Schönwetterdemokratie

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Schönwetterdemokratie (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Schönwetterdemokratie

die Schönwetterdemokratien

Genitiv der Schönwetterdemokratie

der Schönwetterdemokratien

Dativ der Schönwetterdemokratie

den Schönwetterdemokratien

Akkusativ die Schönwetterdemokratie

die Schönwetterdemokratien

Worttrennung:
Schön·wet·ter·de·mo·kra·tie, Plural: Schön·wet·ter·de·mo·kra·ti·en

Aussprache:
IPA: [ˈʃøːnvɛtɐdemokʁaˌtiː]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:
[1] eine Demokratie, die sich nur unter günstigsten sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen als tragfähig erweist

Herkunft:
Determinativkompositum aus den Substantiven Schönwetter und Demokratie

Beispiele:
[1] „Vielen Beobachtern erschien die Bundesrepublik lange als Schönwetterdemokratie.“ Im Schatten von Weimar, dieser Demokratie ohne Demokraten, wirkten schon einige Hunderttausend Arbeitslose wie eine Gefahr, viele glaubten die Republik verloren, wenn die Wirtschaft einmal nicht mehr brummen würde.“[1]
[1] „Solange die jeweils herrschenden oder opponierenden Parteien darin wetteiferten, den Wohlfahrtsstaat zu errichten oder – wie in Skandinavien – zu vervollkommnen, hatten die Wähler gar keinen Grund, mit diesem Zustand unzufrieden zu sein. Aber die Schönwetterdemokratie geriet gegen Ende der sechziger Jahre unversehens in rauhe Klimazonen. An Dollarkrise und Ölkrise läßt sich der Temperatursturz ablesen.“[2]
[1] „Im Februar 1932 gibt es mehr als sechs Millionen Arbeitslose. Auf den Straßen liefern sich Nationalsozialisten und Kommunisten blutige Kämpfe. Die Illusion von der Stabilität der Weimarer Republik platzt. Sie erweist sich als Schönwetterdemokratie, die einer ernsthaften Krise nicht standhält. Und angetreten war sie unter einer schweren Hypothek: der Kriegsniederlage, dem Versailler Friedensvertrag, den weite Kreise des Volkes bis hin zu den Linken für unerträglich hielten, der Inflation, die das einst wohlhabende Bürgertum dezimierte.“[3]
[1] „Eine einzelne Person kann auch dann noch Entscheidungen treffen und Ernennungen durchführen, wenn alle anderen Organe paralysiert sind. Niemand wünscht sich, daß dies jemals eintritt. Doch wir können auf ein derartiges Sicherungssystem nicht verzichten. Österreich darf nicht zur Schönwetterdemokratie verkommen. Einige Jahrzehnte der Stabilität sollten nicht den Blick darauf verstellen, daß die politische Wetterlage nicht immer so heiter sein muß.“[4]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Schönwetterdemokratie
[*] canoonet „Schönwetterdemokratie
[1] Duden online „Schönwetterdemokratie

Quellen:

  1. Die Zeit, 23.07.2009; zitiert nach: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schönwetterdemokratie
  2. Die Zeit, 08.03.1974; zitiert nach: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schönwetterdemokratie
  3. HAZ08/JAN.00411 Hannoversche Allgemeine, 04.01.2008, S. 8; Das Ende einer Schönwetterrepublik; zitiert nach: Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Schönwetterdemokratie
  4. N92/APR.15435 Salzburger Nachrichten, 25.04.1992; Vielleicht eine neue Epoche; zitiert nach: Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Schönwetterdemokratie