komparativ

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komparativ (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
komparativ komparativer am komparativsten
Alle weiteren Formen: Flexion:komparativ

Worttrennung:

kom·pa·ra·tiv, Komparativ: kom·pa·ra·ti·ver, Superlativ: am kom·pa·ra·tivs·ten

Aussprache:

IPA: [kɔmpaʁaˈtiːf], [ˈkɔmpaʁatiːf]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild komparativ (Info)
Reime: -iːf

Bedeutungen:

[1] Linguistik, Grammatik: steigernd
[2] Linguistik, zwei oder mehrere Sprachen: vergleichend
[3] Philosophie: auf Vergleichung beruhend

Herkunft:

Entlehnung aus dem Lateinischen vom Adjektiv comparātīvus → la, einer Ableitung zum Verb comparāre → la[1]

Beispiele:

[1] Komparative Adjektive sind denselben Regeln der Verbindung unterworfen.[2]
[1] Es ist auch plausibel anzunehmen, daß solche Eigenschaftsveränderungen komparativ interpretiert werden, weil für Eigenschaftskomparation im Guarani nur Verbstämme zur Verfügung stehen.[3]
[2] "Komparativ" ist der diachrone, theoretisch nicht stringente Vergleich zweier (oder mehrerer) Sprachzustände zur Darstellung sprachlicher Veränderungen.[4]
[2] Allerdings ist die Aufgabe, auf komparativ-historischem Wege nicht nur die gemeinsamen Entwicklungstendenzen des Satzbaus der indoeuropäischen Sprachen in den ältesten Perioden ihres Bestehens, sondern auch deren einzelne Kategorien und Erscheinungsformen festzustellen, überaus schwierig.[5]
[3] Je mehr das taktische Kalkül die interessenfreie Analyse ersetzt, desto mehr schwindet – ökonomisch gesprochen – der komparative Vorteil der Ökonomie.[6]
[3] Flankiert wurde dieser europäische Schwerpunkt durch eine Reihe von Veranstaltungen, die neben eher traditionell gehaltenen Länderstudien auch einen stärker komparativ orientierten Schwerpunkt gewählt hatten.[7]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] eine komparative Form; komparative Anküpfungen, Konnektoren

Wortbildungen:

Substantive: Komparativ, (über fiktiven Eintrag ‚komparativistisch‘ →) Komparativistik

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „komparativ
[*] canoonet „komparativ
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „komparativ
[1–3] Duden online „komparativ

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 736, Eintrag „komparativ“.
  2. Johann Ernst Stutz: Johann Ernst Stutz kleinere deutsche Sprachlehre zum Schulgebrauche. Carl Christian Horvath, 1793, Seite 164 (zitiert nach Google Books).
  3. Dietmar Zaefferer: Deskriptive Grammatik und allgemeiner Sprachvergleich. Walter de Gruyter, 1998, ISBN 9783110944099, Seite 133 (zitiert nach Google Books).
  4. Marlis Hellinger: Kontrastive Grammatik Deutsch/Englisch. Walter de Gruyter, 1977, ISBN 9783111322094, Seite 3 (zitiert nach Google Books).
  5. Wladimir Admoni: Sprachtheorie und deutsche Grammatik: Aufsätze aus den Jahren 1949-1975. Walter de Gruyter, 2002 (übersetzt von Margarete G. Arssenjeva, Anna Pavlova), ISBN 9783110961058, Seite 219 (zitiert nach Google Books).
  6. Mark Schieritz: Hans-Werner Sinn: Der Euro-Fighter. In: Zeit Online. Nummer 30/2012, 19. Juli 2012, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. November 2016).
  7. Working Europe: visions and realities. In: Industrielle Beziehungen. Nummer Heft 4, Rainer Hampp Verlag, 2001 (Online, abgerufen am 24. November 2016).