Topos

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Topos (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Topos

die Topoi

Genitiv des Topos

der Topoi

Dativ dem Topos

den Topoi

Akkusativ den Topos

die Topoi

Worttrennung:

To·pos, Plural: To·poi

Aussprache:

IPA: [ˈtɔpɔs], [ˈtoːpɔs]
Hörbeispiele: —, —

Bedeutungen:

[1] Literaturwissenschaft: feststehendes, durchgängiges Schema/Argumentationsmuster/Bild/Motiv oder Ähnliches

Herkunft:

im 20. Jahrhundert von altgriechisch τόπος (tópos) → grc „Ort, Stelle“ entlehnt[1][2][3]

Beispiele:

[1] „Um das Ganze dann der Situation anzupassen, in der Fabius zunächst ausschliesslich mit den Samniten kämpft, wird der gallische Topos einfach auf sie übertragen.“[4]
[1] „Kein anderer Erdteil wurde aus europäischer Perspektive so eng mit einem einzigen Topos verbunden.“[5]
[1] „Sie erzählte ihrem Sohn später dann im amerikanischen Pittsburgh zeitlebens idealisierte Geschichten aus ihrem Dorfleben, die sich an die nationalrevolutionären Topoi der Verklärung des Gewöhnlichen angelehnt haben.“[6]
[1] „Die Topos-Forschung hat lange Zeit ausschließlich auf die einzelnen Topoi geschaut.“[7]
[1] „Es sind die ewig selben Topoi, die ewig selben Bilder, die ewig selben Stereotype, die hier zitiert und wiederholt werden, als hätten sie keine Vorgeschichte.“[8]

Wortbildungen:

topisch

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Topos
[?] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Topos“ z.Z. nicht erreichbar
[1] canoo.net „Topos
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonTopos
[1] The Free Dictionary „Topos
[1] Duden online „Topos
[1] Der neue Herder. 1. Auflage. Bd. 6., Setzling-Zz, Herder, Freiburg/Basel/Berlin 1968, Seite 350.

Quellen:

  1. Duden online „Topos
  2. Wilhelm Pape, bearbeitet von Max Sengebusch: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Griechisch-deutsches Handwörterbuch. Band 1: Α–Κ, Band 2: Λ–Ω. 3. Auflage, 6. Abdruck, Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914. Stichwort „τόπος“.
  3. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Topos“, Seite 920.
  4. Lukas Grossmann: Roms Samnitenkriege. Historische und historiographische Untersuchungen zu den Jahren 327 bis 290 v.Chr.. 1. Auflage. Wellem Verlag, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3941820005, Seite 139f.
  5. Christof Hamann, Alexander Honold: Kilimandscharo. Die deutsche Geschichte eines afrikanischen Berges. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-8031-3634-3, Seite 41.
  6. Stephan Wackwitz: Osterweiterung. Zwölf Reisen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main 2010, ISBN 978-3-596-17459-1, Seite 33.
  7. Josef Klein: Merkel-Diskurs vs. Seehofer-Diskurs. In: Sprachreport. Nummer Heft 3, 2017, Seite 36-44, Zitat Seite 37.
  8. Carolin Emcke: Gegen den Hass. FISCHER Taschenbuch, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-596-29687-3, Seite 65 (Erstausgabe im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016).