach Liebe sehnte.“[5]
[1] „Die süße kleine Nelly zeigte ihm manchmal die Krallen, wenn er sie zu toll drückte, denn sie war noch eine Jungfer.“[6]
[1] „Fräulein Trautmann ist gewiß eine herzensgute Seele, doch, mit Verlaub, als späte und knöcherne Jungfer spukhäßlich.“[7]
[2] Bisher nachgewiesen wurde die Jungfernzeugung, die auf natürliche Weise zu voll entwickelten Organismen führt, bei vielen Tierarten, unter anderem bei Echsen, und führt zu Jungfern, wie zum Beispiel das beim australischen Gecko Heteronotia binoei, dem Komodowaran und dem Jungferngecko der Fall ist.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] oft in Verbindung mit Namen wie: Jungfrau Mathilde
alte Jungfer

Wortbildungen:

Adjektive: jüngferlich, jungfernhaft
Substantive:
[1] Jungfernbraten, Jungfernbreschan, Jungfernfahrt, Jungfernflug, Jungfernfrüchtigkeit, Jungfernhäutchen, Jungfernhering, Jungferninseln, Jungfernkind, Jungfernkranich, Jungfernkranz, Jungfernrebe, Jungfernrede, Jungfernreise, Jungfernschaft, Jungfernstand, Jungfernstieg, Jungfernteinitz, Jungfernwachs, Jungfernwein, Jungfernzwinger
[2] Jungferngeburt, Jungfernzeugung
Verb: entjungfern

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, (2)] Wikipedia-Artikel „Jungfer
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Jungfer
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Jungfer
[1] canoonet „Jungfer
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalJungfer
[1] The Free Dictionary „Jungfer
[1] Duden online „Jungfer

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Stichwort: „Jungfer“.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Jungfer“, Seite 454.
  3. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Der KinderbuchVerlag, 2003, ISBN 978-3358000175, Seite 157 (König Drosselbart)
  4. Erich Kästner: Fabian. In: Kästner für Erwachsene 3. Deutscher Bücherbund, Stuttgart/München ohne Jahr, Seite 7-201, Zitat Seite 189, Erstdruck 1931.
  5. Jungfer. Wortschatz Lexikon Uni Leipzig, 1. Januar 2011, archiviert vom Original am 1. Januar 2011 abgerufen am 13. September 2014 (HTML, Deutsch, Quelle: Frankenpost).
  6. Hans Herbert Grimm: Schlump. Roman. 2. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014, ISBN 978-3-462-04609-0, Seite 129. Erstauflage 1928.
  7. Christian Graf von Krockow: Die Stunde der Frauen. Bericht aus Pommern 1944 bis 1947. Nach einer Erzählung von Libussa Fritz-Krockow. 11. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2000, ISBN 3-421-06396-6, Seite 76. Erstauflage 1988.