jemandem bleibt der Bissen im Hals stecken

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jemandem bleibt der Bissen im Hals stecken (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Alternative Schreibweisen:

jemandem bleibt der Bissen im Halse stecken

Worttrennung:

je·man·dem bleibt der Bis·sen im Hals ste·cken

Aussprache:

IPA: [ˈjeːmandəm blaɪ̯pt deːɐ̯ ˈbɪsn̩ ɪm hals ˈʃtɛkŋ̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild jemandem bleibt der Bissen im Hals stecken (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: jemand erschreckt sich sehr und isst nicht weiter

Herkunft:

[1] Im altgermanischen Recht gab es die so genannten „Gottesurteile“. Eidesunfähige Personen, zum Beispiel Frauen, konnten versuchen, mit Gottes Hilfe eine Probe zu bestehen und so ihre Unschuld zu beweisen. Bestanden sie die Probe nicht, waren sie schuldig. Neben einigen anderen gab es auch die Bissenprobe, bei der ein trockenes Stück Brot oder ein Käsewürfel geschluckt werden musste. Wer sich dabei verschluckte, galt als überführt.[1]

Synonyme:

[1] Andere Redewendungen mit der Bedeutung sich erschrecken:

Beispiele:

[1] Als ihr totgeglaubter Gatte nach dreißig Jahren plötzlich vor ihr im Speisezimmer stand, blieb der Baronin der Bissen im Hals stecken.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, „jmdm. bleibt der Bissen im Hals stecken“, Seite 122
[1] Klaus Müller (Herausgeber): Lexikon der Redensarten. Herkunft und Bedeutung deutscher Redewendungen. Bassermann Verlag, München 2005, ISBN 3-8094-1865-X, DNB 974926760, „der Bissen bleibt jmdm. im Halse stecken“, Seite 216

Quellen:

  1. Christoph Gutknecht: Pustekuchen! Lauter kulinarische Wortgeschichten C.H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47621-X, „Bissen“, Seite 38f.