Diskussion:postfaktisch

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Herkunft: Angela Merkel im September 2016[Bearbeiten]

Leider fehlt Angela Merkel als Schöpferin des Begriffes. Laut http://www.cicero.de/salon/politik-und-wahrheit-willkommen-in-der-postfaktischen-welt hat die Kanzlerin den Begriff am 5. (?) September 2016 "auf dem Rückflug vom G-20-Gipfel in China von Journalisten aufgeschnappt". Am 19. September 2016 benutzte sie die Wendung "wir lebten in postfaktischen Zeiten" laut http://www.rp-online.de/politik/deutschland/angela-merkel-und-das-postfaktische-zeitalter-die-kanzlerin-und-die-macht-des-wortes-aid-1.6283541 vor der Bundespressekonferenz, um die eigene Hinwendung zu Gefühlen und die schlechten Wahlergebnisse der CDU in Meckpomm zu legitimieren. Vorsicht: Ebenso wie "Lügenpresse" wird dieser Begriff pejorativ benutzt - eine "postfaktische Lügenpresse" ist also ein Pleonasmus. Dabei ist zu beachten, dass die Wahrheit selbstverständlich zentrales Element aller politischen Diskurse ist. Siehe z.B. Lenins https://en.wiktionary.org/wiki/prawda . --91.60.1.212 10:56, 17. Nov. 2016 (MEZ)

Das Wort existierte schon vor Merkels Aussage. Schöne Grüße --Yoursmile (Diskussion) 13:41, 17. Nov. 2016 (MEZ)

Der Begriff ist eine absolute Fehldeutung, ein totales Unwort![Bearbeiten]

Wie könnte "postfaktisch" bedeuten, lediglich nach Gefühlen und nicht nach Tatsachen zu werten?

Da hat doch jemand eine völlige "Freudsche Fehlleistung" vollbracht. Wer sich von Gefühlen statt von Tatsachen leiten läßt, ist irrational und das wäre, falls es um die jeweils eigene Meinung geht, allenfalls "egofaktisch" oder wenn etwas völlig der Wahrheit widerspricht sogar "antifaktisch", ansonsten wären deutsche Begriffe wie "falsche Tatsachen", "persönliche Meinung", "subjektive Ansicht", "Mißverständnis" usw. passender, wenn wirklich emotionales Werten gemeint ist.

Wenn jemand Fakten nicht wahrhaben will, also verleugnet, handelt es sich um so genannte "Verschwörungstheoretiker" oder "Faktenleugner" und mit "post" (also "nachträglich") hat das alles absolut nichts zu tun.

--89.204.153.220 05:48, 13. Dez. 2016 (MEZ)

Postfaktisch: Der Begriff ist fehlgesetzt[Bearbeiten]

Desweiteren ist hervorzuheben, dass "post-" ein "nach etwas" im Kontext des zeitlichen Ablaufs impliziert. Hier hat Harald Lesch diesen Begriff im Dialog mit Precht sinngemäß einzusetzen gewusst, als dass in gewissen wissenschaftlichen Prozessen das Ergebnis vor dem empirischen Weg vorliegt, sozusagen "postfaktisch" formuliert wird um dann die Fakten zu entdecken, die das Ergebnis ermöglichen.

A-faktisch ist der richtige Begriff, abseits von Tatsachen zu formulieren, und dieses als Faktum (vornehmlich nach außen) zu repräsentieren. Anti-faktisch bedingt Handlung, gewissermaßen gezielt Tatsachen ein Gegenüber zu setzen. Hier ist die Tatsache selbst zwingend erforderlich, denn "anti" erfodert ein Objekt auf das es abzielt. Dies ist, um den Bogen wieder zu dem ursprünglich behandelten Begriff zu spannen, im populistischen Usus allenfalls bei gezielter Propaganda (zumeist bei den üblichen politischen Institutionen) zu finden, der "Masse" jedoch abkömmlich. Für tiefergehende Gedanken zu diesem Themenkomplex sei Hannah Ahrends Essay "Wahrheit und Politik" ans Herz gelegt. (vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 78.34.164.254DiskussionBeiträge ° --23:53, 30. Dez. 2016 (CET))

Der Begriff "postfaktisch" ist geradezu irr[Bearbeiten]

  1. Das Wort "postfaktisch" lässt sich nicht aus dem Lateinischen herleiten
  2. Das Wort ergibt auch als Neologismus keinen Sinn
  3. Kann es infolge dessen auch kein "Lehnwort" oder ein zusammengesetztes Wort sein.
  4. Wundert es mich, wieso mich der Administrator auf Wikipedia gesperrt hat. Ich habe lediglich angemerkt, dass das Wort im Duden nicht existiert. Der Administrator teilte mir daraufhin mit, dass der Duden diesbezüglich kein Monopol aufweise. Ich habe dann geschrieben, dass der Duden sehr wohl ein amtlich anerkanntes Monopol in Sachen deutscher Sprache habe. Daraufhin hat mich der Administrator darauf hingewiesen, dass ich den Duden zitieren soll. Habe ich auch gemacht. Das wurde aber unterbunden. Nach mehreren Versuchen wurde ich wegen angeblich unkonstruktiver Beiträge total gesperrt. Ich mache das jetzt in der internationalen Wikipedia-community bekannt. Das gibt ein schönes Gelächter!
  5. Regt sich der Verdacht, dass Wikipedia-Administratoren parteilich und politnah sind. Wenn ein Politiker ein Wort prägt, das keinen Sinn ergibt, liegt es doch nahe, all denjenigen den Mund zu erbieten, die darauf hinweisen.
  6. Kann man anderen nicht vorwerfen, "postfaktisch" zu sein, wenn man selbst Begriffe verwendet, die vollkommen inhaltsleer sind.

Das ist ja zum Piepen! --217.238.130.102 18:45, 8. Jan. 2017 (MEZ)

Wenn es ein "postfaktisch" gibt, müsste es auch ein "antefaktisch" geben.

Jeder Lateiner springt hier viermal im Kreis, fünfmal in die Luft und siebenmal in den Boden. Facere heißt machen, post heißt nach, nacher. Was soll das heißen? "nacher-machen?" Ist doch absolut lächerlich. Und der Oberwitz besteht darin, dass man dieses Unwort auch noch zum Wort des Jahres gewählt hat. Na ja, Pisa lässt grüßen! Mich wundert ja auch nicht der rekordverdächtige Andrang, wenn es darum geht, sich zu erkundigen, was überhaupt "postfaktisch" heißt. Kann man so einen Humbug einem Publikum von Millionen Menschen zumuten?

--217.238.130.102 18:49, 8. Jan. 2017 (MEZ)

Info: Der Artikel im Schwesterprojekt ist vorhanden und von Horst Gräbner für eine Woche gesperrt. --Peter -- 19:11, 8. Jan. 2017 (MEZ)

Danke für den Hinweis. Die Gründe für die Sperrung bei Wikipedia sind absolut lächerlich. Einerseits bemängelt man dort im Diskussionsforum, dass das Wort "postfaktisch" als deutsches Modewort bezeichnet wird, indem man auf angebliche lateinische Wurzeln hinweist, andererseits schreibt man, dass es unerheblich sei, wovon sich das Wort ableite, wenn darauf hingewiesen wird, dass es keine lateinischen Wurzeln für dieses Wort gebe. Entscheidend sei ja, was da "draußen" gesprochen werden. Tatsächlich ist diese Argumentation umso fragwürdiger, da der Terminus im Duden nicht vorkommt und vom Ottonormalbürger folglich auch nicht verstanden wird. Ein Wikipedialeser hat das Anrecht zu wissen, woher der Begriff "postfaktisch" sich ableitet. Der Hinweis darauf, dass es sich um ein reines Kunstwort handelt, so wie "Handy" (wird bei Wikipedia ja auch behandelt), das semantisch keinen Sinn ergibt, wäre angebracht. Ein Lexikon lebt davon, das Begriffe semantisch erklärt werden. Wenn man das nicht täte, müsste man ja auch problematische Lügenbegriffe (etwa aus der Nazizeit) kommentarlos hinnehmen. Ist das der Sinn von Wikipedia? In Wirklichkeit geht es dem Administrator, der mich da gesperrt hat, um etwas anderes: Er ist vermutlich CDU-Anhänger und will alles vermeiden, dass das Wort, das seine Parteivorsitzende übernommen hat, als vollkommen fragwürdige Worthülse erscheint. Dies scheint ja umso dringlicher, als man mit diesem Wort anderen Inhaltsleere vorwerfen will. Was ich besonders spaßig finde, dass der Duden vom Administrator nicht als relevantes Lexikon anerkannt wurde. Der Duden ist das offiziell und amtlich anerkannte Referenzwerk. Wenn das von Wikipediabetreibern abgestritten wird, dann wird auch alles andere "postfaktisch" abgestritten. Ich bin dafür, dass man diesen Administrator sperrt, wegen unsachlicher und politischer Parteilichkeit! Gut, dass es Wikitionary gibt, wo man Fragen sprachlicher Art diskutieren darf. Wie nötig das ist, sieht man ja. Danke! Vielleicht kann man das Horst Gröbner mal mitteilen. --217.238.130.102 20:14, 8. Jan. 2017 (MEZ)

Herkunft[Bearbeiten]

Im Artikel wird "postfaktisch" als Entlehnung aus dem Englischen dargestellt, nicht aus dem Lateinischen. Allerdings fehlt ein Hinweis darauf, was das Wort im Englischen bedeutet und ob es im Dt. dasselbe bedeutet. Es könnte auch - unabhängig vom engl. Beispiel - eine Neubildung im Dt. sein. Diese mögliche Neubildung müsste auch nicht wortwörtlich die Bedeutung der lateinischen Wortteile enthalten. Dr. Karl-Heinz Best (Diskussion) 19:00, 8. Jan. 2017 (MEZ)

Ihr Einwand mag ja begründet sein. Dennoch stammt auch das englische Wort factual aus dem Lateinischen. Rein aus "sprachhygienischen" Gründen scheint es vertretbar, von einem "Unwort" zu sprechen. Gerade weil man mit dem Adjektiv "postfaktisch" anderen Inhaltsleere vorwerfen will, sollte der Begriff exakter sein. Pseudofaktisch wäre besser. Facere heißt einfach tun, machen. Factum ist das Gemachte, erst in zweiter oder dritter Bedeutung die Tatsache oder die Tat. Ein "postfactum" gibt es einfach nicht, weil es dann ein postfacere geben müsste. Außerdem: Etwas, was "nach" den Tatsachen oder der Tat kommt, was soll das sein? Ein sehr vager Terminus, mit dem man sich selbst eine Exaktheit andichten will, ohne dafür einen genauen Begriff zu verwenden. Klingt wie ein Treppenwitz. --217.238.130.102 19:50, 8. Jan. 2017 (MEZ)
Das ändert nichts daran, dass bisher nirgends steht, was das Wort im Englischen bedeutet; schon da könnte ja eine Bedeutungsverschiebung stattgefunden haben. Vielleicht ist es schon im Engl. eine Neubildung? Wir wissen auch nicht, ob es im Dt. überhaupt eine Entlehnung aus dem Engl. ist. Sollte es eine Neubildung im Dt. sein, hat sich jemand die Wortbildungsbestandteile des Lat. zunutze gemacht, die aber im Dt. auch losgelöst vom lat. Ursprung zur Verfügung stehen; d.h. aber nicht, dass er sie unbedingt korrekt übernommen hat, ohne sie zu verändern. Ich stimme aber mit Dir - wir duzen uns hier - überein, dass eine wortwörtliche Übersetzung des Ausdrucks nicht ohne Weiteres zum Ergebnis führt. Ich könnte mir etwas in der Richtung vorstellen: es gibt Faktisches, das lässt man außer Acht und kommt so zu Postfaktischem. Wohlgemerkt: nicht meine Interpretation, nur ein Versuch. Grüß Dich! Dr. Karl-Heinz Best (Diskussion) 20:39, 8. Jan. 2017 (MEZ)

Interessant, wie viel Erregung so ein Wort verursacht. Ich versuche mal, das etwas zu erklären.

  1. Zur Herkunft: Das Wort ist eine deutsche Entsprechung zu englisch post-truth/post-factual und lässt sich letztlich auf das Lateinische zurückführen (post „nach“, factum „Tat/Handlung“, facere „machen/tun“).
  2. Zur Bedeutung: Es gibt doch das Wort faktisch mit der Bedeutung „tatsächlich“. Das post-faktische Zeitalter kommt nach dem Zeitalter der Fakten, im postfaktischen Zeitalter sind die Fakten also nicht mehr (so) wichtig.
  3. Zur Bewertung des Wortes: Die Bedeutung von postfaktisch ist anhand der Bestandteile nicht sehr einleuchtend, wie ja auch hier gesehen werden kann. Eine Bekannte hat das Wort fälschlicherweise in etwa als „nachdem die Fakten in Betracht gezogen/festgestellt wurden“ interpretiert, was die Sache gewissermaßen ins Gegenteil verkehrt. Außerdem wird unterstellt, dass wir es mit etwas Neuem zu tun haben. Ohne hier selbst einen Standpunkt zu vertreten, verweise ich einfach mal auf Michael Schetsche.
  4. Zur Eintragung im Wiktionary: Dass ein Wort im Wiktionary eingetragen ist, stellt keine Gutheißung seiner Verwendung dar. Das Wort ist gebräuchlich (für die genaue Regelung siehe Wiktionary:Fünf-Zitate-Regel; vgl. auch Wie kommt ein Wort in den Duden?) und wird von uns daher beschrieben.

-- IvanP (Diskussion) 21:34, 8. Jan. 2017 (MEZ)

Das Wort scheint signifikanzverschleift. (vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 2A01:5C0:16:FA11:EC50:55E3:66E3:CED0DiskussionBeiträge ° --00:23, 5. Sep. 2017 (CEST))