Gewölbeschub

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Gewölbeschub (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Gewölbeschub

Genitiv des Gewölbeschubs
des Gewölbeschubes

Dativ dem Gewölbeschub

Akkusativ den Gewölbeschub

Worttrennung:

Ge·wöl·be·schub, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ɡəˈvœlbəˌʃuːp]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Gewölbeschub (Info)

Bedeutungen:

[1] Architektur: diejenige Kraft, mit der ein Gewölbe seine Widerlager horizontal nach außen schiebt

Herkunft:

Determinativkompositum aus den Substantiven Gewölbe und Schub

Synonyme:

[1] Bogenschub

Beispiele:

[1] „Die Entwicklung der Technik im Hochmittelalter änderte entscheidend das Verhältnis Wand-Pfeilers durch den Übergang zum die Wand reduzierenden bzw. auflösenden Skelettbau. Damals entstand das den Gewölbeschub aufnehmende und zum Boden leitende Strebesystem mit schrägen Strebebögen, die auf senkrechte Strebepfeiler stoßen.“[1]
[1] "Wenn die Widerlager infolge des Gewölbeschubs zur Seite ausweichen, bilden sich an der Unterseite des Gewölbes Risse, und das Gewölbe verliert seine Tragfähigkeit."[2]
[1] "Der Gewölbeschub stellt ja bei jedem Gewölbebau ein mehr oder weniger beträchtliches Problem dar und es gibt in der romanischen Architektur Beispiele, wo der Spitzbogen zweifellos zu seiner Verminderung angewendet wurde."[3]
[1] Der Kämpfer nimmt den Bogen- oder Gewölbeschub auf und leitet ihn an die Mauer weiter.[4]
[1] Strebemauern dienen als Widerlager für den Gewölbeschub.[5]
[1] „Aufgrund der geringen Pfeilhöhe preussischer Kappen ist der Gewölbeschub, die horizontale Kraft, immer grösser als die vertikale Kraft.“[6]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:


Quellen:

  1. Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 5, Seite 551, Artikel „Pfeiler
  2. Rudolf Ahnert, Karl Heinz Krause: Typische Baukonstruktionen von 1860 bis 1960, Band 1, ISBN 3345005646, 1994 (Verlag für Bauwesen)
  3. Hans-Egon Müller: Notre-Dame von Chartres: Über Sinn und Geist der gotischen Architektur, 2003 (Books on demand), ISBN 3833002174, Seite 44
  4. nach: Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 3, Seite 617, Artikel „Kämpfer“
  5. nach: Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 4, Seite 615, Artikel „Mauer“
  6. Ulrike Mehmel: Altbaukonstruktionen, Seite 3, „Gewölbeschub“