jemanden auf die Palme bringen

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Zur Navigation springen Zur Suche springen

jemanden auf die Palme bringen (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Nebenformen:

jemanden auf die Palme jagen, jemanden auf die Palme treiben
selten: jemanden auf die Pinie bringen
intensivierend: jemanden auf die allerhöchste Palme bringen, jemanden auf die höchste Palme jagen

Worttrennung:

je·man·den auf die Pal·me brin·gen

Aussprache:

IPA: [ˌjeːmandn̩ ʔaʊ̯f diː ˈpalmə ˌbʁɪŋən]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild auf die Palme bringen (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: jemanden in Wut bringen, versetzen

Herkunft:

Dieser ab 1930[1] bezeugten Redewendung liegt zum einen die Vorstellung zugrunde, dass Wut und Ärger einen Menschen auffahren, „hochgehen“ lassen,[2] zum anderen fußt sie auf der Grundvorstellung des in höchster Erregung die Palme erkletternden und von dort herabzeternden (bildlich: mit Kokosnüssen werfenden) Affen.[1]

Sinnverwandte Wörter:

[1] auf der Palme sein
[1] auf die Palme gehen
[1] einander auf die Palme schaukeln
[1] es ist, um auf die Palme zu klettern/selten: es ist, um auf die Pinie zu klettern
[1] jemanden bis zur Weißglut bringen/jemanden zur Weißglut bringen, jemanden bis zur Weißglut reizen/jemanden zur Weißglut reizen, jemanden bis zur Weißglut treiben/jemanden zur Weißglut treiben

Gegenwörter:

[1] von der Palme herunterkommen

Beispiele:

[1] Du kannst einen wirklich auf die Palme bringen!
[1] „Ihr Herrschaftsdenken bringt mich auf die Palme und dich auch, sonst wärst du ja nicht hier.“[3]
[1] „Wenn es um die Kinder geht, behandeln sie ihn manchmal mit einer Herablassung, die ihn auf die Palme bringt.[4]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Palme
[1] The Free Dictionary „Palme
[1] Duden online „Palme
[1] wissen.de – Wörterbuch „Palme
[1] Klaus Müller (Herausgeber): Lexikon der Redensarten. Herkunft und Bedeutung deutscher Redewendungen. Bassermann Verlag, München 2005, ISBN 3-8094-1865-X, DNB 974926760, Stichwort »jmdn. auf die Palme bringen/treiben«, Seite 452.
[1] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Palme: 1. jn auf die Palme bringen (jagen, treiben)«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04114-5, Stichwort »Palme: jmdn. auf die Palme/(selten:) Pinie bringen«, Seite 554.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Palme: 1. jn auf die Palme bringen (jagen, treiben)«.
  2. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04114-5, Stichwort »Palme: jmdn. auf die Palme/(selten:) Pinie bringen«, Seite 554.
  3. Leonie Ossowski: Liebe ist kein Argument. Roman. [1. Auflage. 1.–12. Tausend], Piper Verlag, München/Zürich 1981, ISBN 3-492-02660-5, Seite 316.
  4. Leïla Slimani: Dann schlaf auch du. Roman. 1. Auflage. btb Verlag, München 2018 (Originaltitel: Chanson douce, übersetzt von Amelie Thoma aus dem Französischen), ISBN 978-3-442-71742-2, Seite 119 (Genehmigte Taschenbuchausgabe).