Vokalisierung

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Vokalisierung (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Vokalisierung

die Vokalisierungen

Genitiv der Vokalisierung

der Vokalisierungen

Dativ der Vokalisierung

den Vokalisierungen

Akkusativ die Vokalisierung

die Vokalisierungen

Worttrennung:

Vo·ka·li·sie·rung, Plural: Vo·ka·li·sie·run·gen

Aussprache:

IPA: [vokaliˈziːʁʊŋ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Vokalisierung (Info)
Reime: -iːʁʊŋ

Bedeutungen:

[1] Hervorbringung von Lauten
[2] Linguistik: Ersetzung eines Konsonanten durch einen Vokal
[3] Linguistik: Zusatzzeichen in der arabischen oder hebräischen Schrift zur Kennzeichnung der Vokale

Herkunft:

Ableitung vom Stamm des Verbs vokalisieren mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ung

Synonyme:

[1] Lauterzeugung, Lautproduktion
[2, 3] Vokalisation

Beispiele:

[1] „Die Vokalisierungen der Delphine gehen weit über die vom Menschen wahrnehmbaren Frequenzen.“[1]
[1] „Sind Vokalisierungen festprogrammierte Reaktionen auf Umweltreize oder haben Tiere ein gewisses Mass an Kontrolle über ihre Lauterzeugung?“[2]
[1] „Die Vokalisierung ist ein Spiel für ihr Kind, das mit der Benutzung seiner Zunge, Zähne, Gaumen und Stimmbänder experimentiert und so eine Menge lustiger Laute produziert.“[3]
[1] „Der Stimulus des geflüsterten "ah" macht dem Schüler seine Gewohnheiten in Bezug auf Atmung und Vokalisierung bewusst.“[4]
[1] „Vokalisierungen - oder lautliche Äußerungen - werden von vielen Tierarten eingesetzt; sie sind für manche Vogel-, Insekten- und Fischarten der wichtigste Kommunikationskanal.“[5]
[2] „Andererseits hat ein Mangel an artikulatorischer Ausprägung, natürlich mit einem Rückgang des Reibegeräusches verbunden, zu einem Zuwachs an Stimmhaftigkeit geführt, der in der Nähe stärkerer mundartlicher Bindung bis zur Vokalisierung reicht“.[6]
[2] „Das seit dem 17. Jahrhundert vordringende Zäpfchen-[R], das der Siebs erst 1957 als gleichberechtigt neben den Zungenspitzen-[r] anerkennt, wird seinerseits in zunehmendem Maße durch das Reibe-[ʁ] und durch Vokalisierungen verdrängt.“[7]
[3] „Problematisch erscheint nun allerdings, daß neben der tiberiensisch-masoretischen Vokalisierung nur wenige andere Zeugnisse überliefert sind, aus denen die Vokalisierung erhoben werden kann.“[8]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[2, 3] Wikipedia-Artikel „Vokalisierung
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Vokalisierung
[(2)] Duden online „Vokalisierung
[2, 3] Helmut Glück (Herausgeber): Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2005, ISBN 978-3-476-02056-7, Stichwort: „Vokalisierung“.

Quellen:

  1. Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?. Wahn Täuschung Verstehen. 20. Auflage. Piper Verlag, 1992, ISBN 3-492-10174-7, Seite 165.
  2. Universität Zürich, Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften: Vergleichende Kommunikation und Kognition. Aufgerufen am 14.2.15.
  3. babycenter: Meilensteine: Sprechen. Aufgerufen am 14.2.15.
  4. Weiss Institut: Atmung. Aufgerufen am 14.2.15.
  5. Michael Argyle: Körpersprache Kommunikation. Nonverbaler Ausdruck und Soziale Interaktion. 10. überarbeitete Auflage. Junfermann, Paderborn 2013, ISBN 978-3-87387-843-3, Seite 54. Aufgerufen am 14.2.15.
  6. Hans-Heinrich Wängler: Grundriss einer Phonetik des Deutschen mit einer allgemeinen Einführung in die Phonetik. 4., überarbeitete Auflage. Elwert, Marburg 1983, Seite 149. ISBN 3-7708-0753-7.
  7. Günther Drosdowski, Helmut Henne: Tendenzen der deutschen Gegenwartssprache. In: Lexikon der germanistischen Linguistik. 2., vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Hrsg. v. Hans Peter Althaus, Helmut Henne, Herbert Ernst Wiegand. Niemeyer, Tübingen 1980, Seite 619-632; Zitat Seite 623. ISBN 3-484-10391-4. Abkürzung aufgelöst; das Zeichen [ʁ] wurde hier ersatzweise eingeführt.
  8. Stefan Schorch: Die Vokale des Gesetzes. Die samaritanische Lesetradition als Textzeugin der Tora. 1. Das Buch Genesis. de Gruyter, 2004, ISBN 3-11-018101-0, Seite 8.