schwertun

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schwertun (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich tue schwer
tu schwer
du tust schwer
er, sie, es tut schwer
Präteritum ich tat schwer
Konjunktiv II ich täte schwer
Imperativ Singular tu schwer!
tue schwer!
Plural tut schwer!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
schwergetan haben
Alle weiteren Formen: Flexion:schwertun

Anmerkung:

„Man schreibt sich schwertun […] zusammen, auch wenn das Adjektiv erweitert oder gesteigert ist: Mit dieser Aufgabe hat sie sich [sehr] schwergetan, schwerergetan. Aber: Damit hat sie sich allzu schwer getan, noch [viel] schwerer getan. Bei sich handelt es sich meist um einen Akkusativ, selten um einen Dativ: Ich habe mich / mir in der Schule nicht schwergetan.[1]

Worttrennung:

schwer·tun, Präteritum: tat schwer, Partizip II: schwer·ge·tan

Aussprache:

IPA: [ˈʃveːɐ̯ˌtuːn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild schwertun (Info)

Bedeutungen:

[1] reflexiv, mit Akkusativ, seltener mit Dativ; umgangssprachlich: Schwierigkeiten, Mühe haben; (mit jemandem, etwas) nur schwer, mühevoll fertigwerden

Herkunft:

Ableitung eines Partikelverbs zum Verb tun mit dem Präverb (Verbpartikel, Verbzusatz) schwer

Synonyme:

[1] bairisch: harttun

Gegenwörter:

[1] leichttun

Beispiele:

[1] „Was am Lido zutage trat, war die Krise der Institution selbst, der Filmfestivals, die sich schwertun, vom überlebten Stil der Repräsentationsschau loszukommen, der ihnen noch aus der Zeit vor der Filmkrise anhängt.“[2]
[1] „Mag sein, aber es trifft zu für die CDU als Ganzes. Sie gelten als Kopf einer Reformbewegung in dieser Partei, die sich seit jeher schwertut mit Reformen.“[3]
[1] „Fragte mich aber ein Freund, wo auf den Lofoten er sein Urlaubsquartier aufschlagen solle, ich täte mich mit der Antwort schwer.[4]
[1] „Der westdeutsche Rechts- und Justizstaat hat sich schon schwergetan, das Abhören von Telephonen und das Öffnen von Briefen verfassungsrechtlich zu regeln.“[5]
[1] „Ein Freudianer täte sich nicht allzu schwer, Jungs Jugenderlebnis vom scheißenden Gott analytisch aufzulösen als Verbildlichung eines Vaterkomplexes; schließlich war Jungs Vater Pfarrer.“[6]
[1] „Kinder mit solch einem Verhalten beschrieb Anfang der vierziger Jahre erstmals der amerikanische Psychiater Leo Kanner. Frühkindlichen Autismus nannte er das rätselhafte Krankheitsbild. […] Die Tatsache, daß sich völlig überforderte Mütter und Väter schwertaten, mit einem Kind umzugehen, dessen eigentümliches Verhalten erschreckt und an den Nerven zehrt, hatte zu falschen Rückschlüssen geführt.“[7]
[1] „Schulz war einer der wenigen vom Bündnis 90, die sich an den Debatten beteiligten. Die sind ohnehin in der Minderheit, und es scheint, als täten sich die ‚Ossis‘ noch recht schwer mit dem Politikverständnis der Grünen.“[8]
[1] „Insbesondere IBM scheint sich mit dem neuen Standard in spe schwerzutun: […].“[9]
[1] „Und auch in Frankreich, Schweden oder Polen tue man sich weniger schwer, vergleichbare Konzepte zu realisieren.“[10]
[1] „Ach Hamburg, du Schöne, was tust du dich schwer mit dem täglichen Leben; und wie schwer machen es dir zusätzlich diejenigen, die es gut mit dir meinen.“[11]
[1] „Sieht sich DeLillo, als Sohn italienischer Immigranten 1936 in der Bronx geboren, als typisch amerikanischen Schriftsteller? Du sollst dir kein Bildnis machen: «Ich tue mich schwer damit, wenn die Leute mich auf einem bestimmten Weidegrund abstellen wollen, wenn ich den Etiketten entsprechen soll, die sie mir applizieren. […]»“[12]
[1] „Wenn ein 1960 geborener Forscher und Autor wie Ignacio Martínez de Pisón dieser Frage nachgeht, liegt das daran, dass sich Spanien mit der Aufarbeitung seiner jüngeren Vergangenheit lange sehr schwertat.[13]
[1] „Mit Religion tue ich mir schwer.[14]
[1] „Er sei Kärntner und Österreicher, sagt er, und komme damit aus einem Bundesland, das sich bis heute mit der Aufarbeitung der NS-Zeit mehr als schwertue.[15]
[1] „Und der begann so: ‚Um es vorweg klarzustellen: Deutschland ist nicht das Dritte Reich, und Merkel nicht Hitler. Aber: (…)‘ Ich gestehe, dass ich mir schwertue, nach einer solchen Einleitung weiterzulesen. Das Wort ‚aber‘ ist eine Konjunktion, die eine Einschränkung oder Berichtigung des vorher Gesagten einleitet, einen Vorbehalt.“[16]
[1] „Ich muss zugeben, dass ich mich mit sozialen Netzwerken noch schwertue.[17]
[1] „‚Bei einem anderen sind wir draufgekommen, dass er Analphabet ist, da tust dir dann schon schwer‘, sagt der Lehrer, aber mit einem Buch mit Bildern wusste man sich zu helfen.“[18]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schwertun
[1] The Free Dictionary „schwertun
[1] Duden online „schwertun
[1] wissen.de – Wörterbuch „schwertun
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „schwertun
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalschwertun

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Richtiges und gutes Deutsch. Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle. In: Der Duden in zwölf Bänden. 7., vollständig überarbeitete Auflage. Band 9, Dudenverlag, Mannheim 2012 (auf der Buchausgabe von 2012 beruhende elektronische Version), Stichwort »schwertun, sich«.
  2. Enno Patalas: Kunst ohne Geschäft. In: DIE ZEIT. Nummer 37, 10. September 1965, ISSN 0044-2070, Seite 16 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 19. Juni 2019).
  3. „VERSÖHNUNG MIT UHUS UND PINSCHERN“. In: DER SPIEGEL. Nummer 41, 7. Oktober 1968, ISSN 0038-7452, Seite 49 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 19. Juni 2019).
  4. Kristian Klaas: Die Insel des Mahlstroms. In: DIE ZEIT. Nummer 51, 14. Dezember 1973, ISSN 0044-2070, Seite 55 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 19. Juni 2019).
  5. Rudolf Augstein: Atomstaat oder Rechtsstaat In: DER SPIEGEL. Nummer 10, 28. Februar 1977, ISSN 0038-7452, Seite 34 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 19. Juni 2019).
  6. Hans Krieger: Schattenkampf. In: DIE ZEIT. Nummer 48, 23. November 1984, ISSN 0044-2070, Seite 70 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 19. Juni 2019).
  7. Waltraud Kirsch-Mayer: Ein Schneckenhaus der Seele. In: Mannheimer Morgen. Nummer 232, 8. Oktober 1987, Seite 03.
  8. Der Bundeskongreß in Mannheim demonstrierte trotz der internen Kontroversen Sachlichkeit und Geschlossenheit. In: Nürnberger Nachrichten. 28. Februar 1994, Seite 3.
  9. Positionen im Desktop-Markt sind nicht so leicht zu erschüttern. In: COMPUTER ZEITUNG. Nummer 50, 15. Dezember 1994, ISSN 0341-5406, Seite 19.
  10. Kai Schmidt: „Worldhaus TV“ soll in Weimar „alles filmen, was sich bewegt“. In: Frankfurter Rundschau. 27. Mai 1999, ISSN 0940-6980, Seite 10.
  11. Klaus Peter Nebel: Marathon: Was Beiersdorf dem Abendblatt antwortet. In: Hamburger Abendblatt. 19. April 2002, ISSN 0949-4618, Seite 1.
  12. Angela Schader: Vom Unbehagen an der Gegenwart. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. September 2003, ISSN 0376-6829, Seite 33 (NZZ Archiv-URL, abgerufen am 19. Juni 2019).
  13. Spanische Mysterien. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. Juni 2007, ISSN 0376-6829, Seite 1.
  14. „Man frisst das nicht“. In: Falter. 22. Dezember 2010, Seite 60.
  15. Cathrin Kahlweit: Maler gegen das Vergessen. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Januar 2013, ISSN 0174-4917, Seite 8.
  16. Diese Deutschen. In: Die Presse. 19. Mai 2013, ISSN 1563-5449, Seite 10, DNB 947702091.
  17. Varinia Bernau, Helmut Martin-Jung: „Wir sind zu spät zur Party gekommen“. In: Süddeutsche Zeitung. 4. November 2013, ISSN 0174-4917, Seite 18.
  18. Colette M. Schmidt: „Wir machen hier die Anti-Saualm“. In: DER STANDARD. 27. August 2015, Seite 8.