Windflüchter

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Windflüchter (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Windflüchter

die Windflüchter

Genitiv des Windflüchters

der Windflüchter

Dativ dem Windflüchter

den Windflüchtern

Akkusativ den Windflüchter

die Windflüchter

[1] Windflüchter (Pinus pinea) bei Castelldefels, Spanien; Aufnahme vom 17. Juni 2005
[1] durch den Mistral geformter Windflüchter (Quercus suber) im Rhonetal, Frankreich; Aufnahme vom 4. Mai 2006

Worttrennung:

Wind·flüch·ter, Plural: Wind·flüch·ter

Aussprache:

IPA: [ˈvɪntˌflʏçtɐ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] Baum, dessen Wuchs durch den überwiegend aus einer Himmelsrichtung wehenden Wind beeinflusst wird und sich deshalb im Laufe der Zeit einseitig verformt

Herkunft:

Determinativkompositum, zusammengesetzt aus Wind und Flüchter

Oberbegriffe:

[1] Windwuchs

Unterbegriffe:

[1] Windschur

Beispiele:

[1] An den Küsten kann man am häufigsten Windflüchter sehen, weil dort beständig der Wind aus einer Richtung weht.
[1] „Die Landschaft des Darßes ist herb und verschlossen. Aus Himmel, Land und Meer, aus Wind, Wellen und Licht fügt sie sich zu jenem eigenartigen Reiz, den die Windflüchter am Weststrand, die geduckten, strohbedachten Häuser, das kaum wahrnehmbare Übergehen des Himmels in das Meer am Horizont und der sich nach oben öffnende Raum des Waldes bestimmen.“[1]
[1] „Immer wieder stürzen direkt am Meer unterspülte Bäume um, die durch den ständigen Wind zum Teil bizarre Formen angenommen haben. Man nennt sie ‚Windflüchter‘.“[2]
[1] „Hier sahen wir auch die ersten ‚Windflüchter‘, d. h. tief gebeugte und bizarr geformte Bäume, denen der Sturm die seeseitigen Äste und Blätter genommen hat.“[3]
[1] „Nur der Wind bläst fast immer, zur Freude der Surfer und Drachenliebhaber, und formt bizarr gebogene Bäume, sogenannte ‚Windflüchter‘.“[4]
[1] „Aus dem Wald tretend, werden wir wieder in Blau getaucht und sind fasziniert von den Windflüchtern, die typisch sind für diese Küstenlandschaft.“[5]
[1] „Gleich am ersten Tag musste ich mir Begriffe erklären lassen, die hier zum Grundwortschatz gehören, aber einem im Süden so gut wie nie begegnen: Bodden, Windflüchter, Buhnen.“[6]
[1] „Da drauf stehen Bäume, Windflüchter, die typisch für diesen Strand sind.“[7]
[1] „Berühmt sind die Windflüchter am Darßer Westrand, das sind die wegen der vorherrschenden Weststürme einseitig wachsenden Buchen, die allerdings heute fast alle der Uferabrasion zum Opfer gefallen sind.“[8]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Duden online „Windflüchter
[1] Wikipedia-Artikel „Windflüchter
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Windflüchter
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWindflüchter

Quellen:

  1. Herbert A. W. Kasten: DER DARSS. Urwaldland zwischen Meer und Bodden. Neumann, Radebeul/Berlin 1952, Seite 31 (Zitiert nach Google Books).
  2. Klaus Thiele: Wo der Seeadler seine Kreise zieht. In: Nürnberger Nachrichten. 22. Juni 1991, Seite 51.
  3. Usedom: die sonnigste Ostseeinsel. In: Vorarlberger Nachrichten. 23. September 2000, Seite F4.
  4. Harald Heck: Steilküste mit Windflüchter. In: taz.die tageszeitung. 9. Juni 2001, ISSN 0931-9085, Seite 29.
  5. Regina Christina Grobelny: Das Haus am Bodden. Teil Ⅲ. 1. Auflage. Ed. Altstadt-Verlag, Rostock 2002, ISBN 978-3-935319-49-2, Seite 20 (Zitiert nach Google Books).
  6. Im Angesicht des Unendlichen. In: Neue Zürcher Zeitung. 6. Oktober 2003, ISSN 0376-6829, Seite 25.
  7. Hans Gasser: Wie macht man ein gutes Urlaubsfoto? In: Süddeutsche Zeitung. 12. Juni 2008, ISSN 0174-4917, Seite V2/2.
  8. Otfried Wagenbreth, Walter Steiner (Herausgeber): Geologische Streifzüge. Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelberg. 4. Auflage. Springer, Berlin 1990 (Nachdruck 2015), ISBN 978-3-662-44727-7, Seite 45 (Zitiert nach Google Books).