Schiffsvotiv

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Schiffsvotiv (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Schiffsvotiv

die Schiffsvotive

Genitiv des Schiffsvotivs

der Schiffsvotive

Dativ dem Schiffsvotiv

den Schiffsvotiven

Akkusativ das Schiffsvotiv

die Schiffsvotive

[1] Schiffsvotiv oder auch Votivschiff von 1617 in der Petrikirche (Landkirchen), Insel Fehmarn

Worttrennung:

Schiffs·vo·tiv, Plural: Schiffs·vo·ti·ve

Aussprache:

IPA: [ˈʃɪfsvoˌtiːf]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] fachsprachlich, Volkskunde: Votivgabe durch einen Votanten, der zur See fährt

Herkunft:

Determinativkompositum, zusammengesetzt aus den Substantiven Schiff und Votiv, mit dem Fugenelement -s

Sinnverwandte Wörter:

[1] Votivschiff

Oberbegriffe:

[1] Glaube, Religion

Beispiele:

[1] Ein Schiffsvotiv ist gleichbedeutend mit dem Begriff Votivschiff und bezieht sich auf den Dank oder die Bitte eines Seefahrers.
[1] „Das Patronat eines Heiligen wirkt sich höchstens insofern aus, als die darauf bezüglichen Votive häufiger vertreten sind als andere, […]. So fand ich in Sorrent […] vorwiegend Schiffsvotive und in Neapel […] vorwiegend Tiere.“[1]
[1] „Der vorliegende […] Band […] bringt eine genaue Übersicht aller ‚Schiffsmodelle‘ im kultischen Bereich. Es handelt sich dabei selbstverständlich vor allem um alte Schiffsvotive […]“[2]
[1] „Tier- und Naturalopfer haben sich bei Ev. in Mittelfranken bis ins 19. Jh. […] erhalten, […] und bis ins 19. Jh. von ev. Schiffern gestiftete Schiffsvotive in norddeutschen und skandinavischen Kirchen.“[3]
[1] „In einigen Kirchen fanden sich […] Votivbilder, in anderen Schiffsvotive aus älterer und neuerer Zeit.“[4]
[1] „Das Heraion von Samos ist mit bis zu acht zu erschließenden originalen Schiffen, 22 erhaltenen ›Modellen‹, einer Schiffsteil-Nachbildung im Statuenverbund und einem Graffito eines der am besten mit Schiffsvotiven ausgestatteten griechischen Heiligtümer, […]“[5]
[1] „Der Hinweis auf die Schiffsvotive, gewidmete Kindersärge […], geweihte Kleidungsstücke […] ließs wieder völkerpsychologische und religionsgeschichtliche Zusammenhänge ahnen.“[6]


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1]

Quellen:

  1. Rudolf Kriß: Votive und Weihegaben des italienischen Volkes. In: Fritz Boehm (Herausgeber): Zeitschrift für Volkskunde. N.F. II, Walter de Gruyter & Co., Berlin, Leipzig 1931, Seite 255f. (online, abgerufen am 31. Dezember 2018)
  2. Leopold Schmidt: Hans Szymanski, Schiffsmodelle in niedersächsischen Kirchen (Buchbesprechung). In: Verein für Volkskunde (Herausgeber): Österreichische Zeitschrift für Volkskunde. Neue Serie Band XX, Selbstverlag des Vereins für Volkskunde, Wien 1966, Seite 223 (online, abgerufen am 31. Dezember 2018)
  3. Müller-Bergström: Konfession. In: E. Hoffmann-Krayer (Herausgeber): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 5. Knoblauch - Matthias, Weltbild, Augsburg 2005 (photomechanischer Nachdruck der Ausgabe 1933), ISBN 978-3-8289-0808-6, Spalte 176, DNB 973438037 (online, abgerufen am 31. Dezember 2018)
  4. Georg Eckert: Zum Votivwesen in Nordwest-Sardinien. In: Zeitschrift für Ethnologie. Band 86, Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1957, ISSN 00442666, Seite 161 (Zitat auf JSTOR, abgerufen am 20. Januar 2019)
  5. Heike Frielinghaus: Schiffe im Votivkontext. In: Veröffentlichungen des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident. Nummer 5. Schiffe und ihr Kontext., Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Mainz 2017, ISBN 978-3-88467-277-8, Seite 30 (online, abgerufen am 20. Januar 2019)
  6. P. Göhler: IV. Sektion für prähistorische Forschungen. / Zweite Sitzung am 22. April 1909.. In: Naturwissenschaftliche Gesellschaft Isis, Dresden (Herausgeber): Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft ISIS in Dresden 1909. H. Burdach, Dresden 1909, Pfarrer P. Göhler hält einen Vortrag über Votive und Weihegaben des katholischen Volkes als urgeschichtliche Zeugnisse und Reste., Seite 8 (online: Zobodat, abgerufen am 11. Januar 2019)