satzen
Erscheinungsbild
satzen (Deutsch)
[Bearbeiten]| Person | Wortform | |||
|---|---|---|---|---|
| Präsens | ich | satze | ||
| du | satzt | |||
| er, sie, es | satzt | |||
| Präteritum | ich | satzte | ||
| Konjunktiv II | ich | satzte | ||
| Imperativ | Singular | satz! satze! | ||
| Plural | satzt! | |||
| Perfekt | Partizip II | Hilfsverb | ||
| gesatzt | haben | |||
Keine weiteren Formen | ||||
Anmerkung:
- Das Verb satzen kommt vor allem als Partizip II gesatzt vor, und dann typischerweise in der Verbindung gesatztes Recht; ansonsten ist es sehr selten und findet sich gelegentlich im Zusammenhang mit Bebauungsplänen und Kollektivverträgen.
Worttrennung:
- sat·zen, Präteritum: satz·te, Partizip II: ge·satzt
Aussprache:
- IPA: [ˈzat͡sn̩]
- Hörbeispiele: —
- Reime: -at͡sn̩
Bedeutungen:
- [1] von Rechtsnormen: erlassen und schriftlich fixieren (im Gegensatz zum Gewohnheitsrecht und/oder Naturrecht)
Beispiele:
- [1] „Das Denkmalamt hatte angeregt, den B-Plan zu splitten, und den Teil des alten Schlosses gesondert zu behandeln und separat zu satzen.“[1]
- [1] „Folgende Maßnahmen zur Schließung der Lücken und Schlupflöcher sind vorgesehen: 1. Die Schaffung einer ausdrücklichen Möglichkeit für die Sozialpartner, einen einheitlichen (General-) Kollektivvertrag zu vereinbaren und diesen beim Bundeseinigungsamt satzen zu lassen.“[2]
- [1] „Sollte sich herausstellen, dass ein Bebauungsplan negative Auswirkungen auf die klimatologische Situation und somit die Gesundheit der Menschen in dieser Stadt hat, ist dieser entweder nicht zu satzen oder zumindest so zu verändern, dass der Schaden abgewendet wird.“[3]
- [1] „Nach Vollzug des Beschlusses wird im Rahmen einer öffentlichen Stadtratsbekanntgabe mitgeteilt, wenn der Bebauungsplan gesatzt wurde.“[4]
- [1] „Innerhalb des menschlichen Rechts lässt sich unterscheiden zwischen Gewohnheitsrecht und gesatztem Recht; das Kriterium der Unterscheidung ist die Schriftform.“[5]
- [1] „Der Herrscher stand somit über dem Recht, insofern er im Sinne konfuzianischer Ethik das vorhandene Recht interpretierte und dadurch erst zum Gesetz machte. Recht existierte demnach nur als Gesetz, als ‚gesatztes Recht‘.“[6]
- [1] „‚[…] Die Grundnorm ist nicht selbst gesatzt, sondern von der Rechtserkenntnis vorausgesetzt‘; sie ist eine ‚rechtstheoretische Hypothese‘.“[7]
Übersetzungen
[Bearbeiten] [1] (Rechtsnormen) erlassen und schriftlich fixieren
- [1] Wikipedia-Artikel „Positives Recht“ (dort auch gesatztes Recht)
- [*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [dwdsxl] Gegenwartskorpora mit freiem Zugang „gesatzt“
Quellen:
- ↑ Amts- und Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Oberneuching und der Mitgliedsgemeinden. 18. Dezember 2020, Seite 7, abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ Antrag betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Arbeitsverfassungsgesetz geändert wird. Nationalrat, 24. September 2025, Seite 2, abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ ÖDP /Freie Wähler: Antrag: Bebauungspläne sofort stoppen – Klimatische Gutachten für die Gesamtstadt durchführen. 29. Juni 2020, abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ StR-Sitzungen – Kommunalausschuss 17. Juni 2021 – Nichtöffentliche Tagesordnung –TOP 4. - Veröffentlichung. In: Rats-Informationssystem München. 2021, abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ Ulrich Rhode: Vorlesung „Einführung in das Kirchenrecht und Allgemeine Normen“. Mai 2024, abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ Rudolf Kranewitter: Dynamik der Religion. Schamanismus, Konfuzianismus, Buddhismus und Christentum in der Geschichte Koreas von der steinzeitlichen Besiedlung des Landes bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. LIT, 2005, ISBN 978-3-8258-8628-8, Seite 214 (Zitiert nach Google Books)
- ↑ Karl Brinkmann: Verfassungslehre. De Gruyter, 2016, ISBN 978-3-486-78678-1, Seite 98 (Drittzitat von Hans Kelsen, zitiert nach Google Books)
