Jausem

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Jausem (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Jausem

Genitiv des Jausem

Dativ dem Jausem

Akkusativ den Jausem

Anmerkung zur Pluralform:

Althaus macht keine Angaben zum Flexionsmuster des Lemmas, sodass hier bewusst auf das Anführen einer Pluralform verzichtet werden musste.

Worttrennung:
Jau·sem, mangels Nachweis zur Zeit: kein Plural

Aussprache:
IPA: [ˈjaʊ̯sɛm]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:
[1] jüdisch familiär: minderjährige Person, die beide Eltern oder eines der Elternteile (durch Tod) verloren hat

Herkunft:
Das Wort ist gleichbedeutend jiddischem יתום → yi[1][2][3] entlehnt,[4][5] das im Westjiddischen jausem, jossom[4][5] sowie jossum[2] und im Ost- und Standardjiddischen yosem[3] gelesen wird. Dieses geht über gleichbedeutend mittelhebräisches יָתוֹם‎ (CHA: yāṯṓm) → he[6] auf das biblisch-hebräische יָתוֹם‎ (CHA: yāṯṓm) → he ‚Waise; vaterloses Kind[7] zurück.[6]

Synonyme:
[1] Waise, Waisenkind

Beispiele:
[1] „‚Ich bin ſeit drei Jahren ein Jauſem (Waiſe),‘ antwortete Täubchen und ihr großes ſchwarzes Auge ward feucht.“[8]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Hans Peter Althaus: Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft. Originalausgabe. 3., durchgesehene Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60677-9, Stichwort »Jausem«, Seite 95.
[1] Hans Peter Althaus: Deutsche Wörter jiddischer Herkunft. Ein Lexikon. 1. Auflage. C.H. Beck, München 2011 (Beck’sche Reihe ; 4074), ISBN 978-3-406-62317-2, Stichwort »Jausem« (E-Book; Google Books).

Quellen:

  1. Alexander Harkavy: Yiddish-English Dictionary. With a treatise on Yiddish reading, orthography, and dialectal variations. 6., verbesserte und ergänzte Auflage. Hebrew Publishing Company, New York 1910 (Digitalisat), Stichwort »יתום‎«, Seite 174.
  2. 2,0 2,1 Werner Weinberg: Die Reste des Jüdischdeutschen. 2., erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1973 (Studia Delitzschiana ; Band 12), ISBN 3-17-001393-9, DNB 740067966, Stichwort »jossum«, Seite 121.
  3. 3,0 3,1 Uriel Weinreich: מאָדערן ענגליש-ייִדיש ייִדיש-ענגליש װערטערבוך. Modern English-Yiddish Yiddish-English Dictionary. New paperback edition, Schocken Books, New York 1987, ISBN 978-0-8052-0575-6 (Lizenzausgabe des YIVO Institute for Jewish Research, New York 1968), Stichwort »orphan«, Seite 224 (englisch-jiddischer Teil) sowie Stichwort »יתום‎«, Seite 584 (jiddisch-englischer Teil).
  4. 4,0 4,1 Hans Peter Althaus: Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft. Originalausgabe. 3., durchgesehene Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60677-9, Stichwort »Jausem«, Seite 95.
  5. 5,0 5,1 Hans Peter Althaus: Deutsche Wörter jiddischer Herkunft. Ein Lexikon. 1. Auflage. C.H. Beck, München 2011 (Beck’sche Reihe ; 4074), ISBN 978-3-406-62317-2, Stichwort »Jausem« (E-Book; Google Books).
  6. 6,0 6,1 Jacob Levy; nebst Beiträgen von Prof. Dr. Heinrich Leberecht Fleischer: Neuhebräisches und Chaldäisches Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim. Zweiter Band. ח‎ – ל‎, F. A. Brockhaus, Leipzig 1879, Stichwort »יָתוֹם‎«, Seite 277–278 (Zitiert nach Digitalisat der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main).
  7. Wilhelm Gesenius: Gesenius, Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1962, DNB 451516478 (Unveränderter Neudruck der 1915 erschienenen 17. Auflage), Stichwort »יָתוֹם‎«, Seite 327 (Google Books).
  8. Moſenthal: Genrebilder aus dem jüdiſchen Familienleben. Ⅲ. Jephtha’s Tochter. In: F. W. Hackländer (Herausgeber): Über Land und Meer. Allgemeine Illuſtrirte Zeitung. Achtunddreißigſter Band. Neunzehnter Jahrgang, Zweiter Band, Nummer 27, Stuttgart 1877, Seite 531 (Zitiert nach Google Books).