sprachlos

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sprachlos (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
sprachlos
Alle weiteren Formen: Flexion:sprachlos

Worttrennung:

sprach·los, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [ˈʃpʁaːxloːs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild sprachlos (Info)

Bedeutungen:

[1] sprachlos sein: jemandem fehlen die Worte, einen Sachverhalt oder ein Ereignis zu kommentieren oder sich dazu zu stellen, meist aus Überraschung
[2] ohne gesprochene Worte; stumm

Herkunft:

Ableitung zum Stamm des Wortes Sprache mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -los

Synonyme:

[2] schweigsam, stumm, wortlos

Sinnverwandte Wörter:

[1] baff, entgeistert, erstaunt, fassungslos, perplex, überrascht

Gegenwörter:

[1] gelassen
[2] redselig

Beispiele:

[1] „Der Kommerzienrat blieb wirklich im ersten Augenblick sprachlos vor Schreck, denn der Gedanke, trotz aller erlittenen Unbill, war ihm noch zu neu, sich mitten in der Welt, wie er ging und stand und allein auf sich selber angewiesen zu wissen.“[1]
[1] „Auch die Inuit sind sprachlos, wenn sie zum ersten Mal einen Wal sehen.“[2]
[1] „Heidrun wiederum war sprachlos, dass sich die jungen Leute hier offensichtlich um gar nichts sorgten.“[3]
[2] Sprachlos leiten die Schutzpolizisten den Verkehr.
[2] Sprachlos nahm der Sklave seine Bestrafung hin.
[2] „Dann richtete er den Blick geduldig auf den sprachlosen Sprecher.“[4]

Sprichwörter:

[1] Da bist Du sprachlos!

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] sprachlos vor Erstaunen

Wortbildungen:

[1, 2] Sprachlosigkeit

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „sprachlos
[2] canoo.net „sprachlos
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonsprachlos

Quellen:

  1. Friedrich Gerstäcker: Herrn Mahlhubers Reiseabenteuer. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1987, Seite 96. ISBN 3-359-00135-4. Zuerst 1857 erschienen.
  2. Tilman Bünz: Wer das Weite sucht. Skandinavien für Fortgeschrittene. btb Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-74359-9, Seite 41.
  3. Luigi Brogna: Spätzle al dente. Neue Geschichten von meiner sizilianischen Familie. 7. Auflage. Ullstein, Berlin 2009, ISBN 978-3-548-26671-8, Seite 373.
  4. Erich Kästner: Der Zauberlehrling. Ein Fragment. In: Kästner für Erwachsene 3. Deutscher Bücherbund, Stuttgart/München ohne Jahr, Seite 203-297, Zitat Seite 290. Entstanden 1936.