Redundanz

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Redundanz (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Redundanz

die Redundanzen

Genitiv der Redundanz

der Redundanzen

Dativ der Redundanz

den Redundanzen

Akkusativ die Redundanz

die Redundanzen

[4] Leuchtende Warnleuchten zusätzlich zum Absperrbalken erhöhen die Sicherheit an einer Absperrung bei Nacht, mehrere Leuchten schützen vor dem Ausfall nur einer einzigen.
[1] Ein zweites zusätzliches Beispiel im Bild ist eigentlich redundant: [4] Nach Verlust einer Fahrradspeiche kann nach kurzem Nachziehen der anderen Speichen allerdings meist vorläufig weitergefahren werden.

Worttrennung:

Re·d·un·danz, Plural: Re·d·un·dan·zen

Aussprache:

IPA: [ʁedʊnˈdant͡s]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Redundanz (Info) Lautsprecherbild Redundanz (Österreich) (Info)
Reime: -ant͡s

Bedeutungen:

[1] allgemein: mehrfache, somit überreichliche und dabei oft überflüssige Information
[2] Informationstheorie: mittlerer Anteil des Datenvolumens einer Informationsquelle, das in knappster Codierung bei gleichwohl Erhaltung des Informationsgehaltes verzichtbar wäre.
[3] Linguistik: wiederholtes Vorkommen gleicher Information
[4] Technik: Vorhandensein mehrerer gleichwertiger Ressourcen

Herkunft:

von dem lateinischen Substantiv redundantia → laÜberfluss, Überfülle[1][2], das seinerseits auf das lateinische Verb redundare → la (zusammengesetzt aus dem Präfix re- → la beziehungsweise vor Vokalen red- → lawieder, wiederholt“ und dem Substantiv unda → la „die Welle, die Woge“) in der Bedeutung „im Überfluss vorhanden sein“ zurückgeht[Quellen fehlen]

Beispiele:

[1] Seine Rede war voller Redundanzen und daher ermüdend.
[2] Redundanz in der Sprache ist wichtig und dient der Sicherung der Informationsübertragung.
[3] „Eine der Voraussetzungen der Effizienz der mündlichen Kommunikation ist ihre Redundanz, wobei das Maß der notwendigen Redundanz partiell durch den Kanal und die flüchtige Natur der Äußerung bestimmt ist.“[3]
[3] „Das erstellte Protokoll dient als Ausgangspunkt für die Berechnung der Entropie und der Redundanz pro Buchstabe einer Sprache, die sich aus der Anzahl von Rateversuchen ergibt.“[4]
[3] „Jede natürliche Sprache enthält aber ohnehin einen hohen Prozentsatz an Redundanz, den wir ganz unwillkürlich einsetzen, oft einsetzen müssen.“[5]
[3] „Abweichungen beeinflussen wegen der Redundanz sprachlicher Äußerungen nur in Extremfällen die Kommunikation, ansonsten führen sie zu nicht normgerechten Symptomwerten.“[6]
[4] Durch den Anschluss an mehrere Elektrizitätswerke wird Redundanz geschaffen, um besser gegen den Ausfall eines Energieversorgers gewappnet zu sein

Charakteristische Wortkombinationen:

[2] kontrollierte Redundanz (beispielsweise in relationalen Datenbanksystemen)

Wortbildungen:

[1] redundanzfrei
[1, 3] redundant
[1–3] Redundanzdiskussion
[2, 3] Redundanzregel

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1–4] Wikipedia-Artikel „Redundanz
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Redundanz
[1] canoonet „Redundanz
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalRedundanz
[3] Helmut Glück (Hrsg.), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage, Stichwort: „Redundanz“. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005. ISBN 978-3-476-02056-7.
[3] Theodor Lewandowski: Linguistisches Wörterbuch. 4., neu bearbeitete Auflage Quelle & Meyer, Heidelberg 1985, Stichwort: „Redundanz“. ISBN 3-494-02050-7.

Quellen:

  1. Gottwein „redundantia
  2. Duden online „Redundanz
  3. Florian Coulmas: Über Schrift. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1982, Seite 39. ISBN 3-518-07978-6.
  4. Emmerich Kelih: Geschichte der Anwendung quantitativer Verfahren in der russischen Sprach- und Literaturwissenschaft. Kovač, Hamburg 2008, Seite 223. ISBN 978-3-8300-3575-6.
  5. Otmar Werner: Einführung in die strukturelle Beschreibung des Deutschen. Teil I. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Niemeyer, Tübingen 1973, ISBN 3-484-25019-4, Seite 34.
  6. Oskar Reichmann: Germanistische Lexikologie, Zweite, vollständig umgearbeitete Auflage von »Deutsche Wortforschung«. Metzler, Stuttgart 1976, ISBN 3-476-12082-1, Seite 16f.