mit der Wurst nach dem Schinken werfen

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mit der Wurst nach dem Schinken werfen (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Nebenformen:

mit der Wurst nach der Speckseite werfen

Worttrennung:

mit der Wurst nach dem Schin·ken wer·fen

Aussprache:

IPA: [mɪt deːɐ̯ ˈvʊʁst naːx deːm ˈʃɪŋkn̩ ˈvɛʁfn̩]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] mit geringerem Einsatz Höherwertiges zu erreichen suchen

Gegenwörter:

[1] mit dem Schinken nach der Wurst werfen

Beispiele:

[1] „Bausenator Eugen Wagner (SPD) gehört zu den Senatsmitgliedern, die sich besonders konsequent an den Grundsatz halten, man müsse vor Wahlen mit der Wurst nach dem Schinken werfen.“[1]
[1] „Man erweckt ja nicht gern den Eindruck, mit der Wurst nach dem Schinken zu werfen und sich im Gegenzug geneigte Rezensionen einzuhandeln.“[2]
[1] „Alle Einwände wegen zu hoher Kosten habe er mit dem Argument hinweggewischt, man müsse es auch in der Politik verstehen, mit der Wurst nach dem Schinken zu werfen, was heißen solle, daß die Baukosten durch die Anwesenheit der gut bezahlten UNO-Beamten und der vielen Delegationen in kurzer Zeit mehr als eingefahren sein würden.“[3]
[1] „Die österreichischen Freihändler würden daher klug handeln, den Schutzzöllnern jeden gerechten Grund zu Klagen dieser Art zu benehmen, mit der Wurst nach dem Schinken zu werfen, um diesen sprüchwörtlichen Vergleich zu gebrauchen.“[4]
[1] „Der Arbeiter suchende Kapitalist weiß sehr wohl, dass er bei den infolge der vermehrten Nachfrage steigenden Preisen größeren Gewinn macht, also auch lieber etwas mehr Lohn bezahlt, als sich den ganzen Gewinn entgehen lässt; er wirft mit der Wurst nach dem Schinken, und wenn er nur diesen bekommt, gönnt er dem Proletarier gern die Wurst.“[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Duden online „Wurst
[1] Redensarten-Index „mit der Wurst nach dem Schinken werfen
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04114-5, Seite 862
[*] Hans Schemann: Deutsche Idiomatik. Wörterbuch der deutschen Redewendungen im Kontext. 2. Auflage. De Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 3-11-025940-7, Seite 708

Quellen:

  1. Uwe Bahnsen: Wahlkämpfer Wagner - WELT. In: Welt Online. 23. März 2001, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 2. Juli 2020).
  2. Rezension: Sachbuch: Zwanglose Postalie in Sachen M.R.-R. - Bücher - FAZ. In: FAZ.NET. 21. Oktober 2000, ISSN 0174-4909 (URL, abgerufen am 2. Juli 2020).
  3. Horst Grunert: Schattenrisse. BoD – Books on Demand, 2000, ISBN 978-3-8311-0690-5, Seite 163 (Zitiert nach Google Books)
  4. Karl Walcker: Die Silber-Entwertungs-Frage. J. Schneider, 1877, Seite 45 (Zitiert nach Google Books)
  5. Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. BoD – Books on Demand, 2018, ISBN 978-3-9545595-0-3, Seite 69 (Zitiert nach Google Books)