Omertà

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Omertà (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Omertà

Genitiv der Omertà

Dativ der Omertà

Akkusativ die Omertà

Worttrennung:

Omer·tà, kein Plural

Aussprache:

IPA: [omɛʁˈta]
Hörbeispiele:
Reime: -a

Bedeutungen:

[1] Schweigepflicht innerhalb der Mafia und vergleichbarer Organisationen, die sich auf die Mitglieder und deren Tätigwerden erstreckt
[2] übertragen: unabhängig von mafiösen Verflechtungen bestehende Verpflichtung, über einen Sachverhalt Stillschweigen zu bewahren, die auf einer Vereinbarung zwischen mehreren Personen (beispielsweise Politikern) beruht oder die sich (seltener) auch eine Einzelperson allein auferlegt hat

Herkunft:

Omertà geht auf das gleichbedeutende italienische Substantiv omertà → it zurück.[1]

Beispiele:

[1] „Das mafiöse RAF-Prinzip der Omertà hat damit eine weitere Bewährungsprobe bestanden.“[2]
[1] „In Mafia-Clans einzudringen ist ein langwieriges Geschäft, die Omertà steht wie eine Mauer, wer redet, muss sterben.“[3]
[2] „Die Hoffnung, die Pleite könnte doch noch abgewendet werden, siegte zusammen mit der Angst, offenes Reden über das Schlimmste würde dieses erst recht herbeiführen.
Das Gesetz dieser europäischen Omertà ist jetzt gebrochen.“[4]
[2] „Jörg Jaksche ist ein Kronzeuge, weil die Omertà, das Gesetz des Schweigens, nicht mehr funktioniert. Die Omertà hat funktioniert, weil alle, Teamleiter, Ärzte, Fahrer, Masseure, Mechaniker, von den Sünden der anderen wussten.“[5]
[2] „Selbst Bayern-Fans loben seinen Mut, gegen die Omertà an der Säbener Straße aufzubegehren.“[6]
[2] „Doch 1983 war es ausgerechnet Peter Brown, der die Omertà brach, die sich der innere Kreis der Beatles auferlegt hatte.“[7]
[2] „Jetzt, wo mein nächster Geburtstag eine Null in der Zahl hat, und es ist nicht die 30, befolge ich bezüglich meines Alters eine strikte Omertà.[8]
[2] „In der amerikanischen HipHop-Szene galt bislang die Omertà.[9]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Omertà
[1] Duden online „Omerta
[1] Dieter Baer und wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion; Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 3-411-04162-5, „Omertà“, Seite 955
[2] Der Gebrauch unabhängig von der Mafia und ähnlichen Organisationen lässt sich derzeit nur anhand der Beispielsätze belegen.
[*] canoonet „Omertà
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalOmertà

Quellen:

  1. Dieter Baer und wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion; Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 3-411-04162-5, „Omertà“, Seite 955
  2. Uwe Müller: Das Schweigekartell. In: Welt Online. 30. September 2010, ISSN 0173-8437 (URL).
  3. Andreas Ulrich: Tödlicher Auftrag. In: Spiegel Online. Nummer 37/2005, 12. September 2005, ISSN 0038-7452 (URL).
  4. Berthold Kohler: Immer daran denken. In: FAZ.NET. 12. September 2011, ISSN 0174-4909 (URL).
  5. Lothar Gorris, Detlef Hacke, Udo Ludwig: Bellas Blut. In: Spiegel Online. Nummer 27/2007, 2. Juli 2007, ISSN 0038-7452 (URL).
  6. Lars Spannagel: Nichts hat sich erledigt. DER TAGESSPIEGEL, 10. November 2009, abgerufen am 12. September 2011.
  7. Philipp Oehmke, Tobias Rapp: Ein Jahrzehnt für die Ewigkeit. In: Spiegel Online. Nummer 21/2010, 22. Mai 2010, ISSN 0038-7452 (URL).
  8. Sheila Mysorekar: Innerdeutscher Kulturschock. In: taz.de. 3. Juni 2011, ISSN 1434-2006 (URL).
  9. Tänzerin plaudert Rapper-Eskapaden aus. In: Spiegel Online. 11. Juli 2005, ISSN 0038-7452 (URL).