Süßholz raspeln

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Süßholz raspeln (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Alternative Schreibweisen:

Schweiz und Liechtenstein: Süssholz raspeln

Worttrennung:

Süß·holz ras·peln

Aussprache:

IPA: [ˈzyːsˌhɔlt͡s ˈʁaspl̩n]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Süßholz raspeln (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: jemandem genau das erzählen, was er hören möchte, dies kombiniert mit anerkennenden, lobenden Worten; meist mit der Absicht, etwas als Gegenleistung für die Schmeichelei zu erhalten

Herkunft:

Seit dem 19. Jahrhundert[1] und in verwandten Formulierungen wie Süßholz in den Mund nehmen seit Beginn der Neuzeit.[2]

Sinnverwandte Wörter:

[1] belabern, jemandem Honig um den Bart schmieren, schmeicheln, schöntun, umgarnen, zutexten

Beispiele:

[1] „Ach, unsere Dichter: wie ihnen die schönen Worte schmelzend von den Lippen fallen, wie fein sie das Süßholz zu raspeln verstehen, wie sich ihre Stimmen in betörenden Melodien heben und senken, wie sie die Augen bescheiden zur Erde wenden und ihre Hände in zarter Gebärde schalengleich aneinanderlegen!“[3]
[1] „Bei manchen könne man die Karten aufdecken, bei manchen müsse man Süßholz raspeln, vielleicht sogar so tun, als sei man selber in sie verliebt.“[4]
[1] „Lena lachte über das wohlfeile Kompliment, während Bornstein, der den beiden auf Schritt und Tritt gefolgt war, dem Leutnant einen finstern Blick zuwarf, der ungefähr zu bedeuten schien: »Was fällt dem dummen Jungen ein, hier schon wieder Süssholz zu raspeln?«“[5]

Wortbildungen:

Süßholzraspler

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2008, ISBN 978-3-411-04113-8, Seite 753, Eintrag „Süßholz raspeln“
[1] Wikipedia-Artikel „Liste_deutscher_Redewendungen#S
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Süßholz

Quellen:

  1. Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Duden. Band 7, Bibliographisches Institut Mannheim 1963, ISBN 3-411-00907-1, S. 696.
  2. Georg Schwedt: Wenn das Gelbe vom Ei blau macht: Spruche mit versteckter Chemie. Wiley, 2012, ISBN 9783527641277, S. 161
  3. Hoheitsvolles Schnorrertum. In: Zeit Online. Nummer 36/1994, 2. September 1994, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 16. Mai 2012).
  4. Isaac Bashevis Singer: Max, der Schlawiner. Roman. Axel Springer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-942656-32-0, Seite 87f. Englisches Original 1991.
  5. Dora Duncker: Großstadt. Berlin 1900, S. 5-206 (Online-Kopie)