verstreichen

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des Jahres 2008 das Wort der Woche.

verstreichen (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb, transitiv[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich verstreiche
du verstreichst
er, sie, es verstreicht
Präteritum ich verstrich
Konjunktiv II ich verstriche
Imperativ Singular verstreiche!
Plural verstreicht!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
verstrichen haben
Alle weiteren Formen: Flexion:verstreichen
[1] mit dem Pinsel wurde Farbe verstrichen

Worttrennung:

ver·strei·chen, Präteritum: ver·strich, Partizip II: ver·stri·chen

Aussprache:

IPA: [fɛɐ̯ˈʃtʀaɪ̯çn̩], Präteritum: [fɛɐ̯ˈʃtʀɪç], Partizip II: [fɛɐ̯ˈʃtʀɪçn̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild verstreichen (Info), Präteritum: Lautsprecherbild verstrich (Info), Partizip II: Lautsprecherbild verstrichen (Info)
Reime: -aɪ̯çn̩

Bedeutungen:

[1] eine verteilbare Masse auf einer Oberfläche auftragen
[2] Risse oder Löcher verfugen

Herkunft:

Derivation (Ableitung) des Verbs streichen mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) ver- im Sinne der Hervorbringung eines Resultates

Synonyme:

[1] anmalen, anpinseln, anstreichen, aufbringen, aufstreichen, auftragen, beschmieren, schmieren, streichen
[2] auffüllen, ausbessern, ausfüllen, ausgleichen, glätten, glattreiben, spachteln, verfugen, verkitten, verschmieren, verspachteln, zuschmieren

Gegenwörter:

[1] abbrennen, abhobeln, abfeilen, abkratzen, ablösen, abreiben, abschaben, abschleifen, abschmirgeln, abziehen, entfernen, wegkratzen
[2] aufstemmen, bohren, löchern

Oberbegriffe:

[1] Masse verteilen
[2] Oberfläche ausbessern, ergänzen

Unterbegriffe:

[1] beizen, lackieren, lasieren

Beispiele:

[1] Alles über die Torte gießen und mit einem Teigschaber glatt verstreichen.[1]
[1] Kuvertüre im Wasserbad schmelzen und gleichmäßig auf beiden Marzipanplatten verstreichen.[2]
[1] Wenn eine Lasur tropfgehemmt ist, kann sie sehr leicht verstrichen werden.
[2] Ein Falzbein ist ein nützliches Werkzeug, um Fugen zu verstreichen.
[2] Vor dem Tapezieren sollten Löcher und Risse in den Wänden mit Spachtelmasse verstrichen werden.
[2] Legen sie einen Veredelungsverband mit Bast an und verstreichen sie die Wunde mit Baumwachs.[3]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Apfelmasse, Aprikosenmarmelade, Butter, Creme, Dotter, Eigelb, Honig, Majonäse, Marillenmarmelade, Marmelade, Mayonnaise, Milch, Quarkmasse, Teig, Tomaten verstreichen
[1] Farbe, Grundfarbe, Kleister, Paste, Salbe, Wärmeleitpaste verstreichen
[1] auf d.. Blech, Pizza, Pizzateig, Teig, Tortenboden, Zutaten verstreichen
[2] Fugen, Lagerfuge, Risse, Schnittstellen, Stoßfuge, Wunden (Botanik) verstreichen
[*] dünn, flüssig, glatt, gleichmäßig, gut, hauchdünn, leicht, optimal, vorsichtig, schwer (zu) verstreichen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „verstreichen“.
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „verstreichen
[1] canoo.net „verstreichen
[1] Duden online „verstreichen

Quellen:

  1. Thorsten Lange: Sachertorte. In: Zeit Online. 11. April 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 11. Oktober 2012).
  2. Hochzeitstorte mit Orangen-Sahne. In: Berliner Morgenpost Online. 4. Mai 2002, ISSN 0949-5126 (Onlinezugriff eingeschränkt, URL, abgerufen am 11. Oktober 2012).
  3. Rindenpfropfen. Gartenbauverein Dillingen, abgerufen am 11. Oktober 2012.

Verb, intransitiv[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich verstreiche
du verstreichst
er, sie, es verstreicht
Präteritum ich verstrich
Konjunktiv II ich verstriche
Imperativ Singular verstreiche!
Plural verstreicht!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
verstrichen sein
Alle weiteren Formen: Flexion:verstreichen

Anmerkung:

Die Wendung etwas verstreicht tritt häufig auch in Verbindung mit dem Verb lassen und dem Hilfsverb haben auf (z.B. "Jemand hat eine Frist verstreichen lassen."). Dennoch wird dabei das Verb verstreichen unflektiert (ungebeugt) verwendet, da das Akkusativobjekt in transitiver Beziehung zum Verb lassen steht.

Worttrennung:

ver·strei·chen, Präteritum: ver·strich, Partizip II: ver·stri·chen

Aussprache:

IPA: [fɛɐ̯ˈʃtʀaɪ̯çn̩], Präteritum: [fɛɐ̯ˈʃtʀɪç], Partizip II: [fɛɐ̯ˈʃtʀɪçn̩]
Hörbeispiele: —, Präteritum: —, Partizip II:
Reime: -aɪ̯çn̩

Bedeutungen:

[1] Zeit vergeht
[2] Ereignis, Möglichkeit versäumen; Frist verabsäumen

Herkunft:

Derivation (Ableitung) des Verbs streichen mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) ver- im Sinne der Hervorbringung eines Resultates

Synonyme:

[1] ablaufen, fortschreiten, vergehen, passieren, verrinnen, vorübergehen
[2] verabsäumen, verpassen, versäumen

Gegenwörter:

[1] zeitlich stillstehen
[2] ausschöpfen, nutzen

Oberbegriffe:

[1] ereignen
[2] entschwinden, verschwinden

Beispiele:

[1] Die von unbewussten neuronalen Prozessen erarbeitete Lagebeurteilung "Höchste Gefahr" scheint das Verarbeitungsintervall zu verkürzen, wodurch eine größere Zahl von Einzelbildern innerhalb einer Sekunde erlebt werden kann – die Zeit scheint dann langsamer zu verstreichen.[1]
[1] »… Der Tag war in Feierlichkeiten und Feierkleidern hingegangen; ein Teil der Nacht sollte wenigstens unter freiem, liebevollem Gespräch verstreichen«.[2]
[1] Bis all das bei den Devisenmärkten ankommt und im Euro-Kurs honoriert wird, kann Zeit verstreichen.[3]
[2] Ein Ultimatum, sich bis 15.00 Uhr zu ergeben, hatten die Rebellen zunächst verstreichen lassen, bis sie sich schließlich doch ergaben.[4]
[2] In Antalya verstreicht ein Gerichtstermin nach dem anderen – ohne Ergebnis.[5]
[2] Wer einen Flug storniert oder verstreichen lässt, fällt nicht um den gesamten Betrag um.[6]

Redewendungen:

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Jahre, Monate, Stunden, Tage, Wochen, verstreichen / sind verstrichen
[1] Leben, Legislaturperiode, Weihnachtsferien, Zeit, Zeitspanne verstreicht / verstreichen
[2] Chance, Erklärungsfrist, Frist, Gelegenheit, Option, Ultimatum verstreicht (verstreichen lassen)
[2] Abgabefrist, Anmeldefrist, Ausschlussfrist, Einspruchsfrist, Frist, Klagefrist, Nacherfüllungsfrist, Nachfrist, Termin, Trauerfrist ist verstrichen / verstreicht
[2] einfach, ergebnislos, fruchtlos, tatenlos, ungenutzt/ungenützt verstreichen (lassen)

Wortbildungen:

Konversionen: Verstreichen, verstreichend, verstrichen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „verstreichen“.
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „verstreichen
[1] canoo.net „verstreichen

Quellen:

  1. Peter Markl: Wenn die Stunden verfliegen. In: Wiener Zeitung Online. 2. Dezember 2005 (URL, abgerufen am 11. Oktober 2012).
  2. Johann Wolfgang von Goethe: Die Wahlverwandtschaften. In: Projekt Gutenberg-DE. (URL).
  3. Wilfried Herz: Die Chance des Euro. In: Zeit Online. Nummer 45/2000, 2. November 2000, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 11. Oktober 2012).
  4. Nicola Glass: Meuterei in Manila: Wieder Putsch gescheitert. In: DiePresse.com. 29. November 2007 (URL, abgerufen am 11. Oktober 2012).
  5. Thomas Vieregge: Fall Marco: Urlaubsflirt mit unabsehbaren Folgen. In: DiePresse.com. 12. November 2007 (URL, abgerufen am 11. Oktober 2012).
  6. pic: Konsumententest: Bei Stornierung: Airlines halten Taxen zurück. In: DiePresse.com. 12. Oktober 2007 (URL, abgerufen am 11. Oktober 2012).

Ähnliche Wörter:

abstreichen, verschreiben, versteifen