de facto

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de facto (Deutsch)[Bearbeiten]

Wortverbindung[Bearbeiten]

Worttrennung:

de fac·to

Aussprache:

IPA: [deː ˈfakto]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] nach Tatsachen, in der Praxis, tatsächlich

Herkunft:

Anfang des 16. Jahrhunderts aus der lateinischen Juristensprache übernommen;[1][2] sie besteht aus lateinisch de → la (Präposition „von“) und dem Ablativ Singular facto → la von factum → la „Tatsache“.

Gegenwörter:

[1] de jure

Beispiele:

[1] Der Sieger der Wahl stand de facto schon vor der Wahl fest.
[1] Während „de jure“ den (rechtlichen) Soll-Zustand ausdrückt, bezeichnet de facto den Ist-Zustand.
[1] „Neben Südossetien ist auch Abchasien nun formal unabhängig, de facto aber unter russischer Kontrolle.“[3]
[1] „De facto kam das einem Berufsverbot gleich, denn die Karawansereien waren nun mal ihr traditioneller Arbeitsplatz.“[4]
[1] „Zwar hatte die ferne Krone die Versklavung der Einheimischen grundsätzlich verboten; de facto wurde dieses Verbot durch Ausnahmeregelungen ausgehöhlt.“[5]
[1] „Hier in Amerika hatte er de facto schon seit Jahrzehnten existiert.“[6]

Wortbildungen:

[1] De-facto-Anerkennung; De-facto-Regime

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „de facto
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „de facto
([*]) canoo.net „de-facto
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonfacto de facto
[1] The Free Dictionary „de facto
[1] Duden online „de facto
[1] wissen.de – Wörterbuch „de facto
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „de facto“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „de facto
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „de facto

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. neu bearbeitete 5. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort Faktum, Fakt.
  2. Wolfgang Pfeifer [Leitung]: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-03358-4, Stichwort „Faktum“.
  3. Walter Mayr: Mischas Traum. In: DER SPIEGEL. Nummer Heft 39, 2012, Seite 113-115, Zitat Seite 115.
  4. Helge Timmerberg: Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich. Piper, München 2015, ISBN 978-3-492-40582-9, Zitat Seite 21.
  5. Annette Bruhns: Ein Reich aus Zucker und Gold. In: SPIEGEL GESCHICHTE. Nummer Heft 1, 2016, Seite 20-29, Zitat Seite 24f.
  6. Stephan Wackwitz: Osterweiterung. Zwölf Reisen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main 2010, ISBN 978-3-596-17459-1, Seite 34.