sich einen feuchten Kehricht für etwas interessieren

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sich einen feuchten Kehricht für etwas interessieren (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Nebenformen:

sich einen feuchten Kehricht um etwas kümmern
sich einen feuchten Kehricht um etwas scheren
sich einen Dreck um etwas kümmern

Worttrennung:

sich ei·nen feuch·ten Keh·richt für etwas in·te·r·es·sie·ren

Aussprache:

IPA: [zɪç aɪ̯nən ˈfɔɪ̯çtn̩ ˈkeːʁɪçt fyːɐ̯ ˈɛtvas ɪntəʁɛˈsiːʁən]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild sich einen feuchten Kehricht für etwas interessieren (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: barsch, drastisch: feuchter Kehricht ist ein anderer Begriff für Staub oder Dreck, also etwas sehr Minderwertiges und wirkt hier als Verstärker: jemandem gar nicht wichtig sein, etwas überhaupt nicht beachten

Beispiele:

[1] „Was nerven Sie mich im Urlaub, mich interessiert die Arbeit im Augenblick einen feuchten Kehricht!
[1] Es stimmte zwar, dass er sich einen feuchten Kehricht für Kunst interessierte, doch er war ein wahrer Enthusiast, was den nackten, weiblichen Körper anging.[1]
[1] Für die Auslandseinsätze der Bundeswehr interessiert sich leider die Öffentlichkeit, bis auf ein paar Journalisten, einen feuchten Kehricht.
[1] Christoph Markschies hat in Berlin […] eine Ausstellung über 'Wunderheilung in der Antike' organisiert. „Das haben Kliniken gefördert, die ganz gewiss keine Wunderheilungen durchführen und sich für Antike eigentlich einen feuchten Kehricht interessieren.[2]
[1]  Willkommen in der postfaktischen Welt
Ich sage dir, was wahr ist und was nicht
Und welches Urteil darüber dann die Nachwelt fällt ...?
Weißt du was, das interessiert mich einen feuchten Kehricht[3]
[1] „Um ehrlich zu sein“, ruft Penny […] in das zu 90 Prozent weibliche Publikum hinein, „I don’t fucking care about men.“ Männer interessieren sie einen feuchten Kehricht. Eltahawy stimmt ihr begeistert zu: „Ich war für zwei Jahre verheiratet. Es war der größte Fehler meines Lebens und wird nie wieder passieren.“[4]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

Quellen:

  1. Christopher Moore: Verflixtes Blau!. Goldmann Verlag, 2012, ISBN 9783641085544, Seite 174 (Zitiert nach Google Books)
  2. Daniel Kaiser: Was wird aus den Denkern? - In Hamburg wird über Perspektiven der Geisteswissenschaften debattiert. In: Deutschlandradio. 21. November 2006 (Deutschlandfunk / Köln, Sendung: Campus & Karriere, URL, abgerufen am 16. Juli 2018).
  3. Thomas Pigor: Chanson des Monats Dezember 2016 - Willkommen in der postfaktischen Welt. In: Deutschlandradio. 8. Dezember 2016 (Deutschlandfunk / Köln, Sendung: Corso, URL, abgerufen am 16. Juli 2018).
  4. Jan Küveler: Feminismus - Warum hasst Laurie Penny die Männer so?. In: Welt Online. 14. September 2015, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 16. Juli 2018).