Gleitschleim

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Gleitschleim (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Gleitschleim

die Gleitschleime

Genitiv des Gleitschleimes
des Gleitschleims

der Gleitschleime

Dativ dem Gleitschleim
dem Gleitschleime

den Gleitschleimen

Akkusativ den Gleitschleim

die Gleitschleime

Worttrennung:
Gleit·schleim, Plural: Gleit·schlei·me

Aussprache:
IPA: [ˈɡlaɪ̯tˌʃlaɪ̯m]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Gleitschleim (Info)

Bedeutungen:
[1] Anatomie: körpereigenes Sekret, das Reibung verhindern und eine Schutzschicht bilden soll
[2] Medizin, Sex: zähflüssige, künstlich hergestellte Substanz, die zur Verminderung von Reibung bei Entbindungen, Untersuchungen oder Geschlechtsverkehr aufgetragen wird

Herkunft:
Determinativkompositum des Verbs gleiten und dem Substantiv Schleim

Synonyme:
[2] Gleitcreme, Gleitgel, Gleitmittel

Sinnverwandte Wörter:
[1] Mukus

Oberbegriffe:
[1] Körpersekret
[2] Schmierstoff

Beispiele:
[1] „Sie sind auf der Lamina propria mucosae aufgereiht; Hemidesmosomenzellen und die damit steigende Produktion an Gleitschleim geht mit der entlang des Darms zunehmenden Eindickung des Chymus durch Wasserentzug einher.“[1]
[1] „Weiter hinten am harten Gaumen liegt zwischen Periost und Schleimhaut ein Feld von kleinen Schleimdrüsen, die Glandulae palatinae; diese produzieren ein muköses Sekret, das als Gleitschleim für die Passage der Nahrung wirkt.“[2]
[1] „Die Dickdarmkrypten liefern große Mengen eines verhältnismäßig sauren Schleims, der die Dickdarmschleimhaut gegenüber dem sich verfestigenden Darminhalt gleitfähig macht und so als Gleitschleim wirkt.“[3]
[1] „Die Glandulae pharyngis liegen submukös. Sie bilden den Gleitschleim für den Rachen.“[4]
[1] „Zahlreiche Becherzellen sezernieren den Gleitschleim.[5]
[2] „Vaginale geburtshilfliche Eingriffe werden durch eine großzügige Verwendung von Fruchtwasserersatz (Gleitschleim) erleichtert.“[6]
[2] „Ich wusch mir die Hände und Unterarme, Gleitschleim drauf und kniete mich hinter die Kalbin. Ich hatte zuvor schon ein- oder zweimal in eine kalbende Kuh gefasst, die warme, schleimige Begegnung mit dem inneren Geburtsweg war mir deshalb nicht neu.“[7]
[2] „Beim Eingreifen in die Vagina wird die gereinigte, mit Gleitschleim eingehüllte Hand hierbei mit geschlossenen Fingern und Daumen kegelförmig eingeführt.“[8]
[2] „Fertiger Gleitschleim. Erhöht die Gleitfähigkeit von Handschuhen und Armen bei Untersuchungen und der Geburtshilfe bei Rindern.“[9]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Quellen:

  1. Karl Zilles, Bernhard Tillmann: Anatomie. Springer, Heidelberg 2010, ISBN 9783540694816, Seite 470
  2. Udo M. Spornitz: Anatomie und Physiologie. Lehrbuch und Atlas für Pflege- und Gesundheitsfachberufe. 3. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg, 2010, ISBN 9783642126437, Seite 403
  3. Walther Graumann; Dieter Sasse (Herausgeber): CompactLehrbuch Anatomie. Band 3, Schattauer, Stuttgart 2004, ISBN 3794520637, Seite 116
  4. Jürgen Strutz, Wolf Mann (Herausgeber): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Thieme, Stuttgart 2010, ISBN 9783131169723, Seite 470
  5. Gertrud M.H. Kolb: Vergleichende Histologie. Cytologie und Mikroanatomie der Tiere. Springer, Berlin, Heidelberg 1991, ISBN 9783540528425, Seite 239
  6. Jörg-Eberhard Aurich: Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie – Andrologie – Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey, Stuttgart 2009, ISBN 9783830441793, Seite 178
  7. Astrid Brandl: Eine Kuh macht Muh – Viele Kühe machen Mühe. Geschichten einer furchtlosen Landtierärztin. 2. Auflage. Piper, München 2013, ISBN 9783492960540
  8. Helen Löffler: Gute Geburtsüberwachung beim Schwein ist wichtig. In: Der fortschrittliche Landwirt. 20. Februar 2013, abgerufen am 29. Juli 2015.
  9. Besamungsbedarf. RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg, 2009, abgerufen am 29. Juli 2015.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Gleitschirm