Nebochant

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Nebochant (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Nebochant die Nebochanten
Genitiv des Nebochanten der Nebochanten
Dativ dem Nebochanten den Nebochanten
Akkusativ den Nebochanten die Nebochanten

Nebenformen:

Nebbochant[1]

Worttrennung:

Ne·bo·chant, Plural: Ne·bo·chan·ten

Aussprache:

IPA: [nɛboˈçant]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Nebochant (Info)
Reime: -ant

Bedeutungen:

[1] Österreich umgangssprachlich abwertend: unwissender, unfähiger, unwichtiger Mensch
[2] Österreich umgangssprachlich abwertend: jemand, der Tatsachen oder Neuerungen ignoriert

Herkunft:

Es handelt sich vermutlich um eine Ableitung zum Adjektiv nebbich[2] oder zum Substantiv Nebbich durch Suffigierung von -ant[3] beziehungsweise um eine Kontamination aus dem Adjektiv nebbich mit einem Substantiv wie beispielsweise Ignorant.[4] Das Wort, obwohl im Deutschen sehr häufig, findet sich in keiner jiddischen Quelle.[2]

Synonyme:

[1] Nichtsnutz
[2] Ignorant

Beispiele:

[1] „[Hans Langreiter:] Es steht dem Kollegen Moser natürlich offen, über Nebochanten zu sprechen.“[5]
[1] „Über sieben Milliarden Menschen: Es gibt ja Nebochanten, die vorgeben, sich das nicht vorstellen zu können, bitte schön, die müssen halt herumkugeln samt ihrem Völlegefühl.“[6]
[1] „Ein Mitglied eines in Europa bekannten Streichquartetts hat mir begründet, warum er seine gut bezahlte und sichere Orchesterstelle zu Gunsten des unsicheren, am freien Musikmarkt agierenden Quartetts aufgegeben hatte: »Ich war es leid, immer das spielen zu müssen, was jener Nebochant da droben uns angewiesen hat.«“[7]
[2] „Ja, du bist und bleibst ein Nebochant. Weil du eben nie ins Kino gehst …“[8]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Duden online „Nebochant
[1] ÖBV im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (Herausgeber): Österreichisches Wörterbuch. Auf der Grundlage des amtlichen Regelwerks. 41., aktualisierte Auflage. ÖBV, Wien 2009, ISBN 978-3-209-06875-0 (Bearbeitung: Otto Back et al.; Red.: Herbert Fussy, Ulrike Steiner), Seite 456, Eintrag „Nebochant“.
[1, 2] Jakob Ebner: Duden, Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04984-4, Seite 258, Eintrag „Nebochant“.
[1] Robert Sedlaczek: Wörterbuch der Alltagssprache Österreichs. Haymon, 2014 (Zitiert nach Google Books).
[1] Peter Wehle: Die Wiener Gaunersprache. Haymon, 2016 (E-Book; zitiert nach Google Books).

Quellen:

  1. Wolfgang Teuschl: Wiener Dialekt Lexikon. Residenz, 2013 (Zitiert nach Google Books).
  2. 2,0 2,1 Peter Wehle: Die Wiener Gaunersprache. Haymon, 2016 (E-Book; zitiert nach Google Books).
  3. Duden online „Nebochant
  4. Hans Peter Althaus: Künstler-Jargon. In: Claudia Mauelshagen, Jan Seifert (Herausgeber): Sprache und Text in Theorie und Empirie. Beiträge zur germanistischen Sprachwissenschaft. Festschrift für Wolfgang Brandt. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07877-0, Seite 20 (Zitiert nach Google Books).
  5. Stenographisches Protokoll des österreichischen Nationalrats, XXII.GP, 140. Sitzung / Seite 209
  6. Peter Strasser: Das Über-sieben-Milliarden- Menschen-Völlegefühl. In: DiePresse.com. 7. Mai 2013, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 11. Mai 2017).
  7. Hinrich Lehmann-Grube: Von der Macht. BoD – Books on Demand, 2010, Seite 37 (Google Books).
  8. Edith Kneifl: Taxi für eine Leiche. Haymon, 2015 (Zitiert nach Google Books).