Puzzolan

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Puzzolan (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Puzzolan

die Puzzolane

Genitiv des Puzzolans

der Puzzolane

Dativ dem Puzzolan

den Puzzolanen

Akkusativ das Puzzolan

die Puzzolane

[1] Bruchstücke aus Puzzolan
[2] mit Hilfe von Puzzolan errichtete Kuppel des Pantheons in Rom

Worttrennung:

Puz·zo·lan, Plural: Puz·zo·la·ne

Aussprache:

IPA: [pʊt͡soˈlaːn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Puzzolan (Info)
Reime: -aːn

Bedeutungen:

[1] Geologie: in Italien vorkommender poröser vulkanischer Tuff
[2] Bauwesen: hydraulisches Bindemittel für Zement

Herkunft:

Lehnwort aus dem Italienischen vom früheren Substantiv puzzolana → it, einer Nebenform von pozzolana → it, benannt nach dem Fundort Pozzuoli am Vesuv[1]

Oberbegriffe:

[1] Tuff, Silikatgestein
[2] Baustoff

Unterbegriffe:

[1] Trass

Beispiele:

[1] Puzzolane sind glasige Silikatgesteine, die zu einem Viertel aus wasserlöslichem Siliziumdioxyd bestehen und außer Calcium-, Magnesium- und Aluminiumoxyd beträchtliche Mengen Eisenoxyd enthalten, dem sie ihre tief rotbraune Farbe verdanken.[2]
[1] Doch im Vergleich zu den Schwesterinseln ist Milos durchsetzt von Mineralien und Erzen, sie ist ein Rohstofflager aus Kaolin und Bentonit, Perlit und Baryt, Limonit, Manganerz und Puzzolan.[3]
[1] In etwa drei Kilometern Tiefe wird Kohlendioxid freigesetzt, dieses reagiert beim Aufsteigen mit Meerwasser, Kalk und anderen Mineralien im Boden, inklusive Puzzolan – der besonderen Vulkanasche in der Region.[4]
[2] Das Geheimnis ist eine Vulkanasche, die es auch bei Rom gibt, die aber nach einer Abbaustätte am Vesuv Puzzolan genannt wurde. Die wird gebranntem Kalk beigemischt, Wasser kommt dazu, Ergebnis ist ein Kalzium-Aluminium-Silikat-Hydrat, es härtet zu Strätlingit aus, einem Kalzium-Aluminium-Silikat.[5]
[2] Feingepulvert und mit Kalk und Wasser angerührt, erhärten die Puzzolane wie Zement.[2]
[2] Erst durch die Beimengung der Puzzolane erhielt das opus caementitium jene hydraulischen Eigenschaften, durch die dieses Gemisch nach der Zugabe von Wasser zu druckfestem Stein aushärtete – ähnlich wie unser heutiger Beton bzw. Zement.[6]
[2] Durch die Zugabe verschiedener Stoffe wie Hüttensand, Puzzolan, Flugasche oder Kalkstein werden Zemente mit speziellen chemischen und physikalischen Eigenschaften hergestellt.[7]
[2] Im Mittelalter und der frühen Neuzeit gab es keinen Beton, weil das Wissen über die Puzzolane verloren gegangen war.[8]

Wortbildungen:

Adjektiv: puzzolanisch
Substantiv: Puzzolanerde, Puzzolanzement

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Wikipedia-Artikel „Puzzolan
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Puzzolan
[*] canoonet „Puzzolan
[1, 2] Duden online „Puzzolan

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1338, Eintrag „Puzzolan“.
  2. 2,0 2,1 H. J. Zickert: Zement und Geigenklang. In: Zeit Online. 25. Juni 1965, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 22. April 2017).
  3. Richard Fraunberger: Milos: Wir sind steinreich. In: Zeit Online. Nummer 33/2011, 11. August 2011, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 22. April 2017).
  4. "Römischer Beton" am Fuße des Vesuv. ORF, 10. Juli 2015, abgerufen am 22. April 2017.
  5. Jürgen Langenbach: Materialforschung: Woraus wurde das ewige Rom erbaut? Aus Zement!. In: DiePresse.com. 23. Dezember 2014, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 22. April 2017).
  6. Wikipedia-Artikel „Opus caementitium“ (Stabilversion).
  7. Ulrike Biberschick: Alles über Zement. wohnnet.at, 17. April 2012, abgerufen am 22. April 2017.
  8. Holger Kreitling: Betonköpfe gab es bereits in der Antike. In: Welt Online. 30. August 2011, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 22. April 2017).