mein Name ist Hase

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mein Name ist Hase (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Alternative Schreibweisen:
mein Name ist Hase, ich weiß von nichts

Worttrennung:
mein Na·me ist Ha·se

Aussprache:
IPA: [maɪ̯n ˈnaːmə ɪst ˈhaːzə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild mein Name ist Hase (Info)

Bedeutungen:
[1] keine Kenntnis, keine Ahnung von etwas haben

Herkunft:
1854 bat ein Kommilitone den Jurastudenten Karl Victor von Hase in Heidelberg um einen Gefallen: Da jener Kommilitone beim Duell seinen Gegner erschossen hatte, wollte er nun nach Frankreich fliehen. Ihm fehlte jedoch ein Ausweisdokument. Karl Victor von Hase „verlor“ daraufhin seine Studenten-Legitimationskarte, die der Flüchtige „fand“ und nach seinem erfolgreichen Grenzübertritt wiederum „verlor“. Sie wurde abermals gefunden und an das zuständige Universitätsgericht geschickt. Im Zuge der Untersuchung befragte man Karl Victor von Hase und dieser erwiderte: „Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts.“[1] Die Aussage erlangte rasch Bekanntheit und wurde unter Weglassung des mittleren Teiles zur Redensart.[1]

Beispiele:
[1] Als wir Ferdinand, den Frechdachs, wegen der verschwundenen Keksdose zur Rede stellten, gab er uns nur „Mein Name ist Hase“ zur Antwort.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Günther Drosdowski, Werner Scholze-Stubenrecht et al.: Duden, Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 1. Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1992, ISBN 3-411-04111-0, Seite 312, Stichwort „Hase“
[1] Wikipedia-Artikel „Mein Name ist Hase
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonMein+Name+ist+Hase
[1] Deutschlandfunk/Köln: Rolf-Bernhard Essig: Etwas auf die leichte Schulter nehmen …. In: Deutschlandradio. 7. November 2008 (URL, abgerufen am 7. Juni 2018).

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Christoph Gutknecht: Von Treppenwitz bis Sauregurkenzeit. Die verrücktesten Wörter im Deutschen. Verlag C.H. Beck oHG, München 2008, ISBN 978-3-406-56833-6 (Originalausgabe), Seite 14.