sich einen feuchten Kehricht um etwas scheren

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sich einen feuchten Kehricht um etwas scheren (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Nebenformen:
sich einen feuchten Kehricht um etwas kümmern
sich einen feuchten Kehricht für etwas interessieren
sich einen Dreck um etwas kümmern

Worttrennung:
sich ei·nen feuch·ten Keh·richt um etwas sche·ren

Aussprache:
IPA: [zɪç aɪ̯nən ˈfɔɪ̯çtn̩ ˈkeːʁɪçt ʊm ˈɛtvas ˈʃeːʁən]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild sich einen feuchten Kehricht um etwas scheren (Info)

Bedeutungen:
[1] umgangssprachlich; barsch, drastisch: feuchter Kehricht ist ein anderer Begriff für Staub oder Dreck, also etwas sehr Minderwertiges und wirkt hier als Verstärker: für etwas überhaupt keine Sorge tragen, jemandem gar nicht wichtig sein, etwas überhaupt nicht beachten

Beispiele:
[1] Je mehr Bergsteiger sich am Everest versuchen, desto größer wird der Müllberg, der entsorgt werden muss. Desto schwieriger wird es, alle zu kontrollieren. Und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich doch einige schwarze Schafe finden, die sich um Umweltschutz einen feuchten Kehricht scheren.[1]
[1] „Die Deutschen werden bewundert und gefürchtet, sie sind die Siegertypen, zu denen man aufschaut“, sagt [der Autor Roman] Schatz. „Während die Finnen tief überzeugt sind, dass kein Mensch auf der ganzen Welt sich einen feuchten Kehricht um sie schert.“[2]
[1] Von der Bespitzelung der deutschen Bürger durch die NSA habe sie erst durch Zeitungslektüre erfahren, sagte sie mit arglosem Gesicht. Auch davon, dass die amerikanischen Geheimdienste sich einen feuchten Kehricht um die deutsche Verfassung scheren und fröhlich auf den Grundrechten der Deutschen - wie dem Schutz von deren Privat- und Intimsphäre - herumtrampeln dürfen […][3]
[1] „Wenn Herr Schröder uns Grüne nicht mag, schert uns das einen feuchten Kehricht. Von einem Putin-Lakaien wollen wir gar nicht geliebt werden“, sagte der europäische Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer dem Tagesspiegel.[4]
[1] Denn der [Maulwurf] schert sich einen feuchten Kehricht um ornamentale Rasenflächen und zentrale Sichtachsen. Der Maulwurf ist seit jeher der natürliche Feind der barocken Ordnung.[5]
[1] Um ihn [den englischen Maler William Turner] herum gab es genügend Leute, die das Genie dieses jungen Mannes erkannten, der - anders, als es damals üblich war - die Landschaftsmalerei nicht verachtete und sich im Übrigen einen feuchten Kehricht um Genregrenzen scherte.[6]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] mit Substantiv: sich einen feuchten Kehricht um Armut von …, die Bundeswehr, den Bürgerkrieg in …, Datenschutz, die Gesellschaft, die Gesetze, seine Mitmenschen, Sicherheit von …, Sicherheitsvorschriften, soziale Standards, die Umwelt, den Umweltschutz, die Umweltschutzvorschriften, eine Vereinbarung, Verhütung scheren

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

Quellen:

  1. Stefan Nestler: Bergmüll, Müllberg?. In: Deutsche Welle. 5. Juni 2010 (URL, abgerufen am 16. Juli 2018).
  2. Jan Puhl: Die Deutschen im Ausland - Auf Socken unter Fremden. In: Spiegel Online. 16. Dezember 2008, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 16. Juli 2018).
  3. Hans Peter Schütz: Abhör-Skandal - Pofalla muss gehen!. In: stern.de. 22. Juli 2013, ISSN 0039-1239 (URL, abgerufen am 16. Juli 2018).
  4. Stephan Haselberger, Florian Niedermann: "Bettvorleger" - Schröder zankt sich mit den Grünen. In: Der Tagesspiegel Online. 25. Oktober 2017 (URL, abgerufen am 16. Juli 2018).
  5. Sascha Lehnartz: Lifestyle - Mann gegen Maulwurf. In: Welt Online. 31. März 2013, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 16. Juli 2018).
  6. Hannes Stein: Flammen über der Themse. In: Welt Online. 22. August 2008, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 16. Juli 2018).