falscher Freund

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falscher Freund (Deutsch)[Bearbeiten]

Wortverbindung, Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der falsche Freund die falschen Freunde
Genitiv
der falschen Freunde
Dativ
den falschen Freunden
Akkusativ
die falschen Freunde

Worttrennung:

fal·scher Freund, Plural: fal·sche Freun·de

Aussprache:

IPA: [], Plural: [ˈfalʃə ˈfʀɔɪ̯ndə]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] Linguistik, oft im Plural: ein Wort in einem Wortpaar, das aus in zwei Sprachen in gleicher oder ähnlicher Form vorkommenden Wörtern besteht, die aber nicht dasselbe, sondern Verschiedenes bedeuten

Herkunft:

lehnübersetzt von französisch faux ami → fr (Ein Wort, das man meint zu kennen, ist vergleichbar mit einem falschen Freund, in dem man sich getäuscht hat.)

Beispiele:

[1] Deutsch „Gymnasium“ und englisch „gymnasium“ sind falsche Freunde: Das deutsche Wort "Gymnasium“ hat eine gleich geschriebene Entsprechung im Englischen: „gymnasium“, das aber nicht eine Schulform meint, sondern „Turnhalle“ bedeutet.
[1] Deutsch „Physiker“ und englisch „physician“ sind ebenfalls falsche Freunde: Das englische Wort „physician“ bedeutet im Deutschen „Arzt“ (nicht: „Physiker“).
[1] „Was sind nun eigentlich - sprachwissenschaftlich betrachtet - falsche Freunde oder ‚false friends‘? Es sind Wörter, bei denen in zwei oder mehreren Sprachen Schreibweise ‚und‘ Klang bzw. Schreibweise ‚oder‘ Klang eine identische oder zumindest sehr ähnliche Form aufweisen, so daß man leicht zu falschen Schlüssen hinsichtlich einer vermuteten Bedeutungsgleichheit gelangt.“[1]
[1] „Scheinentlehnungen und falsche Freunde gehören zu den Phänomenen, die für die negative Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber Anglizismen verantwortlich sind.“[2]
[1] „Für Fremdsprachenlerner stellen vor allem Äquivalenzen auf der Bedeutungsseite eine Schwierigkeit dar, können doch falsche Freunde wie »reden wie ein Buch«, das im Spanischen nicht ›viel‹, sondern ›klug reden‹ bedeutet, unerkannt bleiben.“[3]
[1] „Insofern ist das Wort für uns und für die Franzosen, die Deutsch lernen, ein sogenannter »falscher Freund«.“[4]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „falscher Freund
[1] Helmut Glück (Hrsg.), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage, Stichwort: „Falsche Freunde“. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005. ISBN 978-3-476-02056-7.
[1] Verzeichnis Falscher Freunde

Quellen:

  1. Christoph Gutknecht: Lauter böhmische Dörfer. Wie die Wörter zu ihrer Bedeutung kamen. Beck, München 1995, Seite 138. ISBN 3-406-39206-7. Kursiv gedruckt: falsche Freunde, false friends, und, oder.
  2. Manuela Moroni: „Ein Überblick, der über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinausgeht“. In: Sprachreport. Nummer Heft 2, 2010, Seite 23-26, Zitat Seite 25.
  3. Dorothea Spaniel: Bericht zum Vortrag von Antonia Suárez. In: Sprachdienst. Nummer Heft 6, 2011, Seite 194-195, Zitat Seite 194.
  4. Hans-Martin Gauger: Das Feuchte und das Schmutzige. Kleine Linguistik der vulgären Sprache. C. H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-62989-1, Seite 88. Rechtschreibfehler korrigiert.