schicklich

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schicklich (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
schicklich schicklicher am schicklichsten
Alle weiteren Formen: Flexion:schicklich

Worttrennung:

schick·lich, Komparativ: schick·li·cher, Superlativ: am schick·lichs·ten

Aussprache:

IPA: [ˈʃɪklɪç]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] veraltend, gehoben: den Sitten, Normen, Konventionen einer Gesellschaft entsprechend
[2] veraltet, gehoben: einem Zweck / einer Bestimmung entsprechend

Synonyme:

[1] anständig, salonfähig
[1] gehoben: geboten, gebührend, geziemend, manierlich
[2] angemessen, geeignet, passend

Sinnverwandte Wörter:

[1] einwandfrei

Gegenwörter:

[1] unschicklich

Oberbegriffe:

[1] korrekt

Beispiele:

[1] „Dieses Kleid, was du da trägst, ist nicht schicklich genug für den Abend: Du musst deine Brüste nicht so herzeigen!“
[1] Es ist keineswegs schicklich, als Herr in geschlossenen Räumen seinen Hut aufzubehalten.
[1] Es klingt indonesisch und sieht auch so aus. „The First Modest Fashion Show“ zeigt Designer-Mode aus islamischen Ländern: schick und schicklich zugleich, „modest“ eben.[1]
[1] In Sure 33, Vers 59, heißt es: „Sage, Prophet, deinen Frauen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie ihr Übergewand (über ihr Antlitz) ziehen sollen, wenn sie ausgehen; so ist es schicklich, damit man sie als ehrbare Frauen erkenne und sie nicht belästige.“[2]
[1] Offenbar sah er [Klub-Chef Dietmar Beiersdorfer] es als wenig schicklich an, die sofortige Trennung [vom Trainer Bruno Labbadia] bekanntzugeben, als zur selben Zeit die Fans Labbadia mit Sprechchören feierten.[3]
[1] Es war [vor 300 Jahren] überhaupt nicht schicklich, von Porzellan zu speisen, sie haben das als sehr minderwertig empfunden, in besseren Kreisen hat man von Silber gegessen in allerhöchsten Kreisen von goldenen Tellern.[4]
[1] Damit verstieß sie [die französische Cellistin Lise Cristiani] gegen ein ungeschriebenes Gesetz der bürgerlichen Musikkultur: Vom öffentlichen Gebrauch der Musikinstrumente hatten Frauen sich fernzuhalten – allein das Spiel der Harfe und des Klaviers galt für sie als einigermaßen „schicklich“.[5]
[2] Über seine Heimat Königsberg, das heute russische Kaliningrad, sagte Immanuel Kant: „Ein schicklicher Platz zur Erweiterung sowohl der Menschenkenntnis als auch Welterkenntnis.“[6]
[2] 40 Lauchstädter Sommeraufführungen brachten den Theaterleuten schließlich ebenso viel Geld in die Kasse wie 100 Vorstellungen in Weimar. Worauf der Geheimrat Goethe sich für den Bau eines „schicklicheren Schauspielhauses“ stark machte, das nach kurzer Bauzeit im Juni 1802 mit der Aufführung einer Mozart-Oper glanzvoll eröffnet wurde.[7]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Substantiv: schicklicher Abstand, schickliches Kleid, schickliche Mode

Wortbildungen:

Schicklichkeit
schicklicherweise

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „schicklich
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schicklich
[*] canoonet „schicklich
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalschicklich
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „schicklich
[1] The Free Dictionary „schicklich
[1] Duden online „schicklich
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „schicklich

Quellen:

  1. Jürgen Hanefeld: Muslime als Touristen - Islam-Messe in Japan. In: Deutschlandradio. 30. November 2016 (URL, abgerufen am 18. Juni 2018).
  2. Stefanie Zießnitz: Europa - Stichwort: Burka. In: Deutsche Welle. 21. März 2010 (URL, abgerufen am 18. Juni 2018).
  3. Sport - HSV trennt sich von Trainer Bruno Labbadia. In: Deutsche Welle. 25. September 2016 (URL, abgerufen am 18. Juni 2018).
  4. Beatrix Novy: Vor 300 Jahren - Weißes Gold aus der Wiener Porzellanmanufaktur. In: Deutschlandradio. 25. Mai 2018 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Kalenderblatt, URL, abgerufen am 18. Juni 2018).
  5. Bert-Oliver Manig: Vor 190 Jahren geboren - Die französische Cellistin Lise Cristiani. In: Deutschlandradio. 24. Dezember 2017 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Kalenderblatt, URL, abgerufen am 18. Juni 2018).
  6. Barbara Cöllen: Kultur - Kants Heimat: Königsberg heute. In: Deutsche Welle. 12. Februar 2004 (URL, abgerufen am 18. Juni 2018).
  7. Silke Bartlick: Wagner 200 - Richard Wagner und Bad Lauchstädt. Bad Lauchstädt. Ein Städtchen in Sachsen-Anhalt. Und ein Ort der Inspiration für Richard Wagner. Nur weiß das heute kaum noch jemand. In: Deutsche Welle. 24. Januar 2013 (URL, abgerufen am 18. Juni 2018).
  8. Oxford Learner’s Dictionary „decent“
  9. Oxford Learner’s Dictionary „proper“