vogelfrei

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vogelfrei (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
vogelfrei
Alle weiteren Formen: Flexion:vogelfrei

Worttrennung:

vo·gel·frei, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [ˈfoːɡl̩fʀaɪ̯]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild vogelfrei (Info)

Bedeutungen:

[1] im Mittelalter: als Strafe vom Reichsacht betroffen; ausgestoßen, keine Rechte und kein Eigentum mehr besitzend

Herkunft:

[1] Zusammengesetzt aus Nomen Vogel und Adjektiv frei. Ursprünglich bedeutete das Wort „vogelfrei“ lediglich „frei wie ein Vogel, ungebunden“. So wird das Wort in den älteren Quellen verwendet. Auch Luther und Zwingli verwendeten das Wort noch in seiner ursprünglichen Bedeutung. Viel später kam es zu der Verknüpfung mit der Ächtung.[1][2]

Sinnverwandte Wörter:

[1] ausgestoßen, geächtet, rechtlos

Beispiele:

[1] Seit er vogelfrei ist, wird er überall verfolgt.
[1] Vogelfreie Menschen konnten ungestraft getötet werden.
[1] „Und kurz darauf beschließt er, heimzureiten, obwohl er nun vogelfrei ist.“[3]
[1] „Und da zwei Landesverweisungen einer Rechtlosigkeit gleichkommen, solle das Thing Thorstein für vogelfrei erklären.“[4]
[1] „Einige der Vorfälle gegen die für vogelfrei erklärten Zigeuner werden nicht vergessen.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] jemanden für vogelfrei erklären, als vogelfrei gelten

Wortbildungen:

[1] der/die Vogelfreie, Vogelfreiheit

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Vogelfrei
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „vogelfrei
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „vogelfrei
[1] canoo.net „vogelfrei
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonvogelfrei

Quellen:

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Vogelfreiheit
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „vogelfrei“, Seite 962.
  3. Andrea Walter: Wo Elfen noch helfen. Warum man Island einfach lieben muss. Diederichs, München 2011, Seite 102. ISBN 978-3-424-35065-4.
  4. Johannes Schneider: Die Siedler der Eisinsel. In: GeoEpoche: Die Wikinger. Nummer Heft 53, 2012, Seite 102-112, Zitat Seite 111.
  5. Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung. Suhrkamp, Berlin 2011, ISBN 978-3-518-42263-2, Zitat Seite 59.