Ersatzwort

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Ersatzwort (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Ersatzwort

die Ersatzwörter

Genitiv des Ersatzworts
des Ersatzwortes

der Ersatzwörter

Dativ dem Ersatzwort
dem Ersatzworte

den Ersatzwörtern

Akkusativ das Ersatzwort

die Ersatzwörter

Worttrennung:

Er·satz·wort, Plural: Er·satz·wör·ter

Aussprache:

IPA: [ɛɐ̯ˈzat͡sˌvɔʁt]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Ersatzwort (Info)

Bedeutungen:

[1] Wort, das ein anderes Wort ersetzt oder ersetzen kann oder soll, wenn dieses nicht verwendet werden kann, darf oder soll

Synonyme:

[1] Substitutionswort

Sinnverwandte Wörter:

[1] Synonym

Beispiele:

[1] „seit dem 17. Jahrhundert Ersatzwort für Partizip“[1]
[1] „Das zugrundeliegende Verb ‚enttäuschen‘ wurde im 19. Jahrhundert als erfolgreiches Ersatzwort für die aus der französischen Sprache entlehnten Fremdwörter ‚detrompieren‘ (détromper) und ‚desabusieren‘ (désabuser) gebildet.“[2]
[1] „Da die Berner Stadtverwaltung ganz bodenständig denkt und sich nicht anschickt, nach den Sternen zu greifen, brauchte sie sich auch kein Ersatzwort für ‚bemannte Raumfahrt‘ auszudenken. Was wäre dabei herausgekommen? ‚Bemenschte Raumfahrt‘? Im Unterschied zur behundeten oder beafften Raumfahrt?“[3]
[1] „Deswegen beschränkt sich dieses Konzept nicht nur auf die Fremdwortvertilgung oder Erschaffung der Ersatzwörter, sondern umfasst auch die binnenlinguale Bereinigung.“[4]
[1] „Im Olympia-Sonderheft der ‚Berliner Illustrierten‘ werden dann 1936 der neue Name ‚Reichssportfeld‘, das vom Sprachverein bekämpfte Wort ‚Stadion‘ und das von ihm nicht ohne Erfolg propagierte Ersatzwort ‚Kampfbahn‘ in einem einzigen Satz verwendet.“[5]
[1] „Zum ersten Mal in einer neuen Bibelübersetzung wird der Gottesname JHWH im Alten Testament in dieser Form gelassen. Das Ersatzwort ‚Herr‘, welches im Neuen Testament fest verankert ist, wird durch die besondere Schreibweise HERR hervorgehoben.“[6]
[1] „Bei den von einem Kritiker akzeptierten Ersatzwörtern handelte es sich jeweils um solche, die von einem anderen abgelehnt worden waren.“[7]
[1] „Der einzig sichere Weg, der damals zur erfolgreichen Annahme eines Ersatzwortes führte, war, es durch einflußreiche Schriftsteller verbreiten zu lassen.“[7]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Ersatzwort
[*] canoonet „Ersatzwort

Quellen:

  1. Duden online „Mittelwort
  2. Wikipedia-Artikel „Enttäuschung“ (Stabilversion)
  3. Sebastian Sick: Zwiebelfisch: Die Entmannung unserer Sprache. 2010 auf spiegel.de
  4. Mateusz Cwik: Wandel der Illokution der sprachpuristischen Konzeptionen vom 17. bis zum 20. Jh. (bis 1945). Zürich 2008, Seite 10.
  5. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. De Gruyter, Berlin/New York 2000, Nachdruck der Ausgabe von 1998, Seite 546. ISBN 3-11-016888-X
  6. Heike Schmoll: Rückkehr zur Ursprache. Die Revision der "Gute Nachricht"-Bibel und ihre Vorgeschichte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.1997, Nummer 69, Seite 12.
  7. 7,0 7,1 Alan Kirkness: Zur Sprachreinigung im Deutschen 1789–1871. Eine historische Dokumentation. Tübingen 1975, Seiten 145 und 169.