übergriffig

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Zur Navigation springen Zur Suche springen

übergriffig (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
übergriffig übergriffiger am übergriffigsten
Alle weiteren Formen: Flexion:übergriffig
[2] übergriffiger Mammutbaum

Worttrennung:

über·grif·fig, Komparativ: über·grif·fi·ger, Superlativ: am über·grif·figs·ten

Aussprache:

IPA: [ˈyːbɐˌɡʁɪfɪç]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild übergriffig (Info)

Bedeutungen:

[1] Übergriffe in die Rechte, den Bereich, die Angelegenheiten und insbesondere in die sexuelle Selbstbestimmung anderer verübend
[2] veraltet, in Bezug auf Baumstämme: so dick, dass ein Mann den Stamm mit beiden Armen nicht umfassen kann

Synonyme:

[2] (sehr) dick

Sinnverwandte Wörter:

[1] untergriffig

Gegenwörter:

[1] zurückhaltend
[2] dünn

Beispiele:

[1] „Zwei Tage später reisten die Erzbischöfe Zollitsch und Marx nach Rom, um dort mit dem Papst über die Umstände von Mixas Rücktrittsgesuch zu reden; am Morgen vor der Abreise hatte sie jener Missbrauchs-Verdacht erreicht, bei dem das angebliche Opfer später dementieren sollte, dass der Bischof ihm gegenüber übergriffig geworden sei.“[1]
[1] „Auch Valerij M. wird von der zierlichen Frau als übergriffig beschrieben: Er habe sie an Po und Busen begrapscht.“[2]
[1] „Sven findet, Ilka müsse um Erlaubnis fragen, sie sei übergriffig. Ilka sagt, sie habe doch nur Urlaubsfotos gucken wollen.“[3]
[1] „Es muss ja nicht der sexuell übergriffige Dominique Strauss-Kahn gewesen sein. Hat Madame Bruni-Sarkozy, als Topmodel ans Licht der Scheinwerfer gewöhnt, nicht erst kürzlich mit dem auf junge Frauen fixierten Woody Allen gedreht?“[4]
[1] „Der Krimi traf den Siebziger-Jahre-Sound mit den duzfüßigen Sozialkundelehrern, die sich übergriffig an die Schülerinnen heranmachten und die nach der natürlichen Triebordnung in Frage kommenden Jungen ins Abseits schickten.“[5]
[1] „In Weimar habe er gelernt, dass die angeblich so neutrale öffentliche Hand viel übergriffiger sei, als es sich Konzerne je erlauben würden.“[6]
[2] Mammutbäume dürften die übergriffigsten Stämme überhaupt haben.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Pierer’s Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart. 4., umgearbeitete und stark vermehrte Auflage. 19 Bände. Altenburg 1857–1865 „übergriffig
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „übergriffig
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalübergriffig

Quellen:

  1. Matthias Drobinski/Stefan Mayr: "Ich brauche deine Liebe". sueddeutsche.de, 21. Juni 2010, abgerufen am 29. Mai 2011.
  2. Uta Eisenhardt: Porno-Aufnahmen in der Abstellkammer. stern.de, 2. September 2008, abgerufen am 29. Mai 2011.
  3. Wolfgang Schmidbauer: Darf sie sein Handy nehmen?. ZEIT ONLINE, 28. Dezember 2010, abgerufen am 29. Mai 2011.
  4. Kommentar: Ein Mädchen, bitte ein Mädchen!. Nürnberger Zeitung, 18. Mai 2011, abgerufen am 29. Mai 2011.
  5. Nikolaus von Festenberg: Ein deutsches Fernsehwunder. SPIEGEL ONLINE, 7. April 2008, abgerufen am 29. Mai 2011.
  6. Christof Siemes: Das Leben, made by VW. ZEIT ONLINE, 24. April 2003, abgerufen am 29. Mai 2011.