regnerisch

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regnerisch (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
regnerisch regnerischer am regnerischsten
Alle weiteren Formen: Flexion:regnerisch

Worttrennung:
reg·ne·risch, Komparativ: reg·ne·ri·scher, Superlativ: am reg·ne·rischs·ten

Aussprache:
IPA: [ˈʁeːɡnəʁɪʃ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild regnerisch (Info)
Reime: -eːɡnəʁɪʃ

Bedeutungen:
[1] immer wieder von Regenfällen betroffen, zu häufigem Regen neigend; von tief hängenden, regenschweren Wolken bedeckt

Herkunft:
  • strukturell:
Ableitung eines Adjektivs zum Substantiv Regen mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -isch (unter Verkürzung des Wortes)
Das seit dem 17. Jahrhundert bezeugte Wort verdrängt die älteren Formen regnicht und regnig, die mittelhochdeutschem regenic → gmh entstammen.[1][2]

Synonyme:
[1] veraltet: regnicht, regnig

Sinnverwandte Wörter:
[1] regenreich, verregnet
[1] feucht, trübe

Gegenwörter:
[1] sonnig

Beispiele:
[1] Während der nächsten Wochen ist mit regnerischem Wetter zu rechnen.
[1] „Aus diesem Grunde nahm er solche Aufträge scheinbar gleichmütig hin und verschwieg sogar, als er eine anstrengende zweitägige Geschäftsreise machen sollte, eine ernstliche Verkühlung, um sich nur nicht der Gefahr auszusetzen, mit Berufung auf das gerade herrschende regnerische Herbstwetter von der Reise abgehalten zu werden.“[3]
[1] „Das Wetter bleibt warm und regneriſch.[4]
[1] „Es war ein kühler, regnerischer Morgen, und sie blieb allein.“[5]
[1] „In die Turnhalle fällt das fahle, trübe Licht eines regneriſchen Oktobertages.“[6]
[1] „Ich habe die regnerische Nacht nicht draussen verbringen mögen.“[7]
[1] „An einem regnerischen Sonntagvormittag brütete ich über meinem Roman.“[8]
[1] „Die zahlreichen Passagen laden besonders bei regnerischem Wetter zum Bummeln ein, in einer, wir verraten nicht, in welcher, läutet regelmäßig ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan.“[9]
[1] „An einem fast schon hochsommerlichen Nachmittag in diesem sonst kühlen und regnerischen Mai war das Unvermeidliche passiert: Myrtha und David waren sich begegnet.“[10]
[1] „Geschrieben in einem schattenreichen Zimmer, in dem von den 24 Stunden zwei beleuchtet sind, denn ein dunkler, regnerischer Sommer nimmt zusätzlich der Stadt die letzte Chance eines kurzen Glücks und legt seit dem Frühjahr einen Herbst über ihre Trümmer.“[11]
[1] „Der November ist regnerisch und eisig.“[12]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] ein regnerischer Himmel; ein regnerischer Monat, Tag; eine regnerische Jahreszeit, Woche; regnerisches Klima, Wetter

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „regnerisch
[*] canoonet „regnerisch
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „regnerisch
[1] The Free Dictionary „regnerisch
[1] Duden online „regnerisch
[1] wissen.de – Wörterbuch „regnerisch
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „regnerisch
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonregnerisch
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „regnerisch

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. neu bearbeitete 5. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »regnerisch«, Seite 685.
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „regnerisch“.
  3. Franz Kafka: Der Prozess. Roman. Verlag Die Schmiede, Berlin 1925, Seite 348–349 (Zitiert nach Wikisource-Quellentext „Seite:De Kafka Prozeß 348.jpg“ und Wikisource-Quellentext „Seite:De Kafka Prozeß 349.jpg“).
  4. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. S. Fischer Verlag, Berlin 1930, Seite 268 (Zitiert nach Google Books; Erstveröffentlichung 1929).
  5. Lion Feuchtwanger: Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Roman. Erster Band, Gustav Kiepenheuer, Berlin 1930, Seite 553 (Zitiert nach Google Books).
  6. Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben. Roman. Vier Falken Verlag, Berlin [1939], Seite 602 (Zitiert nach Google Books; Erstveröffentlichung 1931).
  7. Werner Bergengruen: Das Tempelchen. Erzählung. 2. Auflage. Im Verlag der Arche, Zürich 1950, Seite 17 (Zitiert nach Google Books).
  8. Erwin Strittmatter: Pony Pedro. Kinderbuchverlag, Berlin 1959, Seite 70.
  9. Per Ketman, Andreas Wissmach: DDR. Ein Reisebuch in den Alltag. Originalausgabe, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986 (rororo ; 7568 : Anders reisen), ISBN 3-499-17568-1, Seite 312.
  10. Martin Suter: Lila, Lila. Roman. Diogenes, Zürich 2004, ISBN 978-3-257-06386-8, Seite 118.
  11. Wolf Lepenies: Kultur und Politik. Deutsche Geschichten. Carl Hanser Verlag, München/Wien 2006, ISBN 978-3-446-20807-0, Seite 299.
  12. Leïla Slimani: Dann schlaf auch du. Roman. 1. Auflage. btb Verlag, München 2018 (Originaltitel: Chanson douce, übersetzt von Amelie Thoma aus dem Französischen), ISBN 978-3-442-71742-2, Seite 100 (Genehmigte Taschenbuchausgabe).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: gegnerisch, rednerisch