Inklusionist

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Inklusionist (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Inklusionist

die Inklusionisten

Genitiv des Inklusionisten

der Inklusionisten

Dativ dem Inklusionisten

den Inklusionisten

Akkusativ den Inklusionisten

die Inklusionisten

Worttrennung:

In·klu·si·o·nist, Plural: In·klu·si·o·nis·ten

Aussprache:

IPA: [ɪnkluzi̯oˈnɪst]
Hörbeispiele:
Reime: -ɪst

Bedeutungen:

[1] Netzjargon, Wikipedistik: ein Wikipedia-Autor (oder auch ein Autor anderer Wikimedia-Projekte), der für eine weniger strikte Handhabung der Relevanzkriterien von Artikeln der Wikimedia-Projekte eintritt
[2] Person, die (in einem Sachzusammenhang, gerne philosophisch/didaktisch/religiös) Inklusion/Einbeziehung einer Ausgrenzung vorzieht

Herkunft:

Ableitung von Inklusion mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ist

Synonyme:

[1] Inkludist

Gegenwörter:

[1, 2] Exklusionist
[1] Deletionist

Beispiele:

[1] „Zwei Autorengruppen stehen sich dabei gegenüber. Zum einen die sogenannten Inklusionisten, für die „kein Thema irrelevant ist, das sich durch reputable Quellen belegen läßt“ und für die Wikipedia idealerweise „zu jedem Begriff und Namen, dem ein Mensch begegnen kann, [Auskunft geben soll].“ Zum anderen die Exklusionisten und Deletionisten, die Wikipedia zum geschliffenen Diamanten machen [wollen].“[1]
[2] „So wie die Exklusionisten sich implizit oder explizit auf Locke berufen, greifen die Inklusionisten in hohem Maße auf kantisches Gedankengut zurück.“[2]
[2] „Ein überzeugter Inklusionist müsste nämlich vielmehr Vielfalt begrüßen, den Anderen schätzen und begeistert als Teil seiner Selbst in die Arme schließen, also auch den Kritiker der Inklusion.“[3]
[2] „Bei den Exklusionisten ist der Personbegriff in erster Linie ein moralischer Begriff mit theoretischen Implikationen, bei den Inklusionisten ein anthropologischontologischer mit praktisch - moralischer Ausrichtung.“[4]
[2] „Theda Rehbock bezeichnet die Inklusionisten als Repräsentanten einer metaphysisch-konservativen Position, die ‚typischerweise ein deontologisches Ethikverständnis vertreten‘.“[5]
[2] „Diese Betrachtungsweise habe jedoch zur Folge, dass der Inklusionist sich den Zugang zu jeglicher Konzeptualisierung von nicht sozial induzierten Phänomenen und zum Verhältnis zwischen rohen und institutionellen Tatsachen verschließe.“[6]

Wortbildungen:

inklusionistisch

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikimedia Deutschland e.V. (Herausgeber): Alles über Wikipedia – und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt, 1. Auflage 2011 (Hoffmann und Campe), ISBN 978-3-455-50236-7, Seite 329, Glossar „Wikipedia-Jargon für Anfänger“, Eintrag „Inklusionist, Inkludist“

Quellen:

  1. Wikimedia Deutschland e.V. (Herausgeber): Alles über Wikipedia – und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt, 1. Auflage 2011 (Hoffmann und Campe), ISBN 978-3-455-50236-7, Seite 165 f., Tobias Lutzi: Exklusionisten gegen Inklusionisten – ein enzyklopädischer Bruderkrieg
  2. Mensch und Person: der Begriff der Person in der Bioethik und die Frage nach dem Lebensrecht aller Menschen, Roland Kipke, 2001. Abgerufen am 23. September 2020.
  3. Bernd Ahrbeck; Rolf Göppel, Bernhard Rauh (Herausgeber): Inklusion. Eine Kritik. Kohlhammer, 2016 (Zitiert nach Google Books, abgerufen am 1. Dezember 2016)
  4. Mensch und Person: der Begriff der Person in der Bioethik und die Frage nach dem Lebensrecht aller Menschen, Roland Kipke, 2001. Abgerufen am 23. September 2020.
  5. Das "Heiligtum" der Person: Die Bedeutung des Gewissens bei Robert Spaemann, Kristina Klitzke. Abgerufen am 23. September 2020.
  6. Angelika Chevalier: Inklusion in Kindertageseinrichtungen. Wie entwickeln und erweitern pädagogische Fachkräfte inklusive Kompetenzen für die Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern mit Beeinträchtigungen?. Diplomica, 2015, Seite 17 (Zitiert nach Google Books, abgerufen am 1. Dezember 2016)