apophatisch

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apophatisch (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
apophatisch
Alle weiteren Formen: Flexion:apophatisch

Worttrennung:

apo·pha·tisch, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [apoˈfaːtɪʃ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild apophatisch (Info)
Reime: -aːtɪʃ

Bedeutungen:

[1] Theologie: unsagbar, unaussprechlich

Herkunft:

griechisch
Die Herkunftsangaben dieses Eintrags sollten ergänzt werden.

Gegenwörter:

[1] kataphatisch

Beispiele:

[1] „Judentum, Christentum, Islam und Hinduismus sind sich darin einig dass das Göttliche als letzter, eigentlicher Urgrund aller Dinge völlig unnennbar, unbeschreibbar und unerkennbar ist. Es kann niemals Objekt objektivierender diskursiver Erkenntnis sein. Gleichzeitig aber sind sich diese Religionen auch darin einig, dass dieses Göttliche in seiner Hinwendung zur Welt und zum Menschen nennbar und beschreibbar ist. In technisch-theologischer Sprache heisst der unnennbare Aspekt apophatisch, und der nennbare, in welchem sich das Göttliche der Welt und dem Menschen öffnet, kataphatisch. Apophatische Sprache ist negative Sprache; sie kann nur sagen, was das Göttliche nicht ist, nämlich weder ein Element der sinnlichen noch der intelligiblen Welt. Kataphatische Sprache hingegen beschreibt Gott in seinem ›Herabsteigen‹ zur Welt (kata = ›herab‹). Die Annahme dieser beiden Aspekte des Göttlichen entspricht einer logischen Notwendigkeit. […] Analog verfährt auch die christliche, vor allem die christlich-mystische Theologie. Schon lange vor Dionysius Areopagita (um 500) hat sie die apophatische Ausdrucksweise gekannt und breit ausgebaut. […] Wenn die mystischen Traditionen auf der kataphatischen Ebene infolge der Verschiedenheiten der göttlichen Manifestationen nicht verglichen werden können, wie steht es dann mit der apophatischen Seite?“[1]
[1] „Was wir über die Erfahrung der Wahrheit und die Konventionalität der theologischen Sprache gesagt haben, hilft uns auch, zu verstehen, wie falsch die Ansichten sowohl derer sind, die die Theologie und ihre Sprache als kataphatisch betrachten, als auch derer, die sie als apophatisch ansehen.“[2]
[1] „Gerne unterscheidet man die Theologien des Ostens und des Westens dadurch, daß man die erstere als ‚apophatisch‘ kennzeichnet und in die Nähe der auch im Abendland bekannten, mystisch bestimmten ‚theologia negativa‘ rückt […].“[3]
[1] „Im Verlauf der abendländischen Theologiegeschichte gab es immer wieder Fälle einer alternativen Theologie, die als ‚apophatisch‘, ‚negativ‘, ‚mystisch‘ oder ‚narrativ‘ bezeichnet wurde.“[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] apophatische Spiritualität

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „apophatisch

Quellen:

  1. Christliche Mystik und Mystik der Religionen. Inwiefern sind sie vergleichbar, inwiefern sind sie nicht vergleichbar? Vortrag gehalten in Karlsruhe, 21. März 1998. www.carl-a-keller.ch
  2. Stylianos G. Papadopoulos: Theologie und Sprache. Erfahrungstheologie – Konventionelle Sprache. V&R unipress GmbH, 13.02.2007. ISBN 3899713583. Seite 93 Google Books
  3. Patriarchale und synodale Strukturen in den katholischen Ostkirchen. LIT Verlag Münster, 2001. Seite 31. ISBN 3825847055. Google Books.
  4. Religionen im Kulturwandel zwischen Selbstannahme und Selbstaufgabe. Kontinental-kontextuelle Perspektiven. LIT Verlag Münster, 2011. ISBN 3643114451. Seite 92. Google Books.