Spökenkieker
Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
8 Änderungen dieser Version sind noch nicht markiert.
Die gesichtete Version wurde am 15. Januar 2011 markiert.
[Bearbeiten] Spökenkieker (Deutsch)
[Bearbeiten] Substantiv, m
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Spökenkieker | die Spökenkieker |
| Genitiv | des Spökenkiekers | der Spökenkieker |
| Dativ | dem Spökenkieker | den Spökenkiekern |
| Akkusativ | den Spökenkieker | die Spökenkieker |
Silbentrennung:
- Spö·ken·kie·ker, Plural: Spö·ken·kie·ker
Aussprache:
- IPA: [ˈʃpøːkŋ̩ˌkiːkɐ], [ˈspøːkŋ̩ˌkiːkɐ]
- Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
- [1] norddeutsch: (Wörtlich etwa: „Geisterseher“) ein Mensch, der die übersinnliche Befähigung zu besitzen scheint, zukünftige, vor allem unliebsame, Ereignisse und genaue Begleitumstände davon vorherzusehen, beispielsweise Stadtbrände, plötzliche Todesfälle.
- [2] von [1] abgeleitet selten, ironisch, abwertend: Mensch, der an Übersinnliches oder auch an Verschwörungen, UFOs oder dergleichen glaubt.
Herkunft:
- aus dem Plattdeutschen, von kieken = gucken und Spöök (Pl. Spöken) = Spuk, Spukgestalt
Sinnverwandte Wörter:
- [1] Seher
- [2] Esoteriker, Okkultist
Beispiele:
- [1] Der Vorschauer sieht Leichenzüge, Hochzeiten, Heereskolonnen, Feuersbrünste usw. Oft erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten treffen die geschauten Ereignisse ein. Nach ihren (Annette von Droste-Hülshoffs) Beobachtungen (...) zeigt sich bei ihm keine Spur von Überspannung. Im vorigen Jahrhundert gab es noch ganze "Spökenkieker"-Familien. Die heute noch lebenden Vorschauer finden sich in allen Ständen. Früher waren es hauptsächlich Schäfer, die mit den Geheimnissen der Natur innig vertraut waren.[1]
- [2] Der Meyer is so'n richtiger Spökenkieker.
Abgeleitete Begriffe:
[Bearbeiten] Übersetzungen
|
|
? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1] Wikipedia-Artikel „Spökenkieker“
- [1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „Spökenkieker“
Quellen:
- ↑ Walter Vogt: Die Spökenkieker - Das Gequälte Geschlecht. In: „Wegbegleiter“. Juli 1997, Seite 198 ff, abgerufen am 1. April 2011 (Ausgabe der Zeitschrift vom Juli 1997, Nr. 4, II. Jahrgang).

