potz

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potz (Deutsch)[Bearbeiten]

Interjektion[Bearbeiten]

Worttrennung:
potz

Aussprache:
IPA: [pɔt͡s]
Hörbeispiele:
Reime: -ɔt͡s

Bedeutungen:
[1] veraltet, nur noch in bestimmten Wendungen und Zusammensetzungen: Ausdruck großer Überraschung

Herkunft:
belegt seit dem 15. Jahrhundert; zunächst in Flüchen/Verwünschungen als Entstellung der Genitivform von Gott (also Gottes) wie etwa potz Marter oder potz Blut[1][2]

Beispiele:
[1] „Potz Blut, wie haben wir gestern gesoffen! Ich hab mich in einem Tag wohl dreimal voll gesogen, und ebenso vielmal gekotzt.“[3]
[1] „Immer wieder einmal sorgen Bürgerrechtler auch für Schlagzeilen. So wurde um die Jahreswende 1996/97 der Übertritt einer größeren Anzahl von ihnen zum Medienereignis." Potz Donner! Hiermit betreten wir den heiteren Teil des Buchs […].“[4]
[1] „Das Vademekum ist laut Titel auf Fortgeschrittene zugeschnitten. Diese dürften jedoch einige Propädeutiken über Zinsen, Bilanzen oder Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gelangweilt überblättern. ‚Das Geheimnis des erfolgreichen Anlegers besteht darin, dass er den richtigen Zeitpunkt für Käufe und Verkäufe findet‘ – potz Blitz, wer hätte das gedacht!“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] potz Blitz, potz Donner, potz Donnerwetter, potz Teufel

Wortbildungen:
[1] potztausend

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „potz
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „potz
[1] canoonet „potz
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonpotz
[1] The Free Dictionary „potz
[1] Duden online „potz

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 „potz“, Seite 715.
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9 „potz“, Seite 1032 f.
  3. Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Simplicius Simplicissimus. In: Projekt Gutenberg-DE. (URL).
  4. Christoph Dieckmann: Sieger der Geschichte. In: Zeit Online. Nummer 50, 7. Dezember 2000, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 21. März 2013).
  5. Peter Gillies: Vom abscheulich nützlichen Kapitalismus. In: Welt Online. 29. Juli 2000, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 21. März 2013).