Kruke

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Kruke (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Kruke

die Kruken

Genitiv der Kruke

der Kruken

Dativ der Kruke

den Kruken

Akkusativ die Kruke

die Kruken

Worttrennung:

Kru·ke, Plural: Kru·ken

Aussprache:

IPA: [ˈkʁuːkə]
Hörbeispiele:
Reime: -uːkə

Bedeutungen:

Kruken verschiedener Größe
[1] Gefäß zur Aufbewahrung von halbfesten Zubereitungen wie Salben, Pasten und Cremes, aber auch für feste Stoffe
[2] Gefäß zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten
[3] spöttische Bezeichnung für eine Person

Herkunft:

seit dem 17. Jahrhundert bezeugt; aus dem Niederdeutschen übernommen; mittelniederdeutsch: krūke, altsächsisch: krūka, altenglisch: cruce; aus westgermanisch: *krūg-; weitere Herkunft dunkel, vermutlich mit Krug (Gefäß) verwandt[1][2]

Synonyme:

[1] Topf, Schale
[2] Flasche, Gefäß

Oberbegriffe:

[1, 2] Gefäß, Behälter

Beispiele:

[1] Sie hatte nämlich einige Tage zuvor Mäusebutter in den Zeitungen zum Verkauf ausgeboten gelesen und sogleich die Neugier empfunden, ob dies wohl auch wie Arsenik auf Menschen wirke, und sich deshalb durch ihre Beta eine Kruke davon holen lassen. (Willibald Alexis / Julius Eduard Hitzig, Kriminalfälle des neuen Pitaval, Gesche Margaretha Gottfried, z.n. Projekt Gutenberg)
[1] Als der Sohn nach seiner Abreise unter Tränen und den frommen Segenswünschen der Eltern und Geschwister in Cuxhaven durch widrige Winde zurückgehalten wird, sendet ihm der Vater noch schnell »ein kleines Gebetbuch, item ein Buch, die lustige Gesellschaft genannt, und Gottfried Schulzes Chronika, dann auch eine Schachtel mit Cremor tartari und eine blaue Kruke mit Tamarinden und eingemachten Zitronenschalen für das Übelwerden. (Gustav Freytag, Bilder aus der deutschen Vergangenheit, z.n. Projekt Gutenberg)
[2] Bitte, nehmt das mit an den Grafen, und wenn Ihr bei Pohl vorbeikommt, so bringt mir eine Kruke Himbeersaft mit herauf. (Theodor Fontane, Quitt, 8. Kapitel, z.n. Projekt Gutenberg)
[2] Die Comptoiristen begaben sich in das Familienzimmer zwischen dem Comptoir und der Küche; dort nahm man eine gebrannte Mehlsuppe, Butter, Brot und holländischen Käse als Abendmahl ein, auch schenkte die Hausfrau, aber nur auf Verlangen, Dünnbier aus einer dickbäuchigen Kruke. (Heinrich Albert Oppermann, Hundert Jahre 1770–1870, z.n. Projekt Gutenberg)
[2] Liebe, beste Frau«, entgegnete ihr Draper, während er von der ihm gereichten Kruke den aus dem holzigen inneren Teil eines Maiskolbens bestehenden Stöpsel abzog und dann etwas von dem goldklaren Inhalt in den großen, vor ihm auf dem Tisch stehenden Blechbecher ausgoß, »das Wasser ist eben ein Himmelsgetränk, wie du ganz richtig bemerkst; für uns arme Sterbliche aber müssen wir etwas Feurigeres, Herz und Seele mehr Zusammenhaltendes haben, und da hat denn der liebe Gott den Whisky erschaffen. (Friedrich Gerstäcker, Schwarz und Weiß, z.n. Projekt Gutenberg)
[3] »Jetzt sag' nur noch –« und er steigerte sich zum Schmettern – »sag' nur noch putzige Kruke zu mir oder alter Schäker. (Willy Seidel, Die magische Laterne des Herrn Zinkeisen, z.n. Projekt Gutenberg)
[3] „Aber er fand, dieser alte Droschkenkutscher war eine ziemlich komische Kruke.“[3]
[3] „Franz meinte, es sei eine putzige Kruke, und verstand zuerst nicht.“[4]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 3] Wikipedia-Artikel „Kruke
[*, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Kruke
[*] canoonet „Kruke
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalKruke
[*] The Free Dictionary „Kruke
[*, 3] Duden online „Kruke

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 542, Eintrag „Krug“.
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 738.
  3. Hans Fallada: Der eiserne Gustav. Roman. Aufbau, Berlin 2012, ISBN 978-3-7466-2860-8, Seite 694. Erstveröffentlichung 1938, revidiertes Manuskript 1962.
  4. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1965, ISBN 3-423-00295-6, Seite 158. Erstveröffentlichung 1929.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Krug