Geheimsprache

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Geheimsprache (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Geheimsprache

die Geheimsprachen

Genitiv der Geheimsprache

der Geheimsprachen

Dativ der Geheimsprache

den Geheimsprachen

Akkusativ die Geheimsprache

die Geheimsprachen

Worttrennung:

Ge·heim·spra·che, Plural: Ge·heim·spra·chen

Aussprache:

IPA: [ɡəˈhaɪ̯mˌʃpʁaːxə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Geheimsprache (Info) Lautsprecherbild Geheimsprache (Österreich) (Info)

Bedeutungen:

[1] Linguistik: künstliche (verfremdete) Sprache, die der Kommunikation innerhalb einer Gruppe dient und andere ausschließen soll
[2] Linguistik: die ausgiebige Nutzung von Kurzwörtern oder Fachtermini wird oft ebenfalls schon als Geheimsprache empfunden

Herkunft:

Determinativkompositum aus geheim und Sprache

Oberbegriffe:

[1] Sondersprache, Sprache

Unterbegriffe:

[1] Erbsensprache, Gaunersprache, Kochum, Jenisch, Metzgersprache, Rotwelsch, Schweine-Latein, Viehhändlersprache
[1] Briefmarkensprache

Beispiele:

[1] Als Geheimsprachen bekannt sind Jenisch und Rotwelsch, Sprachformen, die dafür sorgen, dass Außenstehende die Betreffenden nicht verstehen.
[1] „Nun gibt es aber tatsächlich auf deutschem Boden eine zweite Sprache, die, genau wie das Jiddisch, grammatikalisch und im Wortschatz weitgehend deutsch ist und ebenfalls durchsetzt ist mit hebräischen und andern fremden Elementen, nämlich das Rotwelsch, die Geheimsprache der deutschen Gauner, Bettler und Vaganten seit dem Mittelalter bis auf den heutigen Tag.“[1]
[1] „Das zeigt ein Blick auf das Rotwelsch - die Geheimsprache der Fahrenden, Hausierer, Vaganten und Tippelbrüder.“[2]
[1] „Rotwelsch bedeutete schon im Mittelalter ›unverständliche Bettlersprache‹; und es blieb Sammelbegriff für die Geheimsprachen der am äußersten Rand der Gesellschaft existierenden Gruppen - später sagte man oft einfach Gaunersprache.“[3]
[1] „Zu den Geheimsprachen gehören etwa die Viehhändlersprache und die sogenannten Rotwelsch-Dialekte, um die es im Folgenden in der Hauptsache gehen soll.“[4]
[1] „Es erscheint ganz logisch, daß in die Geheimsprachen der Räuber und Vaganten hebräische, jiddische Begriffe und Begriffe der Zigeunersprache Eingang gefunden haben.“[5]
[1] Geheimsprachen sind auch unter Kindern beliebt; sie werden vor allem durch lautliche Abwandlungen der Muttersprache erzeugt.
[2] Viele verstehen den Berufsjargon von Medizinern ebenfalls als Geheimsprache, da ihre Kommunikation in lateinisch-griechischer Terminologie für Patienten weitgehend unverständlich ist.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Geheimsprache
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Geheimsprache
[1] canoonet „Geheimsprache
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalGeheimsprache
[1, 2] Helmut Glück (Hrsg.), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage, Stichwort: „Semem“. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2005. ISBN 978-3-476-02056-7.

Quellen:

  1. Salcia Landmann: Jiddisch. Abenteuer einer Sprache. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1964, S. 75.
  2. Christoph Gutknecht: Ich mach's dir mexikanisch. Lauter erotische Wortgeschichten. Beck, München 2004, Seite 42. ISBN 3-406-51099-X.
  3. Hermann Bausinger: Deutsch für Deutsche. Dialekte, Sprachbarrieren, Sondersprachen. Aktualisierte Neuausgabe. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 1984, Seite 122. ISBN 3-596-26491-X.
  4. Klaus Siewert: Hebraismen in deutschen Sondersprachen. In: Monika Grübel, Peter Honnen (Herausgeber): Jiddisch im Rheinland. Klartext, Essen 2013, ISBN 978-3-8375-0886-4, Seite 85-109, Zitat Seite 85.
  5. Stefan Fröhling, Andreas Reuß: Der Spessart - Räuber, Glas und Armut. In: Konturen. Magazin für Sprache, Literatur und Landschaft. Nummer Heft 3, 1993, Seite 25-32, Zitat Seite 30.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Gemeinsprache