uroborisch

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uroborisch (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
uroborisch
Alle weiteren Formen: uroborisch (Deklination)
[1] der Uroboros beißt sich selbst in den Schwanz

Alternative Schreibweisen:

ouroborisch

Worttrennung:

uro·bo·risch, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: []
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] Psychologie, Philosophie: in einem (frühkindlichen, urweltlichen) Zustand, in dem nicht zwischen Innen- und Außenwelt und den Geschlechtern differenziert wird

Herkunft:

abgeleitet vom Substantiv Uroboros

Beispiele:

[1] „Hätte die Schlange nicht verführt, wäre Adam garnicht aus dem uroborischen Kreis hervorgekommen. Er hätte alles, aber kein ‚Ich‘.“[1]
[1] „Die Charaktere von M und von A ebenso wie ihre positiven und negativen Qualitäten verbinden und vertauschen sich hier miteinander uroborisch, das heiß jeder der vier Pole erweist sich durch seine Lage am uroborischen vierten Kreis als ein Indifferenzpunkt.“[2]
[1] „Sie stellen die erste Differenzierung des Uroboros in einen unteren und einen oberen Teil dar und symbolisieren die Ur-Eltern, den mütterlichen und den väterlichen Teil, die uroborische große Mutter und der uroborische große Vater.“[3]
[1] „Er nennt diesen Zustand uroborisch, da er einen paradiesischen, aber auf niedrigen Instinkten (reptilhaften) aufgebauten, allumfassenden und zugleich selbstbezogenen geistigen Zustand bildet, der Begriffe wie Raum und Zeit nicht kennt.“[4]
[1] „Man kann zunächst an einen uroborischen Inzest etwa auf der Stufe des Einbruchs des patriarchalen Uroboros nach E. Neumann denken und hat damit sicher Richtiges erfaßt.“[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

Quellen:

  1. Thomas Arzt, Roland Albert Dollinger, Maria Hippius (Gräfin Dürckheim): Philosophia naturalis: Beiträge zu einer zeitgemässen Naturphilosophie, Königshausen & Neumann, Würzburg 1996: Seite 100
  2. Erich Neumann: Die grosse Mutter: eine Phänomenologie der weiblichen Gestaltungen des Unbewussten, Walter-Verlag, Freiburg 1985, Seite 84
  3. Gerhard M. Walch: Wandlungen des Bewusstseins. Erich Neumanns Tiefenpsychologie der Kultur, 2010, Seite 161
  4. Robert Titus Feigl: Reise vom Garten Eden zum himmlischen Paradies, Grin-Verlag, 2011: Seite 9
  5. Gerhard Adler: Success and failure in analysis: proceedings, 1974: Seite 89

Ähnliche Wörter:

urbairisch