oolt

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oolt (Niederdeutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
oolt
olt
öller
older
öllsten

Alternative Schreibweisen:

oold, ould. old (nicht immer eindeutig, ob mit kurzem, offenen oder mit langem o ausgesprochen)

Nebenformen:

olt IPA: [ʔɔlt] überwiegend im Nordosten: (Märkisch → WP, in Mecklenburg, sowie —neben oolt— Nordostniedersachsen)
äolt (Westfalen)

Worttrennung:

oolt, de o·le/ol·le/ol·de, Komparativ: öl·ler

Aussprache:

IPA: [ʔəʊ̯lt], [ʔɔʊ̯lt], [dɛi̯ ˈʔəʊ̯lɪ], [dɛi̯/dɛ ˈʔəʊ̯lə]; [ʔoːlt][1]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] ein langes Leben hinter sich habend, schon lange existierend, alt
[2] Altersangabe: so und so viele Jahre seit der Geburt, x Jahre alt
[3] eher abwertend und von Gegenständen: verbraucht, abgenutzt. Auch schlecht, wertlos
[4] vor langer Zeit existiert habend, vormalig, vergangen, aus alten Zeiten

Gegenwörter:

[1] jung/jong
[3] nie/nieg/nee/neeg

Beispiele:

  • dɛ ɔlə siehe zu olt
  • de ole, IPA: dɛ(i̯) ʔoːlə/ʔɔʊ̯lə
[1] „Dar is een Harbarg för Froons un Mannsminschen, junge und oole, de Natur ton Anfaten un Begriepen beleäwen wüllt.“[2]
Da ist eine Herberge für Frauen und Männer, junge und alte, die Natur zum Anfassen und Begreifen erleben wollen.
[4] „De Hoff wiest van oole Tieden, as een Koppel Peer un Keu an den Sommerdag up de fette Masch grasen weern und denn winterdags unner dat groote Dak Upstallt wurn.“[2]
Der Hof kündet von (wörtlich: zeigt) alten Zeiten, als eine Koppel Pferde und Kühe soomertags auf der fetten Marsch grasen waren und dann wintertags unter dem großen Dach aufgestallt (in den Stall gesperrt) worden.
  • de olde, IPA: dɛ(i̯) ʔoːldə/ʔɔʊ̯ldə
[4] „He was äwerst een van de höllischen Schatzwächters ut den Bargen bi Gustow, worunner de olden Heiden mit ehren Schätzern begrawen liggen.“[3]
Er [Kröger van Poseritz] war aber einer der höllischen Schatzwächter aus den Bergen bei Gustow, unter denen die alten Heiden mit ihren Schätzen begraben liegen.

Redewendungen:

mine Olle (meine Gattin), de Ol' (unser Vorgesetzter)
je oller, je doller (je älter, desto ärger)

Wortbildungen:

[1] Olle, Olsch

Übersetzungen[Bearbeiten]

Anmerkung:

Referenzen zu „ʔɔlt“, also mit eindeutig kurzem o, siehe unter olt

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–4] Eckhard Eggers; Dieter Stellmacher (Herausgeber): Niedersächsisches Wörterbuch. Band 9. Na -, Wachholtz, Neumünster 2011, Spalte 351-361 (Lieferung 66, över1 – ordentlik, 2013) „ōlt“
[1, 3] Wolfgang Lindow; Institut für niederdeutsche Sprache (Herausgeber): Plattdeutsch-hochdeutsches Wörterbuch. 3., überarbeitete Auflage. Verlag Schuster, Leer 1987, ISBN 3-7963-0240-8, Seite 153 „oolt, oold, old“
[1, 3] Eduard Kück; Erika Unger, Walther Niekerken (Herausgeber): Lüneburger Wörterbuch. Wortschatz der Lüneburger Heide und ihrer Randgebiete, seit 1900 zusammen mit vielen Mitarbeitern gesammelt und sprachwissenschaftlich sowie volkskundlich erläutert. Zweiter Band. I–R, Wachholtz, Neumünster 1962, Spalte 496–498, DNB 457310375 „ould“
[*] Fehrs-Gilde (Herausgeber): der neue SASS, Plattdeutsches Wörterbuch. Plattdeutsch—Hochdeutsch, Hochdeutsch—Plattdeutsch, Plattdeutsche Rechtschreibung. 6., überarbeitete Auflage. Wachholtz, Neumünster 2011, ISBN 978-3-529-03000-0 (bearbeitet von Heinrich Kahl und Heinrich Thies), Seite 138 „oolt“
[*] Josef Gerhard Schmidt; Heimatverein Herzlake-Dohren e.V (Herausgeber): Use Platt van A – Z. Hochdeutsch-plattdeutsches Wörterbuch in emsländischer Mundart. 1. Auflage. Alfons Gels, Meppen 1998, ISBN 3-924232-09-1, Seite 18, DNB 98290925X „old, öller, am öllsten“
[*] Otto Mensing: Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch. Volksausgabe. 3. Band, Wachholtz, Neumünster 1931, Seite 843 f. „oold, old“
[*] Plattmakers-Wörterbuch „oolt
[*] Plattdeutsches Wörterbuch. In: deutsch-plattdeutsch.de. Wolfgang Biegemann, abgerufen am 13. Dezember 2013 (Deutsch, „Suchen im Wörterbuch“, genau). „oolt“, „old“

Quellen:

  1. Lüneburger Wörterbuch, am angegebenen Ort, Spalte 496
  2. 2,0 2,1 Platt-Info. In: Umweltstation Iffens. Abgerufen am 20. Dezember 2013 (Deutsch).
  3. Ernst Moritz Arndt: Kater Martinchen. Konrad Reich Verlag, Rostock 1990, ISBN 3-86167-019-4, De Kröger van Poseritz, Seite 108–111 (Projekt Gutenberg, abgerufen am 20. Dezember 2013)
  4. Bo Sjölin, Alastair G. H. Walker, Ommo Wilts; Nordfriesische Wörterbuchstelle der Christian-Albrechts-Universität Kiel (Herausgeber): Friesisches Wörterbuch. Frasch Uurdebök. Wörterbuch der Mooringer Mundart, auf der Grundlage alter und neuer Sammlungen und Vorarbeiten sowie unter Mitwirkung von vielen freiwilligen Helfern in der Pökingharde. 1. Auflage. Wachholtz, Neumünster 1988, ISBN 3-529-04615-9, Seite 263, DNB 890807930
  5. Ommo Wilts, Thea Andresen u. a.: Sjiisk-Öömrang Wurdenbuk. Grundwortschatz Deutsch-Friesisch (Amrumer Mundart). In: Öömrang Ferian e. V. in Zusammenarbeit mit der Nordfriesischen Wörterbuchstelle der Universität Kiel (Herausgeber): Nordfriisk Instituut. 51, Foto-Quedens, Nordfriisk Instituut, Norddorf, Bredstedt/Bräist 1982, ISBN 3-88007-092-X, Seite 12, DNB 840320183