Vorgabe

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Vorgabe (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Vorgabe

die Vorgaben

Genitiv der Vorgabe

der Vorgaben

Dativ der Vorgabe

den Vorgaben

Akkusativ die Vorgabe

die Vorgaben

Worttrennung:

Vor·ga·be, Plural: Vor·ga·ben

Aussprache:

IPA: [ˈfoːɐ̯ˌɡaːbə]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] Regelung, Richtlinie, Anspruch
[2] Sport: Nachteilsausgleich für schwächere Teilnehmer
[3] Bergbau: kürzester Abstand zwischen Sprengladung und bereits freigelegter Oberfläche[1] sowie die dort befindliche und wegzusprengende Gesteinsmenge
[4] (bewusste) Vortäuschung[2]

Unterbegriffe:

[1] Schnittstellenvorgabe
[2] Handicap

Beispiele:

[1] „Ist das Erkenntnis also schon in seiner Feststellung der Rechtswidrigkeit problematisch, so verstößt es in flagranter Weise gegen die andere Vorgabe, die verlangt, dass eine allenfalls vorliegende Rechtswidrigkeit ‚auf das Wahlergebnis von Einfluss war‘.“[3]
[1] „Von Vorgaben spricht man, wenn die Ziele einseitig vom Arbeitgeber gesetzt - und nicht vereinbart werden.“[4]
[1] „Über die Vorgabe der Kaserne setzte er sich nicht hinweg, sodass er in diesem Bereich seinen Boulevard im 100 Klafter breiten Raum vor der Kaserne aufgehen ließ.“[5]
[1] „In der Variable Vorgabe steht, was eingesetzt wird, wenn der Benutzer einfach ENTER drückt.“[6]
[1] „Übrigens lautet die Vorgabe da nicht Adagio, sondern Andante, quasi Allegretto.“[7]
[2] „In der Praxis hat, wie schon angedeutet, die Vorgabe einzelner Figuren, welche von der geschickteren Partei vor Anfang des Spieles vom Bret [sic!] entfernt oder gar nicht mit aufgestellt werden, den grössten Anklang gefunden.“[8]
[2] „Die Vorgabe wird rasch immer geringer werden, und vielleicht zuletzt ganz aufhören müssen.“[9]
[2] „Amateure können von der Gesamtzahl ihrer Schläge (Brutto) auf einer Runde ihre Vorgabe (Handicap) abziehen und erhalten so ihr Nettoergebnis.“[10]
[2] „Unter dem Handicap verstand man ursprünglich die Vorgabe für einen leistungsschwächeren gegenüber einem stärkeren Spieler, um so im Blick auf die unterschiedliche Spielstärke Chancengleichheit zu schaffen und den Ausgang eines Spiels offenzuhalten.“[11]
[3] „Durch das Zünden soll das Gestein vom Profil gelöst und die Vorgabe geworfen werden.“[12]
[3] „Durch Drehen der Spindel wird der Keil zwischen die Backen getrieben; diese sprengen dann die Vorgabe los.“[13]
[3] „Dadurch ergibt sich die grösstmögliehste Vorgabe (die kürzeste Widerstandslinie) im Maximum, als a c = 0·7 a b.“[14]
[3] „Die Qualität des verbleibenden Felsens um den Ausbruchquerschnitt hängt stark von dem Verhältnis Bohrlochabstand S und Vorgabe W ab.“[15]
[3] „Wird die Minenladung für 3m Vorgabe bemessen, so begeht man eine Munitionsverschwendung, denn die wirkliche Vorgabe beträgt eben nur 2m.“[16]
[4]

Wortbildungen:

[1] Vorgabezeit

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[2–4] Wikipedia-Artikel „Vorgabe
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Vorgabe
[1] canoonet „Vorgabe
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Vorgabe
[1] The Free Dictionary „Vorgabe
[1–3] Duden online „Vorgabe

Quellen:

  1. nach Leopold Lisse: Das Sprengluftverfahren. Springer, 2013, Seite 43 (Google Books, abgerufen am 28. August 2016)
  2. Deutscher Wikipedia-Artikel „Vorgabe“ (Stabilversion)
  3. Heribert Franz Köck: Höchstgericht hätte Wählerwillen achten müssen. In: DiePresse.com. 3. Juli 2016, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 28. August 2016).
  4. Vorgabe oder Vereinbarung?. In: sueddeutsche.de. 11. Mai 2010, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 28. August 2016).
  5. Wien Geschichte Wiki: „Ringstraßenwettbewerb Projekt Nr.3“ (Stabilversion)
  6. Frederik Ramm: Microsoft BASIC PDS 7.1: Programmieren mit dem Microsoft Professional Development System. Springer, 2013, Seite 89 (Google Books, abgerufen am 29. August 2016)
  7. Harald Eggebrecht: Kampf und Überraschung. In: sueddeutsche.de. 23. September 2015, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 30. August 2016).
  8. Lehrbuch des Schachspiels. Schroedel & Simon, 1865, Seite 156 (Google Books, abgerufen am 28. August 2016)
  9. Gustav Brauns: Handbuch der Schachspielkunst. 1865, Seite 120 (Google Books, abgerufen am 28. August 2016)
  10. Brutto, Netto - was bedeutet denn das?. In: sueddeutsche.de. 11. Mai 2010, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 28. August 2016).
  11. Martin Hasenbein, Bernt Wimmer, Heinz-Dieter Recktenwald: Erfolgsstrategien im Golfspiel. Meyer & Meyer, 2007, Seite 85f (Google Books, abgerufen am 28. August 2016)
  12. Wolfgang R. Dachroth: Handbuch der Baugeologie und Geotechnik. Springer, 2013, Seite 256 (Google Books, abgerufen am 28. August 2016)
  13. Arthur Gerke, Leo Herwegen, Otto Pütz, Karl Teiwes: Gewinnungsmaschinen. Springer, 2013, Seite 440 (Google Books, abgerufen am 29. August 2016)
  14. Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen. Band 17, 1869, Seite 262 (Google Books, abgerufen am 29. August 2016)
  15. Gerhard Girmscheid: Baubetrieb und Bauverfahren im Tunnelbau. John Wiley & Sons, 2012 (Google Books, abgerufen am 29. August 2016)
  16. Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens in technischer Beziehung. Band 12;Band 30, C.W. Kreidel's, 1875, Seite 72 (Google Books, abgerufen am 29. August 2016)