Werst

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Werst (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ die Werst die Wersten
Genitiv der Werst der Wersten
Dativ der Werst den Wersten
Akkusativ die Werst die Wersten

Anmerkung:

Häufig wird bei Längenangaben nicht Wersten, sondern Werst benutzt: Wir sind fünf Werst von Moskau entfernt.

Worttrennung:

neue Rechtschreibung: Werst, Plural: Wers·ten
alte Rechtschreibung: Werst, Plural: Wer·sten

Aussprache:

IPA: [vɛʁst], Plural: [ˈvɛʁstn̩]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] altes Längenmaß im zaristischen Russland, das ab 1835 1.066,78 Metern, vorher 1.077 Metern entsprach

Abkürzungen:

[1] W

Herkunft:

Das Wort ist in Berichten über Russland seit dem 16. Jahrhundert nachzuweisen. Es handelt sich um eine Entlehnung von верст (werst) → ru, der Form im Genitiv Plural von верста (wersta) → ru (Wegmaß). верста wiederum stammt vom Verb вертеть (wertet’) → ru (wenden) ab.[1]

Oberbegriffe:

[1] Längenmaß

Beispiele:

[1] „In der Gegend von Pérékop: der alte See (Staroy Osero) von 15 Wersten im Umfange, der das beste Salz und das meiste von demjenigen liefert, was in das Innere des Reichs gebracht wird“.[2]
[1] „Nachdem wir von der Höhe hinabgestiegen waren und etwa 35 Werst zurückgelegt hatten, lagerten wir uns am linken Ufer des Tentek, der, nachdem er hier alle seine Zuflüsse in ein Strombett vereinigt hat, nach NNO. fliesst.“[3]
[1] „Von einem Gehangrande zum anderen ist bei kleinen Flüssen von 50 bis 100 Wersten Länge 1 bis 112 Werst, bei größeren Flüssen von 400 bis 600 Wersten Länge 2 bis 3 Wersten Zwischenraum.“[4]
[1] „Gegen Osten, 15 Werst von hier, befindet sich die Stadt Paisbat, aus welcher der Vitriol erhalten wird.“[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Werst
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Werst
[1] canoo.net „Werst
[1] Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter. In: Der große Duden (in acht Bänden). 15. Auflage. Band 1, Bibliographisches Institut, Mannheim 1961, Eintrag „Werst“, Seite 760

Quellen:

  1. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Werst
  2. Johann Friedrich Gmelin (Hrsg.): Göttingisches Journal der Naturwissenschaften, Erster Band, 1798, S. 119
  3. August Heinrich Petermann: Mittheilungen aus Justus Perthes’ geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der Geographie, 1868, S. 82
  4. Johann Georg Kohl: Reisen in Südrußland, Erster Theil, 1841, S. 70
  5. F. J. Bertuch (Hrsg.): Neue Allgemeine Geographische Ephemeriden, Dritter Band, 1818, S. 396