Spezies

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Spezies (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Spezies

die Spezies

Genitiv der Spezies

der Spezies

Dativ der Spezies

den Spezies

Akkusativ die Spezies

die Spezies

Nebenformen:

Species

Worttrennung:

Spe·zi·es, Plural: Spe·zi·es

Aussprache:

IPA: [ˈʃpeːt͡si̯ɛs], [ˈspeːt͡si̯ɛs], Plural: [ˈʃpeːt͡si̯eːs], [ˈspeːt͡si̯eːs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Spezies (Info)

Bedeutungen:

[1] allgemein: die besondere Art einer Gattung
[2] Biologie: in der biologischen Systematik die Bezeichnung für eine Tier- oder Pflanzenart
[3] Chemie: obligatorisch im Gleichgewicht miteinander auftretende Dissoziations- oder Redox-Stufen derselben Substanz
[4] veraltet, Mathematik: Grundrechenart
[5] Wirtschaft: eine genau definierte Sache, die nicht nur der Gattung nach bestimmt ist, die nicht auswechselbar ist und Gegenstand eines Spezieskaufs oder einer Speziesschuld sein kann; (Beispiel: Ein ganz konkreter und nicht irgendein beliebiger Zuchtbulle)
[6] Pharmazie: Teegemisch

Herkunft:

von lateinisch species → la; äußere Erscheinung; Vorstellung, Begriff; Art; Eigenheit, zu: specere → la = (hin-, an)sehen[1]

Synonyme:

[2] Art

Unterbegriffe:

[1] Vogelspezies
[2] Subspezies

Beispiele:

[1] Hier haben wir es mit einer ganz besonderen Spezies von Mensch zu tun.
[2] Die Spezies Homo sapiens ist eine sehr spezielle.
[2] „Während der langen Entstehungsgeschichte des Lebens haben sich Millionen unterschiedlicher Spezies entwickelt.“[2]
[3] „Der Begriff Spezies wird für einzelne chemische Verbindungen verwendet, um auf bestimmte Verbindungen in einer allgemeinen Gruppe aufmerksam zu machen. Die Bezeichnung wurde von der Biologie übernommen, wo sie zur Unterscheidung der Arten (Spezies) einer Gattung dient.“[3]
[3] „Häufig entstehen hierbei sehr toxische Spezies wie etwa das Methylquecksilber-Kation (CH3)Hg+, die einerseits unter physiologischen Bedingungen ausreichend beständig sind und andererseits wegen ihres gemischt hydrophilen/hydrophoben Charakters die Blut-Hirn-Schranke überwinden und dort schwefelhaltige Enzyme desaktivieren können (s. Kap. 17.5).“[4]
[3] „Bei echten kubisch-raumzentrierten Gittern befindet sich die gleiche Spezies (Atome, Ionen, Moleküle) sowohl an den Ecken als auch im Zentrum der Elementarzelle.“[5]
[3] „Der Gehalt der reaktiven Spezies Cl, Br, ClO, BrO in der Stratosphäre bestimmt (unter anderem) die Abbaugeschwindigkeit des Ozons.“[6]
[3] „Eine wesentliche Voraussetzung für diese und alle weiteren Versuche wiederum war es, zunächst die einzelnen Arsen-Spezies genau zu erfassen. Dafür haben die UFZ-Wissenschaftler geeignete Analysenmethoden für die verschiedensten im Grundwasser zu findenden Arsenverbindungen entwickelt. Denn ohne die genaue Erfassung der Einzelspezies konnten weder das Umweltverhalten noch die Abbauvorgänge erfasst werden. […] Aber auch bei der Trinkwasseraufbereitung spielen die Spezies der Elemente eine große Rolle. Vielen Reinigungsschritten liegen Sorptionsprozesse, also die Anreicherung eines Stoffes an einem Feststoff, zugrunde. Die Effektivität dieser Anreicherungsprozesse wird stark davon beeinflusst, welche Spezies des Elements vorliegt.“[7]
[3] „Die Geschwindigkeiten, mit der die verschiedenen Spezies gebildet oder verbraucht werden, werden durch Beobachtung zeitabhängiger Veränderungen im Absorptionsspektrum der Probe während des Reaktionsverlaufs bestimmt.“[8]
[3] „Bei Temperaturen von 200-500 °C findet die Pyrolyse statt. Volatile (flüchtige) Bestandteile des Vergasungsstoffs werden freigesetzt. Dies sind in erster Linie hochmolekulare Polymere wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin, aber auch anorganische Spezies, wie Chlorwasserstoff (HCl) und Schwefelwasserstoff (H2S).“[9]
[3] Säuren und Basen bilden Spezies, die als konjugiert bezeichnet werden, wenn sie der gleichen Gruppe zugehörig sind, wie zum Beispiel Schwefelsäure und Sulfate.
[4] Die 4-Spezies-Proportionalhebel-Rechenmaschine Mercedes (Zella-Mehlis) wurde 1905 von Christel Hamann vorgestellt.
[5] Es wäre sogar möglich, dass beim Verkauf an 1000 Weinamphoren als vorrätige Spezies gedacht ist.
[6] Die meisten dieser Arzneimittel sind als Spezies auch im Handverkaufe zu erhalten, so z. B. Eibischtee, Kamillentee, Lindenblütentee und Fliedertee.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[2, 3] Wikipedia-Artikel „Spezies
[3] Wikipedia-Artikel „Spezies (Chemie)
[1, 4, 6] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Spezies
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Spezies
[1, 2, 4–6] Duden online „Spezies
[1, 2] canoo.net „Spezies
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSpezies
[1] The Free Dictionary „Spezies
[1, 2] wissen.de – Wörterbuch „Spezies
[1, 2, 4, 6] Wahrig Fremdwörterlexikon „Spezies“ auf wissen.de
[*] Wahrig Synonymwörterbuch „Spezies“ auf wissen.de
[1, 2, 4–6] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 1271, Eintrag „Spezies“

Quellen:

  1. Duden online „Spezies
  2. Das große Arena Lexikon der Natur. 1. Auflage. Arena Verlag GmbH, Würzburg 2005, ISBN 3-401-05780-4, Seite 15
  3. W. Nissing, Reinhard Nießner, Karl Höll; Reinhard Nießner (Herausgeber): Wasser. Nutzung im Kreislauf. Hygiene, Analyse und Bewertung. 9. Auflage. de Gruyter, Berlin, New York 2010, ISBN 978-3-11-022677-5, Chemie des Wassers. 3.2. Spezies mit pH-Wert als Leitparameter, Seite 62, DNB 1007279060 (Google Books, abgerufen am 5. April 2015)
  4. Wolfgang Kaim, Brigitte Schwederski: Bioanorganische Chemie: Zur Funktion chemischer Elemente in Lebensprozessen. 4., durchgesehene Auflage. Teubner, 2005, ISBN 3-519-33505-0, Seite 55 (Google Books, abgerufen am 6. April 2015)
  5. James E. Huheey, Ellen A. Keiter, Richard L. Keiter: Anorganische Chemie. Prinzipien von Struktur und Reaktivität. 3. Auflage. de Gruyter, Berlin 2003 (Originaltitel: Inorganic Chemistry, übersetzt von Ralf Steudel), ISBN 3-11-017903-2, Seite 115 (Google Books, abgerufen am 6. April 2015)
  6. Gunther Mair: Ozonloch. Chemie. In: Globale Allmende. Abgerufen am 6. April 2015 (Deutsch).
  7. Andreas Staak: Arsen, Antimon & Co – von der modernen Speziesanalytik zur Problemlösung. In: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ - Forschen für die Umwelt. Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ (Leipzig), 15. August 2012, abgerufen am 6. April 2015.
  8. Peter D. Atkins, Julio de Paula: Physikalische Chemie. 5. Auflage. Hauptband, Wiley-VCH, 2013 (Originaltitel: Physical Chemistry, übersetzt von Michael Bär), ISBN 978-3-527-33247-2, Seite 834, DNB 102805114X (Google Books, abgerufen am 6. April 2015)
  9. Dirk Porbatzki; RWTH Aachen (Herausgeber): Freisetzung anorganischer Spezies bei der thermochemischen Umwandlung biogener Festbrennstoffe. Von der Fakultät für Maschinenwesen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Naturwissenschaften genehmigte Dissertation. Aachen 2008, Seite 5 (online: RWTH Publications, abgerufen am 6. April 2015)

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: speziell, spezifizieren, speziös